Ein wenig Sauerteig…

1. Korinther 4,17-5,13

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1. Korinther 4
17 Deshalb habe ich Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und treues Kind im Herrn ist; der wird euch an meine Wege in Christus erinnern, wie ich überall in jeder Gemeinde lehre.
18 Weil ich aber nicht selbst zu euch komme, haben sich etliche aufgebläht;
19 ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und nicht die Worte der Aufgeblähten kennenlernen, sondern die Kraft.
20 Denn das Reich Gottes [besteht] nicht in Worten, sondern in Kraft!
21 Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geist der Sanftmut?

Beispiele von Arroganz und Stolz

Arroganz gegenüber Gottes Dienern (4,17–21)

    • Falsches Verständnis von eigener Autorität

– sie blähten sich für den einen gegen den anderen auf.

…damit ihr euch nicht für den einen auf Kosten des anderen aufbläht. – 1. Korinther 4,6c

– sie hielten sich für “reich” und “weise” (vgl. 4,8.10).

    • Zweifel an Paulus’ Autorität

– sie hielten ihn für schwach und zweifelten sein Apostelamt an (4,18).

Weil ich aber nicht selbst zu euch komme… – 1. Korinther 4,18

    • Missachtung der Autorität des Wortes

– sie gingen über das hinaus, was geschrieben steht.

…damit ihr an uns lernt, in eurem Denken nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht – 1. Korinther 4,6b

Stolz führt immer zu einem verschobenen Autoritätsverständnis. Nur wer sich dem Wort Gottes unterordnet, erkennt die rechte Autorität geistlicher Leiter und bleibt demütig in Christus.

    • Väterlicher Zurechtweisung

Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geist der Sanftmut? – 1. Korinther 4,21

Prinzip: Stolz widersteht Korrektur, Demut empfängt väterliche Zurechtweisung.

1. Korinther 5
1 Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat!
2 Und ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen, damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan wird!
3 Denn ich als dem Leib nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend, habe schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche Weise begangen hat, beschlossen,
4 den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und nachdem euer und mein Geist sich mit der Kraft unseres Herrn Jesus Christus vereinigt hat,
5 dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus.

Arroganz gegenüber öffentlicher Sünde

Ein schockierender Fall von Unmoral wird berichtet. …dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat! – 1. Korinther 5,1

Statt zu trauern, ist die Gemeinde „aufgeblasen“ (Gleichgültigkeit).
…ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen… – 1. Korinther 5,2

Paulus fordert die Entfernung des Sünders zur Buße und Bewahrung der Reinheit.

den Betreffenden… dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus. – 1. Korinther 5,4-5

Prinzip: Stolz entschuldigt Sünde; Demut erkennt und richtet Sünde.

6 Euer Rühmen ist nicht gut! Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?

Arroganz gegenüber der Gefahr der Sünde

„Sauerteig“ ist im Bild eine kleine Zutat, die den ganzen Teig durchdringt.

In der Bibel steht er oft für die durchdringende Kraft der Sünde, falscher Lehre oder Heuchelei.

Kleine Ursache, große Wirkung

„Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig“ (5,6).

7 Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus.

Paulus verbindet dies mit dem Passahfest: So wie Israel beim Passah allen Sauerteig entfernen musste, so soll auch die Gemeinde die Sünde aus ihrer Mitte entfernen, weil Christus, unser Passahlamm, geopfert worden ist (5,7).

8 So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.

Die Gemeinde muss in Lauterkeit und Wahrheit leben, nicht in Bosheit und Schlechtigkeit (5,8).

Prinzip: Sünde breitet sich aus, wenn sie nicht behandelt wird; Heiligkeit kann Sünde nicht dulden.

9 Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt;
10 und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen.

Trennung von der Welt

Wir leben in der Welt, aber wir gehören Christus.

Trennung heißt nicht Rückzug aus der Welt, sondern Absonderung vom Bösen.

