Christus der Erlöser (in Hiob!)

Hiob 33,23-33

In einem früheren Rede sagte Hiob:

Denn [Gott] ist nicht ein Mann wie ich, dass ich Ihm antworten dürfte, dass wir miteinander vor Gericht gehen könnten; es gibt auch keinen Mittler zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legen könnte. – Hiob 9,32-33

Elihu nimmt sich dieser Herausforderung an und beschreibt, was ein Mittler tun würde, wenn es einen gäbe.

23 Wenn es dann für ihn einen Gesandten gibt, einen Mittler, einen aus Tausenden, der dem Menschen Seine Gerechtigkeit verkündigt,
24 so wird Er sich über ihn erbarmen und sprechen: »Erlöse ihn, damit er nicht ins Verderben hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!«

Obwohl dieser Abschnitt falsch auf Hiob angewendet wird, ist er eine wunderbare Beschreibung der Art und Weise, wie Gott durch seinen Sohn Jesus Christus als Mittler mit dem Menschen umgeht.

Gibt es so einen gesandten Mittler? Jawohl!

Elihu meinte, Gott der Vater würde mit dem Mittler sprechen und sagen: Erlöse ihn, damit er nicht ins Verderben hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!

Johannes 3:16 ist die wörtliche Erfüllung dieses Satzes:

Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. – Johannes 3:16

Der Apostel Paulus bestätigt dies an mindestens zwei weiteren Stellen.

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. – Galater 4,4-5

Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat. – 1. Timotheus 2,5-6

25 Alsdann wird sein Fleisch frischer sein als in jungen Jahren; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jugend;
26 er wird zu Gott flehen, und der wird ihm gnädig sein; ja, Er wird ihn Sein Angesicht sehen lassen mit Jauchzen, und Er wird dem Menschen seine Gerechtigkeit wiedergeben.

Selbstverständlich beinhaltet Bekehrung kein Versprechen auf Gesundheit oder Erneuerung der Jugend. Seine Erwartung liegt hier etwas daneben.

Die Freude, die er beschreibt, ist jedoch richtig, ebenso die Zuschreibung der Gerechtigkeit.

27 Der wird [dann] singen vor den Menschen und sagen: Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber er hat mir nicht vergolten [wie ich es verdiente];
28 er hat meine Seele erlöst, dass sie nicht ins Verderben hinabgefahren ist, sodass mein Leben das Licht wieder sieht!

Dieses Zeugnis passt gut zu allen, die in Reue zu Gott kommen.

29 Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen,
30 um seine Seele vom Verderben zurückzuholen, damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen.

Wieder fällt Elihu in einen Graben des Irrtums, da die Errettung durch Jesus Christus ein für alle Mal ist.

Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi, [und zwar] ein für alle Mal. – Hebräer 10,10

31 Habe acht, Hiob, höre mir zu; schweige, und ich will reden!
32 Wenn du Worte hast, so antworte mir; rede nur, denn ich wünsche deine Rechtfertigung!
33 Wenn aber nicht, so höre mir zu; schweige, und ich will dich Weisheit lehren!

Leider ist Elihu unerträglich anmaßend. Er nimmt an, dass er mehr Weisheit hat als die, die älter und erfahrener sind als er, und das steht ihm nicht gut.

Dennoch ist eine bessere Beschreibung des Evangeliums von Jesus Christus im Alten Testament kaum zu finden.

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. – 1. Johannes 2,1-2

Seltsame Weisheit

Hiob 33,1-22

Wir haben in Hiob 32 gesehen, dass Elihu zweiundzwanzig Verse nahm, nur um zu sagen, dass er etwas zu sagen hatte. Diese Verse waren an Hiobs drei Freunde gerichtet. Jetzt wendet er sich Hiob zu und fügt sieben weitere Verse derselben hinzu.

1 Doch höre nun, Hiob, meine Rede, und nimm alle meine Worte zu Ohren!
2 Siehe doch, ich öffne meinen Mund, meine Zunge redet in meiner Mundhöhle;
3 meine Reden kommen aus aufrichtigem Herzen, und meine Lippen sprechen lautere Wahrheit aus.

Aus diesem und dem vorherigen Abschnitt wissen wir nun einiges über Elihu:

    • Er redet zu viel.
    • Er hält zu viel von sich.
    • Er hat Hiobs Situation genauso falsch eingeschätzt, wie Hiobs drei Freunde es vor ihm getan hatten.