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. – Johannes 17,15

Keine Teilhabe am Götzendienst und an der Ungerechtigkeit der Welt.

Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. – 2. Korinther 6,17-18

Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? – 2. Korinther 6,14

11 Jetzt aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen.

Wir leben in der Welt, dürfen aber keine Sünde innerhalb der Gemeinde tolerieren.

Keine Gemeinschaft mit einem „Bruder“ in offener, unbußfertiger Sünde.

12 Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind?

Die Grenzen der Disziplin

Eine Gemeinde ist verantwortlich für innere Reinheit.

Prinzip: Heiligkeit erfordert klare Trennung innerhalb der Gemeinde.

13 Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg!

Gott richtet die Welt; die Gemeinde muss diejenigen innerhalb beurteilen.

Die Gemeinde ist nicht eine Versammlung der Stolzen oder Vollkommenen, sondern der Erlösten, die unter seiner Gnade stehen.

Christus ist unser Passahlamm, für uns geschlachtet.

Nur in Christus gelten wir als ungesäuert, und nur in ihm können wir in Lauterkeit und Wahrheit leben – zu seiner Ehre und als sein heiliges Volk.

Darum frage ich: „Bin ich stolz und blind gegenüber meiner eigenen Sünde – oder demütig und bereit, Korrektur zu empfangen?“

Wachen wir als Gemeinde über die Reinheit, die Christus uns geschenkt hat, oder dulden wir Sünde aus Gleichgültigkeit?

Und vergessen wir nicht: Draußen richtet Gott die Welt – drinnen aber sind wir gerufen, in Heiligkeit zu leben, damit wir ein Zeugnis seiner Gnade und Wahrheit sind.

Lasst uns deshalb Christus festhalten, unser Passahlamm, und in der Reinheit wandeln, die er uns geschenkt hat.

Ein mutiges Herz

1. Samuel 17,32-40

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32 Und David sprach zu Saul: Niemand soll seinetwegen den Mut sinken lassen; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen!
33 Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um gegen diesen Philister zu kämpfen, denn du bist noch ein Knabe; dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf!

Mut gegen Widerstand und Zweifel

Davids erste aufgezeichnete Worte:

Da redete David zu den Männern, die bei ihm standen, und sprach: Was wird dem Mann zuteilwerden, der diesen Philister schlägt und die Schande von Israel abwendet? Denn wer ist dieser Philister, dieser Unbeschnittene, dass er die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt? – 1. Samuel 17,26

David muss daher unter Eliabs Tadel leiden:

Warum bist du herabgekommen? Und bei wem hast du dort in der Wüste die wenigen Schafe gelassen? Ich kenne deine Vermessenheit und die Bosheit deines Herzens wohl; denn nur um den Kampf zu sehen bist du herabgekommen! – 1. Samuel 17,28b

Nun spricht David zu Saul, dem König:

Niemand soll seinetwegen den Mut sinken lassen; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen! – 32

Es ist, als ob David seinen Bruder und jetzt Saul überwinden musste, bevor er dem wahren Riesen gegenübertreten konnte.

Du kannst nicht hingehen, um gegen diesen Philister zu kämpfen, denn du bist noch ein Knabe; dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf! – 33

David war mutig, weil er auf den lebendigen Gott vertraute:

Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst! – Josua 1,9

Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Wenn Übeltäter mir nahen, um mein Fleisch zu fressen, meine Widersacher und Feinde, so müssen sie straucheln und fallen. – Psalm 27,1-2

Paulus erinnert uns, dass auch wir diesen Geist der Kraft und nicht der Furcht empfangen haben:

denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. – 2. Timotheus 1,7

Jeder Christ hat „innere und äußere Riesen“.

Oft sind die ersten Hindernisse nicht die Feinde draußen, sondern die Stimmen der eigenen Familie oder sogar Leiter, die entmutigen.

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern auf Gottes Zusage zu vertrauen.

34 David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; wenn nun ein Löwe oder ein Bär kam und ein Schaf von der Herde hinwegtrug,
35 dann lief ich ihm nach und schlug ihn und entriss es seinem Rachen. Und wenn er sich gegen mich erhob, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn.
36 Sowohl den Löwen als auch den Bären hat dein Knecht erschlagen, und dieser Philister, dieser Unbeschnittene, soll wie einer von jenen sein; denn er hat die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt!

Erinnerung an Gottes Treue

David hatte Mut nicht nur, weil er wusste, dass Gott mit ihm war, sondern auch, weil er sich erinnerte, wie Gott ihn schon in der Vergangenheit gerettet hatte.

David blickt zurück

    • Der Löwe.
    • Der Bär.
    • → dieselbe Hilfe Gottes wird ihm auch gegen Goliath zuteil.

Die Haltung des Glaubens

Ich will gedenken an die Taten des HERRN; ja, ich gedenke an deine Wunder aus alter Zeit – Psalm 77,12

Erinnerung an Gottes vergangenes Handeln gibt Kraft für gegenwärtige Kämpfe.

Wenn Gott ihm helfen könnte, einen Löwen und einen Bären zu töten, als er allein mit den Schafen war, wäre dieser Riese kein Grund zur Angst.

Persönliche Erfahrung

Als dieser Elende rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. – Psalm 34,7

Davids Lobpreis ist keine Theorie, sondern Erfahrung.

Auch wir haben „Löwen und Bären“ erlebt – kleine oder große Bewahrungen, Gebetserhörungen, Führungsschritte.

Wer Gottes Treue im Kleinen erkennt, kann auch im Großen vertrauen.

37 Weiter sprach David: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, Er wird mich auch von diesem Philister erretten! Und Saul sprach zu David: Geh hin, und der HERR sei mit dir!

Vertrauen auf Gottes Rettung

Davids Bekenntnis

„Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, Er wird mich auch von diesem Philister erretten!“

Saul kann nur noch sagen: „Geh hin, und der HERR sei mit dir!“

Die Kraft des Vertrauens

denn mit dir kann ich gegen Kriegsvolk anrennen, und mit meinem Gott über die Mauer springen. – Psalm 18,30

Vertrauen macht aus einem Hirtenknaben einen Helden des Glaubens.

Das Geheimnis des Glaubens

Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen. – Sprüche 3,5-6

Nicht auf eigene Stärke, nicht auf Verstand, sondern auf Gottes Wege.

Gottes Zusage

Der HERR wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein! – 2. Mose 14,14

Wir dürfen ruhen in seiner Kraft, während er für uns wirkt.

Unsere „Philister“ sehen unterschiedlich aus: Krankheit, Not, Anfechtung, Widerstand.

Wie David dürfen wir sagen: „Der HERR, der mir bisher geholfen hat, wird auch jetzt helfen.“

Mut, Erinnerung und Vertrauen sind die drei Stufen zu einem festen Glauben.

38 Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte einen ehernen Helm auf seinen Kopf und legte ihm einen Schuppenpanzer um.
39 Danach gürtete David sein Schwert über seine Kleider und bemühte sich zu gehen; denn er hatte es noch nicht versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann darin nicht gehen; denn ich bin es nicht gewohnt! Und David legte es von sich ab.
40 Und er nahm seinen Stab in die Hand und erwählte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er hatte, und zwar in die Schleudersteintasche, und er nahm seine Schleuder zur Hand und näherte sich dem Philister.

Ausgerüstet durch Gottes Kraft

Das Angebot Sauls

    • Der König will David schützen mit Helm, Panzer und Schwert.
    • Doch diese „Sicherheit“ ist fremd, schwer und unbrauchbar.

Davids Entscheidung

„Ich kann darin nicht gehen … und er legte es von sich ab“.

Er verzichtet bewusst auf das, was in den Augen der Welt „nötig“ erscheint.

Wahre Stärke kommt von Gott, nicht von menschlicher Ausrüstung.