4 Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen erhält mich am Leben.
5 Kannst du es, so widerlege mich; rüste dich, tritt vor mich hin!

Hiob hatte zuvor die Sehnsucht nach einem Mittler geäußert, der vor Gott für ihn sprechen könnte.

Denn Er ist nicht ein Mann wie ich, dass ich Ihm antworten dürfte, dass wir miteinander vor Gericht gehen könnten; es gibt auch keinen Mittler zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legen könnte. – Hiob 9,32-33

Elihu dachte anmaßend, er könnte dieser Mittler sein.

6 Siehe, ich bin vor Gott gleich wie du; auch ich bin aus Lehm gebildet.

Was er tatsächlich tut aber, ist das Gegenteil davon, da er sich anmaßt, vor Hiob für Gott zu reden.

7 Siehe, Furcht vor mir soll dich nicht schrecken, und meine Hand soll dich nicht niederdrücken.

Hiob hatte zuvor Angst vor Gottes Hand auf ihm geäußert.

Tue deine Hand von mir und ängstige mich nicht mit deinem Schrecken! – Hiob 13,21

Elihu dachte, dass er mit ihm als seinem Mittler keine Angst mehr zu haben brauchte.

8 Nun hast du vor meinen Ohren gesagt, und ich höre [noch] den Klang der Worte:
9 »Rein bin ich, ohne Vergehen, unbefleckt bin ich und ohne Schuld!
10 Siehe, Er erfindet Feindseligkeiten gegen mich, er hält mich für seinen Feind;
11 er legt meine Füße in den Stock und lauert auf alle meine Wege!«

Sein Zitat von Hiob stammt nicht von einer bestimmten Stelle, sondern ist eine Kombination zufälliger Sätze, die aus dem Zusammenhang gerissen und zusammengesetzt wurden, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen.

Aufgrund dieser Kombination verschiedener Sätze wirft er Hiob vor, sündlose Vollkommenheit zu beanspruchen.

12 Siehe, da bist du nicht im Recht, erwidere ich dir; denn Gott ist größer als der Mensch!
13 Warum rechtest du denn mit ihm, da er doch keine seiner Taten zu verantworten hat?

Elihu beschuldigt Hiob nicht nur, für sich selbst Sündenlosigkeit zu beanspruchen, er sagt, Hiobs Worte seien dasselbe, als würde er Gott der Ungerechtigkeit beschuldigen.

Elihu erklärt, dass Gott nicht verpflichtet ist, dem Menschen eine Antwort zu geben, er spricht jedoch manchmal zu Menschen.

14 Sondern Gott redet einmal und zum zweiten Mal, aber man beachtet es nicht.
15 Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt und sie auf ihren Lagern schlummern,
16 da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie,
17 um den Menschen von seinem Tun abzubringen und den Mann vor dem Hochmut zu bewahren,
18 damit er seine Seele vom Verderben zurückhalte, und sein Leben davon, in den Wurfspieß zu rennen.

Laut Elihu spricht Gott in Träumen und Gesichtern zum Menschen, aber nur, um ihn zu warnen und ihn so vor Tod und Verderben zu bewahren.

Wenn nötig züchtigt er ihn auch und gibt ihm so weitere Gelegenheit, sich von seinen bösen Wegen zu ändern.

19 Er züchtigt ihn mit Schmerzen auf seinem Lager, ja, er straft sein Gebein sehr hart,
20 dass ihm das Brot zum Ekel wird und seiner Seele die Lieblingsspeise.
21 Sein Fleisch schwindet dahin, man sieht es nicht mehr, und seine Knochen, die man sonst nicht sah, liegen bloß;
22 seine Seele naht sich dem Verderben und sein Leben den Todesmächten.

Laut Elihu befindet sich Hiob jetzt hier: Er braucht keinen Mittler, der seine Unschuld beteuert, sondern einen, der um Gnade bittet, damit sein Urteil aufgehoben wird.

 

Ein überwältigender Drang, etwas zu sagen

Hiob 32,1-22

Hiob hatte seine eigene Verteidigung in Anwesenheit seiner drei Freunde geschlossen.

An diesem Punkt wäre zu erwarten, dass seine Freunde Hiobs Aussage erneut entgegentreten würden, aber sie schweigen, weil sie ihn jetzt für einen hoffnungslosen Heuchler halten.

1 Und jene drei Männer hörten auf, Hiob zu antworten, weil er in seinen Augen gerecht war.

Es gab jedoch eine andere Person, deren Anwesenheit vorher nicht erwähnt wurde, die aber geduldig zugehört hatte, was gesagt worden war.