Gott gebraucht das Einfache: eine Schleuder und fünf Steine (V. 40).

…das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen – 1. Korinther 1,27

…meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! – 2. Korinther 12,9

Wir verlassen uns oft auf „menschliche Rüstungen“: Methoden, Strategien, Geld, Einfluss, Beziehungen.

Doch wahre Stärke liegt nicht in dem, was wir uns anlegen, sondern in dem, was Gott uns schon gegeben hat.

Der Glaube, der Gottes Kraft vertraut, überwindet mehr als jede menschliche Sicherheit.

Mut gegen Widerstand und Zweifel – Widerstände und Zweifel sind da, doch Gott hat uns einen Geist der Kraft gegeben.

Erinnerung an Gottes Treue – Wer zurückblickt auf Gottes Hilfe im Kleinen, kann im Großen vertrauen.

Vertrauen auf Gottes Rettung – Unsere Sicherheit liegt nicht im eigenen Verstand, sondern im Handeln Gottes.

Ausgerüstet durch Gottes Kraft – Gottes Kraft zeigt sich in unserer Schwachheit, nicht in äußerer Stärke.

So wie David gegen Goliath zog, dürfen auch wir unseren Riesen begegnen – nicht mit Menschenkraft, sondern mit dem Vertrauen auf den lebendigen Gott.

 

Gottes vollständiger Plan

Jesaja 49,5-7

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5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen — Israel aber wurde nicht gesammelt, und doch wurde ich geehrt in den Augen des HERRN, und mein Gott war meine Stärke —,

Die Berufung des Knechtes

    • Der Ursprung der Berufung: Vor der Geburt

Gottes Plan beginnt nicht erst im öffentlichen Dienst, sondern bereits vor der Geburt.

„…der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat…“

Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt! – Jeremia 1,5

Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündigte… – Galater 1,15-16a

Noch bevor du geboren wurdest, kannte Gott dich – Er wusste alles über dich und hat einen vollkommenen Plan für dein Leben gemacht. Die Frage ist: Folgst du Seinem Plan?

    • Das erste Ziel der Berufung

„…um Jakob zu ihm zurückzubringen…“ – Die erste Mission des Knechtes gilt der geistlichen Wiederherstellung Israels.

    • Die scheinbare Wirkungslosigkeit: Israel wird nicht gesammelt

„Aber Israel lässt sich nicht sammeln“ – Der Knecht erfährt anfängliches Scheitern; Israel lehnt ihn ab.

Trotzdem vertraut er auf Gottes Beurteilung.

    • Die göttliche Bestätigung trotz Ablehnung

„…und doch wurde ich geehrt in den Augen des HERRN, und mein Gott war meine Stärke…“ – Nicht menschlicher Erfolg zählt, sondern Gottes Anerkennung.

Bleibe treu, auch wenn sichtbare Ergebnisse ausbleiben – Gott sieht dein Herz und ehrt deine Treue.

Gott hat nicht nur einen Plan für den Knecht des HERRN, sondern für jeden einzelnen Menschen.

Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. – 2. Petrus 3,9

Doch niemand wird gezwungen, diesem Plan zu folgen. Jeder Mensch muss selbst entscheiden, ob er sich dem Willen Gottes unterstellt.

Er kennt uns schon vor unserer Geburt – wie bei Jeremia, Paulus und sogar bei seinem eigenen Sohn. Seine Pläne sind voller Gnade, und sie zielen darauf ab, uns zu retten und uns zu gebrauchen.

Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. – Epheser 2,10

6 ja, er spricht: »Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen; sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde!«

Gottes größerer Plan

„Es ist zu gering…“: Gott denkt nicht klein. Israel allein ist nicht das Endziel.

„…ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt…“: Christus ist nicht nur Israels Retter, sondern das Licht für alle Völker.

Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht zur Offenbarung für die Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel! – Lukas 2,30-32

„…damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde!“: Der Knecht ist nicht nur der Überbringer, sondern das Heil selbst!