Jetzt, da Schweigen zurückgekehrt ist, nutzt er die Gelegenheit, um seinen Senf einzuwerfen.

2 Da entbrannte der Zorn Elihus, des Sohnes Baracheels, des Busiters, aus dem Geschlecht Ram; über Hiob entbrannte sein Zorn, weil er meinte, er sei Gott gegenüber im Recht;
3 über seine drei Freunde aber entbrannte sein Zorn, weil sie keine Antwort fanden und Hiob doch verurteilten.

Also war Elihu zuerst wütend, weil Hiobs Verteidigung ihm vorkam, als beschuldige er Gott, ungerecht zu sein.

Gleichzeitig war er sauer auf Hiobs drei Freunde, weil sie Hiobs Aussage nicht widerlegen konnten, ihn aber trotzdem verurteilten.

4 Elihu aber hatte mit seiner Rede an Hiob gewartet; denn jene waren älter als er.
5 Als aber Elihu sah, dass im Mund jener drei Männer keine Antwort mehr war, da entbrannte sein Zorn.
6 Und Elihu, der Sohn Baracheels, der Busiter, ergriff das Wort und sprach:
Jung bin ich an Jahren, ihr aber seid grau; darum scheute und fürchtete ich mich, euch mein Wissen zu verkünden.

Elihu zeigte Respekt vor Hiob und seinen Ratgebern, indem er sie ihre Ansprachen beenden ließ, bevor er ihnen seine Meinung kundtat.

Allein dies zeigt, dass seine Weisheit mit der ihren mindestens gleich war.

7 Ich dachte: Die Betagten sollen reden und die Bejahrten Weisheit lehren!
8 Aber der Geist ist es im Menschen, und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.
9 Angesehene sind nicht weise, und Alte verstehen sich nicht aufs Recht.
10 Darum sage ich: Höre auf mich, so will ich mein Wissen verkünden, ja, auch ich!

Im Allgemeinen bedeutet das Erreichen eines hohen Alters fortgeschrittene Weisheit.

Elihu wies jedoch darauf hin, dass die Weisheit tatsächlich von Gott kommt, der sie nach Belieben verteilen kann.

11 Siehe, ich habe eure Reden abgewartet, auf eure Einsichten gehört, bis ihr die [rechten] Worte finden würdet;
12 und ich gab aufmerksam auf euch acht — aber siehe, da war keiner, der Hiob widerlegt hätte, der seine Reden beantwortet hätte!
13 Sagt nur ja nicht: »Wir haben die Weisheit gefunden: Gott wird ihn wegfegen, nicht ein Mensch!«

Elihu sagt jetzt, dass die Weisheit, die die drei Freunde von Hiob geteilt haben, etwas fehlt.

14 Er hat seine Worte nicht an mich gerichtet, so will ich ihm auch nicht mit euren Worten antworten.
15 Sie sind bestürzt, sie geben keine Antwort mehr, die Worte sind ihnen ausgegangen!
16 Und ich sollte warten, weil sie nichts sagen, weil sie dastehen und nicht mehr antworten?

Hiobs Reden waren nicht an Elihu gerichtet, aber da diejenigen, an die sie gerichtet waren, nichts mehr zu sagen fanden, fühlte er sich berechtigt zu sprechen.

17 So will auch ich nun meinen Teil erwidern und mein Wissen verkünden, ja, auch ich!
18 Denn ich bin voll von Worten, und der Geist, der in mir ist, drängt mich dazu.
19 Siehe, mein Inneres ist wie Wein, der keine Öffnung hat; wie [Wein], der aus neuen Schläuchen hervorbricht.
20 Ich will reden, damit ich Luft bekomme; ich will meine Lippen auftun und antworten.

Erneut behauptend, dass seine Weisheit von Gott sei, sagt er, dass er nicht aufhören könne zu sprechen, da er so voller Dinge sei, die gesagt werden müssten.

Einige haben bemerkt, dass er so voller Worte war, dass er 22 Verse brauchte, um nur zu sagen, dass er etwas zu sagen hatte.

 21 Ich will aber für niemand Partei ergreifen und keinem Menschen schmeicheln;
22 denn ich kann nicht schmeicheln — leicht könnte mein Schöpfer mich sonst wegraffen!

Zwei Dinge, sagt Elihu, wird er nicht tun: Er wird sich nicht auf die Seite von irgendjemandem stellen, und er wird keine Ehrentitel verwenden.

 

Hiobs Unterschrift

Hiob 31,29-40

In diesem letzten Abschnitt von Hiobs Verteidigung behauptet er weiterhin seine Integrität.

    • Zuerst spricht er über seine Beziehung zu seinen Feinden. Damit erfüllt er das spätere Gebot Christi, unsere Feinde zu lieben.

29 Habe ich mich gefreut über den Sturz meines Feindes und mich ergötzt daran, wenn ihn ein Unglück traf?
30 Nein, ich habe meine Zunge nie hergegeben zum Sündigen, dass ich mit einem Fluch sein Leben gefordert hätte.

    • Das zweite, wovon Hiob hier spricht, ist seine Nächstenliebe.

31 Haben meine Hausgenossen nicht oft gesagt: »Wer wäre nicht von seinem Fleisch satt geworden?«
32 Kein Fremder brauchte draußen zu übernachten; ich öffnete meine Tür dem Wandersmann.

Hiob speiste die Hungrigen und bot allen Bedürftigen Unterkunft.

    • Eine letzte Sünde, von der Hiob behauptet, unschuldig zu sein, ist Heuchelei.

Er behauptet nicht, ohne Sünde zu sein, aber er ist kein Heuchler, indem er wie Adam vorgibt, dass nichts falsch ist, während er aktiv versucht, sich zu verstecken.

33 Habe ich, wie Adam, meine Übertretung zugedeckt, sodass ich meine Schuld in meiner Brust verbarg,
34 weil ich die große Menge fürchtete und die Verachtung [meiner] Verwandten mich niedergeschlagen hätte, sodass ich geschwiegen hätte und nicht zur Tür hinausgegangen wäre?

Hiob beklagt sich erneut, dass es niemanden gibt, der seine Sache anhört.

35 O dass ich einen hätte, der mir Gehör schenkte! Siehe, da ist meine Unterschrift; der Allmächtige antworte mir, und mein Gegner schreibe eine Klageschrift gegen mich!

Damit unterschreibt Hiob sein Schlussplädoyer.

Auch seine Ankläger haben Aussagen gemacht, nun wartet Hiob freudig auf das Urteil.

Hiob ist sich des Freispruchs sicher, da er erklärt, er würde ihn als Ehrenkranz tragen.

36 Wahrlich, ich würde sie auf meine Schulter nehmen und als Ehrenkranz um mein Haupt winden!

Hiob beschreibt noch einmal, wie er alles offen gelegt hat, während er voller Zuversicht auf das Urteil wartet.

37 Meine Schritte dürfte ich ihm getrost aufzählen und ihm nahen wie ein Fürst!

Hiob verweist wieder auf 1. Mose, als er vom Blut Abels spricht, das vom Boden weint, und vom Fluch.

38 Wenn mein Ackerboden gegen mich schreit und seine Furchen miteinander weinen,
39 weil ich, ohne ihn zu bezahlen, seinen Ertrag verzehrt habe und die Seele seines Besitzers aushauchen ließ,
40 so soll statt Weizen Dorngestrüpp hervorkommen und Unkraut anstatt der Gerste!
Zu Ende sind die Reden Hiobs.

Ein reines Gewissen

Hiob 31,13-28

13 Wenn ich meinem Knecht oder meiner Magd das Recht verweigert hätte, als sie einen Rechtsstreit gegen mich hatten,
14 was wollte ich tun, wenn Gott gegen mich aufträte; und wenn er mich zur Rede stellte, was wollte ich ihm antworten?
15 Hat nicht der, der mich im Mutterleib bereitete, auch ihn gemacht? Hat nicht ein und derselbe uns im Mutterleib gebildet?

Ein Bereich, in dem die Integrität von Hiob wirklich hervorsticht, war seine Einstellung zu seinen Dienern.

Hiob war fest von der Wahrheit überzeugt, dass alle Menschen gleich geschaffen wurden und vor Gott gleich sind, ungeachtet der Stellung, in die sie hineingeboren wurden oder jetzt leben.

16 Habe ich den Armen versagt, was sie begehrten, und die Augen der Witwe verschmachten lassen?
17 Habe ich meinen Bissen allein verzehrt, und hat der Verwaiste nichts davon essen können?
18 Wahrlich, von meiner Jugend auf ist er bei mir aufgewachsen wie bei einem Vater, und von meiner Mutter Leib an habe ich [die Witwe] geführt!