Gottes Vision ist global – und wir sind Teil davon. Lass uns mit offenem Herzen auf Gottes großen Plan reagieren.

Denn so hat uns der Herr geboten: »Ich habe dich zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du zum Heil seist bis an das Ende der Erde!« – Apostelgeschichte 13,47

7 So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem von jedermann Verachteten, zu dem Abscheu der Nation, zu dem Knecht der Herrschenden: Könige werden es sehen und aufstehen und Fürsten anbetend niederfallen um des HERRN willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich auserwählt hat.

Die Verherrlichung des Verachteten

„Verachtet, verabscheut, ein Knecht der Tyrannen“: Erfüllt in Jesus – abgelehnt, verspottet, gekreuzigt.

„Könige werden es sehen und aufstehen .. anbetend niederfallen…“: Die Völker werden den Knecht letztlich anerkennen.

Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. – Philipper 2,9-11

„Um des HERRN willen, der treu ist…“: Die Erhöhung geschieht wegen Gottes Bundestreue, nicht wegen menschlicher Leistung.

„…um des Heiligen Israels willen, der dich auserwählt hat.“: Die Erhöhung geschieht wegen des Heiligen Israels, nicht wegen des Dieners. Gott selbst verleiht Würde – aus Gnade, nicht aufgrund menschlicher Leistung.

weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. – Philipper 1,6

Verachtung ist nicht das Ende. In Gottes Zeit wird Gerechtigkeit und Ehre folgen.

indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. – Hebräer 12,2

Vor einiger Zeit habe ich verschiedene Tulpen-Sorten gekauft – in mehreren Farben.

Ich habe sie sorgfältig am Rand unseres Blumengartens eingepflanzt.

Danach passierte – scheinbar – nichts. Über Wochen sah man nur nackte Erde.
Im Winter lag sogar Schnee darüber, und man hätte leicht denken können: „Da wächst nie etwas.“

Aber die Zwiebeln waren nicht tot. Sie lagen verborgen, und Gott arbeitete in der Stille.

Als der Frühling kam, brachen sie durch den Boden – gelb, rot, weiß, violett – ein wunderschönes Bild.

So war es auch mit dem Knecht des HERRN: Vor der Geburt berufen, im Dienst zunächst abgelehnt, aber am Ende herrlich erhöht.

Und so ist es oft auch in unserem Leben: Gott pflanzt etwas in uns, was lange unsichtbar bleibt. Wir sehen nur die „Wintererde“, aber Er sieht schon das volle Blühen.

Vielleicht siehst du heute in deinem Leben nur den kahlen Winterboden – keine Farbe, kein Wachstum, kein sichtbarer Erfolg. Aber Gott hat schon lange vor deiner Geburt seinen Plan in dich hineingelegt. Vertraue Ihm, bleib treu, auch wenn du noch nichts siehst. Der Frühling kommt – und dann wird die Herrlichkeit, die Er vorbereitet hat, aufblühen.

Warum Leiden sich lohnt

1. Korinther 4,9-16

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9 Es scheint mir nämlich, dass Gott uns Apostel als die Letzten hingestellt hat, gleichsam zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen.
10 Wir sind Narren um des Christus willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr in Ehren, wir aber verachtet.
11 Bis zu dieser Stunde leiden wir Hunger und Durst und Blöße, werden geschlagen und haben keine Bleibe
12 und arbeiten mühsam mit unseren eigenen Händen. Wenn wir geschmäht werden, segnen wir; wenn wir Verfolgung leiden, halten wir stand;
13 wenn wir gelästert werden, spenden wir Trost; zum Kehricht der Welt sind wir geworden, zum Abschaum aller bis jetzt.

Leiden ist ein Teil der Nachfolge, den viele vermeiden oder missverstehen. Doch Paulus macht deutlich: Leiden ist kein Fehler im Plan Gottes – und keine Schande für den, der Christus nachfolgt, sondern ein Kennzeichen echter Nachfolge. Er zeigt: Wer Christus folgt, wird auch sein Leiden teilen – und seine Herrlichkeit.