Im Gesetz von Moses heißt es, „Ihr sollt keine Witwen und Waisen bedrücken.“ (2. Mose 22,21), aber Hiob ging weit darüber hinaus.

Er lebte „die reine und makellose Frömmigkeit“ von Jakobus 1,27, d.h., die „Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen…“

19 Habe ich mit angesehen, wie einer umherirrte ohne Kleider, oder der Arme ohne Decke?
20 Wenn seine Lenden mich nicht gesegnet haben und er sich von der Wolle meiner Lämmer nicht wärmen durfte,
21 wenn ich meine Hand gegen die Waise erhob, weil ich sah, dass man mir helfen würde im Tor,
22 so soll mir meine Schulter vom Nacken fallen und mein Arm aus seinem Gelenk brechen!

Stelle dich einen armen Mann vor, der seinen Mantel aufgegeben hat, um seine Schulden zu bezahlen oder seine Familie zu ernähren, der vor Kälte zittert, während Hiob auf dem Weg ist, seine Waren auf dem Markt zu verkaufen. Hiob sieht ihn, hält seinen Wagen an und geht zu ihm hinüber, gibt ihm eine tolle Wolldecke, die man mit hohem Gewinn hätte verkaufen können.

Hiob sagt, wenn ich das nicht getan habe, dann lass meinen Arm brechen.

23 Denn schrecklich wäre Gottes Strafe für mich gewesen, und vor seiner Hoheit hätte ich nicht bestehen können.

Als Hiob erneut seine Lauterkeit schwor, glaubte er, dass Gott überaus fähig sei, das von ihm beschriebene Gericht durchzuführen.

24 Habe ich mein Vertrauen je auf Gold gesetzt und zum Feingold gesagt: »Sei du meine Zuversicht!«,
25 habe ich mich gefreut, weil ich reich geworden bin und meine Hand viel erworben hat;
26 habe ich die Sonne angesehen, wenn sie leuchtete, und den Mond, wie er so prächtig dahinzog,
27 und habe ich mein Herz im Geheimen verführen lassen, dass ich ihnen Kusshände zuwarf,
28 so wäre auch das ein strafwürdiges Vergehen gewesen; denn ich hätte Gott in der Höhe verleugnet.

Hiob leugnet erneut den Götzendienst, bezieht sich diesmal jedoch nicht auf die Göttin der Fruchtbarkeit, sondern auf die Anziehungskraft von Gold und den Glanz der allgemein verehrten Sonne und des Mondes.

Hiobs Treue gegenüber dem Gott des Himmels war unerschütterlich und sein Gewissen war rein.

Ach, hätten auch wir ein so reines Gewissen vor Gott.

 

Einen geschlossen Bund mit den Augen

Hiob 31,1-12

Am Anfang des Buches Hiob gab Gott Zeugnis von Hiobs Charakter, indem er sagte, dass Hiob ein „untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet“ sei. (1,8 & 2,3)

Dieser Teil der Verteidigung Hiobs gehört zum Teil „das Böse meidet“ in dieser Zeugenaussage.

Da Gott diesen Aspekt Hiobs bezeugt hat, sollte dieser Abschnitt nicht als Selbstgerechtigkeit angesehen werden, denn was er über sich selbst behauptet, ist tatsächlich wahr.

Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von Schwüren seiner Integrität und Verkündungen des Urteils, das ihn treffen würde, wenn das, was er behauptete, nicht wahr wäre.

Als Einleitung zu diesem Abschnitt erzählt Hiob von einem Bund, den er mit seinen Augen geschlossen hat und der seine Lauterkeit weitgehend erklärt.

1 Ich hatte einen Bund geschlossen mit meinen Augen, dass ich ja nicht [begehrlich] auf eine Jungfrau blickte.

Es gibt zwei Ansichten darüber, was Hiob mit dem Wort Jungfrau meinte.

    • Die erste Ansicht ist, dass die Jungfrau eigentlich Ashtoreth war, die Göttin der Fruchtbarkeit. Zu seiner Zeit war diese Göttin fast überall als unbekleidetes Bildnis zu sehen.
    • Die andere Ansicht ist, dass es einfach ein Versprechen ist, seiner eigenen Frau treu zu sein, ein Versprechen, das er auch gehalten hat, wie später in diesem Abschnitt zu sehen sein wird.

Man könnte auch sagen, dass Hiobs Bund diese beiden Situationen umfasste.

Der Bund mit den Augen ist von äußerster Wichtigkeit, da er sich direkt mit einem der drei Bereiche der Versuchung befasst, die in der Bibel beschrieben werden, nämlich der „Augenlust“.

Warum hat Hiob diesen Bund mit seinen Augen geschlossen?

2 Denn was würde mir Gott vom Himmel her zuteilen, und welchen Lohn erhielte ich von dem Allmächtigen aus der Höhe?
3 Ist denn das Unglück nicht für den Ungerechten und das Missgeschick für die Übeltäter?

Hiob hat diesen Bund geschlossen weil Gott alle Menschen nach ihren Taten richtet.

Wenn er falsch handelte, würde Gott ihn auch entsprechend richten.

Gott gibt uns Gnade, mit Versuchungen umzugehen, aber der beste Weg, mit dieser besonderen Versuchung umzugehen, ist, nicht hinzusehen.

4 Sieht Er denn nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte,
5 sodass er wissen kann, ob ich mit Lügen umgegangen oder auf Betrug ausgegangen bin?

Für Hiob war es vernünftig, seine Augen zu schützen, weil Gottes Augen ihn beobachteten und sehen würden, was immer er tat.

Du kannst viele Menschen täuschen, aber Gott lässt sich nicht täuschen, da er alles sieht.

6 Er wäge mich auf der Waage der Gerechtigkeit, so wird Gott meine Tadellosigkeit erkennen!

Manchmal denken wir gerne an eine Skala, mit der unser Gutes mit unserem Schlechten verglichen wird, und wir werden in Ordnung sein, solange das Gute das Schlechte überwiegt.

Das ist ein schwerer Fehler, da diese „Waage der Gerechtigkeit“ unsere Gerechtigkeit mit der Gerechtigkeit Gottes vergleicht, und durch diesen Vergleich werden wir uns immer verfehlen.

7 Ist mein Schritt vom Weg abgewichen oder mein Herz den Augen nachgewandelt, und klebt an meinen Händen ein Makel,
8 so will ich säen, und ein anderer soll essen, und meine Pflanzungen sollen entwurzelt werden!

Der erste Bereich, in dem Hiob seine Integrität erklärt, ist die geschäftliche Ehrlichkeit.

    • Wenn ich vom richtigen Weg abgekommen bin…
    • Wenn mein Herz meinen Augen nachgewandert ist…
    • Wenn ich genommen habe, was mir nicht gehört…

Die Strafe sollte nach Hiobs Denkweise Auge um Auge, Zahn um Zahn sein.

9 Hat sich mein Herz zu einer Frau hinreißen lassen, oder habe ich an der Tür meines Nächsten gelauert,
10 so soll meine Frau für einen anderen mahlen, und andere mögen sich über sie beugen!

In diesem speziellen Fall war das, was die Augen sahen und dem das Herz nachjagte, die Frau eines Nachbarn.

Die nächsten beiden Verse weisen darauf hin, dass dieses Verbrechen, sowohl von Menschen als auch von Gott bestraft wurde.

11 Denn das wäre eine Schandtat und ein strafwürdiges Vergehen,
12 ja, ein Feuer wär’s, das bis zum Abgrund fräße und all meinen Ertrag verzehren würde mit Stumpf und Stiel!

Diese Sachen sind die ersten in der Liste und viele weitere werden folgen, aber Hiob steht für seine Integrität in jedem.

 

 

Hiob als Vorläufer Christi

Hiob 30,1-31

In diesem Abschnitt kontrastiert Hiob seinen aktuellen Zustand mit seinem früheren Zustand, während er die Ungerechtigkeit seines Leidens beschreibt.

Dreimal verwendet er den Ausdruck „und jetzt“ um seinen gegenwärtigen Zustand der Verzweiflung seinem früheren Zustand der Ehre gegenüberzustellen.

Es ist interessant festzustellen, was Hiob in diesem Abschnitt mit Jesus Christus gemeinsam hatte.

Zuerst kontrastiert er diejenigen, die ihn schlecht behandeln, mit denen, die ihm zuvor Respekt erwiesen haben.

    • Er spricht über ihre Herkunft:

1 Jetzt aber lachen die über mich, die an Jahren jünger sind als ich, deren Väter ich verschmäht hätte, neben die Hunde meiner Herde zu setzen!

    • Als nächstes spricht er von ihren Tätigkeiten.