Leiden verbindet uns mit Christus

Paulus beschreibt sich und die anderen Apostel als „ein Schauspiel geworden der Welt“ – verachtet, verfolgt, verspottet. Aber das ist nicht ein Zeichen von Niederlage, sondern von echter Nachfolge.

    • Christus hat zuerst gelitten:

Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, dass nämlich der Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt. – Apostelgeschichte 3,18

    • Wir sind berufen, mit ihm zu leiden:

Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden – Philipper 1,29

Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden. Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. – Römer 8,17-18

Wenn du leidest – sei es für deinen Glauben oder im Alltag mit Christus – denk daran: Du bist in Gemeinschaft mit dem Gekreuzigten.

14 Nicht zu eurer Beschämung schreibe ich das, sondern ich ermahne euch als meine geliebten Kinder.
15 Denn wenn ihr auch zehntausend Lehrmeister hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe euch in Christus Jesus gezeugt durch das Evangelium.

Leiden macht uns zu glaubwürdigen Vorbildern

Paulus warnt, aber nicht mit Härte. Er ist wie ein geistlicher Vater, der seine Kinder liebt. Seine Autorität kommt aus seinem eigenen Leidensweg.

    • Die Apostel gingen diesen Weg zuerst:

Sie nun gingen voll Freude vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden um Seines Namens willen; und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und das Evangelium von Jesus, dem Christus, zu verkündigen. – Apostelgeschichte 5,41-42

Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen. – Apostelgeschichte 9,16

Aus diesem Grund erleide ich dies auch; aber ich schäme mich nicht. Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag. – 2. Timotheus 1,12

    • Auch geistliche Leiter leiden – aber dienen:

Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. – 1. Timotheus 4,9-10

Denn ich verstehe mich aufs Armsein, ich verstehe mich aber auch aufs Reichsein; ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus. – Philipper 4,12-13

Wahre Vorbilder predigen nicht nur – sie leben, was sie lehren, auch wenn es weh tut. Bist du bereit, in deinem Leiden ein Vorbild zu sein?

16 So ermahne ich euch nun: Werdet meine Nachahmer!

Leiden führt zur Herrlichkeit – wenn wir dranbleiben

Paulus fordert: „Seid meine Nachahmer!“ Aber nicht blind – sondern weil er selbst Christus nachahmt. Wer mit Christus leidet, wird mit ihm regieren.

    • Christus ist das Vorbild:

Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. – 1. Petrus 2,21

    • Mit-Leiden = Mit-Herrschaft:

Glaubwürdig ist das Wort: Wenn wir mitgestorben sind, so werden wir auch mitleben; wenn wir standhaft ausharren, so werden wir mitherrschen; wenn wir verleugnen, so wird er uns auch verleugnen; wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu… – 2. Timotheus 2,11-13a

    • Leiden ist kein Grund zur Scham:

Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr! Ihr Drohen aber fürchtet nicht und lasst euch nicht beunruhigen; sondern heiligt vielmehr Gott, den Herrn, in euren Herzen! – 1. Petrus 3,14-15a

Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, [und zwar] mit Sanftmut und Ehrerbietung; und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen. – 1. Petrus 3,15b-16

Denn es ist besser, dass ihr für Gutestun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als für Bösestun. – 1. Petrus 3,17

Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache! – 1. Petrus 4,15-16

Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen ihm als dem treuen Schöpfer anvertrauen und dabei das Gute tun. – 1. Petrus 4,19

Bleibe treu – auch wenn du verlacht oder verachtet wirst. Wer Jesus treu bleibt, wird mit ihm siegen.

Leiden ist kein Zeichen von Niederlage – sondern von echter Nachfolge.

Leiden bringt uns Christus näher, macht uns zu glaubwürdigen Vorbildern und führt uns zur Herrlichkeit.

Darum lohnt sich Leiden!