2 Wozu sollte mir die Arbeit ihrer Hände dienen, da es ihnen an ungebrochener Kraft fehlte?
3 Durch Mangel und Hunger abgezehrt, benagen sie das dürre Land, das längst wüst und verödet war;
4 sie pflücken Salzkraut am Gesträuch, und ihr Brot ist die Ginsterwurzel.

    • Drittens spricht er von ihrem schlechten Charakter.

5 Aus der Gemeinschaft werden sie gejagt; man schreit über sie wie über Diebe.
6 Am Abhang der Schluchten müssen sie wohnen, in Erdlöchern und Felsenhöhlen.
7 Im Gebüsch schreien sie, unter dem Unkraut finden sie sich zusammen.
8 Als Kinder von Narren, Kinder von Ehrlosen, sind sie aus dem Land hinausgepeitscht worden.

Wie Christus so viele Jahre später, wandten sich diejenigen, denen er oft geholfen hatte, gegen ihn.

Der zweite Gegensatz betrifft die Art und Weise, wie er von ihnen behandelt wird.

9 Und jetzt bin ich ihr Spottlied geworden und diene ihnen zum Geschwätz!
10 Sie verabscheuen mich, fliehen vor mir, und vor meinem Angesicht halten sie den Speichel nicht zurück.

Sie verspotten ihn, gehen ihm aus dem Weg und spucken ihm ins Gesicht. Wie sehr uns das daran erinnert, wie Jesus behandelt wurde.

11 Denn meine Bogensehne hat Er gelöst und mich gebeugt, darum lassen sie den Zügel vor mir schießen.
12 Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut; sie stoßen meine Füße weg und schütten ihre Rampen zum Sturm gegen mich auf.
13 Meinen Pfad haben sie eingerissen, zu meinem Untergang helfen sie, die selbst keinen Helfer haben.
14 Wie durch eine weite Bresche rücken sie heran; unter Getöse wälzen sie sich daher.
15 Jähe Schrecken haben sich gegen mich gewendet; meine Ehre ist wie der Wind verflogen, und meine Rettung ist vorübergezogen wie eine Wolke.

Dies hinterließ Hiob das Gefühl, von Gott verlassen worden zu sein. Auch das erinnert uns an Christus am Kreuz.

Der letzte Kontrast besteht darin, wie nahe er Gott zuvor war und wie weit entfernt Gott ihm jetzt erschien.

16 Und nun zerfließt meine Seele in mir; die Tage des Elends haben mich ergriffen.
17 Die Nacht durchbohrt mein Gebein, und meine nagenden Schmerzen schlafen nicht;
18 durch ihre große Heftigkeit verändert sich mein Gewand; wie der Kragen meines Hemdes schnürt es mich ein.
19 Er hat mich in den Kot geworfen, und ich bin wie Staub und Asche geworden.
20 Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht; ich stehe da, und du beobachtest mich.

In vielerlei Hinsicht sehen wir Hiob hier als den Vorläufer Christi, der für das leidet, was er nicht getan hatte, als Gott sich von ihm abwandte, wenn auch nur vorübergehend.

 21 Du hast dich mir in einen unbarmherzigen Feind verwandelt; mit deiner gewaltigen Hand widerstehst du mir.
22 Du setzt mich dem Sturm aus, lässt mich dahinfahren, lässt mich vergehen in Unruhe.
23 Denn ich weiß, dass du mich zum Tode führen wirst, in das Haus, wo alle Lebendigen zusammenkommen.
24 Doch streckt man nicht seine Hand aus, wenn man unter Trümmern [begraben] ist, oder ruft man nicht um Hilfe, wenn man untergeht?
25 Habe ich nicht geweint über den, der böse Zeiten hatte, und war meine Seele nicht über den Armen bekümmert?

Wie Christus wurde Hiobs Sorge um die Armen und Bedürftigen mit Bösem belohnt.

26 Ja, ich habe auf Gutes gehofft, und es kam Böses; ich wartete auf das Licht, und es kam Finsternis.
27 Meine Eingeweide sind zum Sieden gebracht und haben keine Ruhe; die Tage meines Elends sind mir entgegengetreten.
28 Traurig gehe ich einher, ohne Sonne; ich stehe in der Gemeinde auf und schreie [um Hilfe].
29 Ich bin den Schakalen ein Bruder geworden und ein Gefährte der Strauße.
30 Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich von mir ab, und meine Gebeine brennen vor Hitze.
31 Mein Harfenklang ist zu einem Trauerlied geworden und mein Flötenspiel zu lautem Weinen.

All dies ist Teil von Hiobs Schlussplädoyer, aber er ist noch nicht fertig. Es gibt noch mehr, was er im nächsten Kapitel zu sagen hat.

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Hiobs Rechtschaffenheit in früheren Zeiten

Hiob 29,7-25

Am Anfang des Buches Hiob wurde er uns als der aufrichtigste Mann auf der ganzen Erde vorgestellt.

Es war ein Mann im Land Uz, der hieß Hiob; der war ein untadeliger und rechtschaffener Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. – Hiob 1,1

Wenn Hiob nun von der Vergangenheit spricht, nach der er sich sehnt, sehen wir eine Beschreibung des Ausmaßes seiner Rechtschaffenheit.

Das erste Zeichen seiner Rechtschaffenheit ist die Art und Weise, wie andere auf seine Anwesenheit reagierten.

7 Wenn ich [damals] zum Tor ging, zur Stadt hinauf, und meinen Sitz auf dem Marktplatz aufstellte,
8 und mich die Jungen sahen, so verbargen sie sich, und die Greise standen auf und blieben stehen.

Das Erweisen von Ehre und Respekt gegenüber denen, denen es gebührt, ist in unserer heutigen Gesellschaft weitgehend verloren gegangen.

Es gibt jedoch immer noch diejenigen, die aufstehen, wenn eine Dame oder jemand, der älter oder von höherem Rang ist als sie, einen Raum betritt. Viele Menschen haben heute keine Vorstellung von solchen Dingen.

9 Die Fürsten hörten auf zu reden und legten die Hand auf ihren Mund.
10 Die Stimme der Vornehmen verstummte, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen.
11 Wessen Ohr mich hörte, der pries mich glücklich, und wessen Auge mich sah, der stimmte mir zu.

Auch hier ist das Wissen, wie man Respekt zeigt, verloren gegangen. Jeder spricht mutig seine Meinung aus, hört aber selten auf die Weisheit anderer.

12 Denn ich rettete den Elenden, der um Hilfe schrie, und die Waise, die keinen Helfer hatte.
13 Der Segenswunsch des Verlorenen kam über mich, und ich brachte das Herz der Witwe zum Jauchzen.

Die Elenden, Verlorenen, die Waisen und Witwen haben alle Hoffnung gefunden solange Hiob da war.

14 Die Gerechtigkeit, die ich angelegt hatte, bekleidete mich; als Talar und Turban diente mir mein Recht.

Gerechtigkeit war für Hiob wie Kleidung, die getragen werden sollte.

15 Ich war das Auge des Blinden und der Fuß des Lahmen.
16 Ich war der Vater des Armen, und die Streitsache dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich.
17 Ich zerbrach die Kinnladen des Frevlers und riss ihm den Raub aus den Zähnen.

Dies waren nur einige Beispiele dafür, wie Hiobs Rechtschaffenheit gesehen werden konnte.

18 Und so dachte ich: Ich werde in meinem Nest sterben und meine Tage vermehren wie Sand.
19 Meine Wurzel war an Wassern ausgebreitet, und der Tau übernachtete auf meinem Zweig.
20 Meine Ehre erneuerte sich bei mir, und mein Bogen verjüngte sich in meiner Hand.
21 Auf mich hörte und wartete man und lauschte stillschweigend auf meinen Rat.

In jenen Tagen fühlte sich Hiob sicher, da er ein langes Leben erwartete.

22 Auf mein Wort folgte kein Widerspruch, und meine Rede träufelte auf sie.
23 Sie harrten auf mich, wie auf einen Regen, und sperrten ihren Mund auf wie nach einem Spätregen.

Wenn Hiob sprach, hörten die Leute zu, und sein Rat wurde mit sicherem Erfolg befolgt.

24 Ich lächelte ihnen zu, wenn sie kein Zutrauen hatten, und das Licht meines Angesichts konnten sie nicht trüben.
25 Ich wählte für sie den Weg aus und saß an ihrer Spitze und thronte wie ein König inmitten seiner Schar, wie einer, der die Traurigen tröstet.

Hiobs Umgang mit Menschen war so, dass er sie immer ermutigte. Diejenigen, die zu ihm kamen, wurden nie von seinem Rat enttäuscht und die niedergeschlagenen ersten gingen, nachdem sie von ihm getröstet worden waren.

So war Hiobs Leben gewesen, bevor die Zeit seiner Schwierigkeiten begonnen hatte, jetzt wollte er nur noch einmal zu dieser Zeit zurückkehren.

Die Rechtschaffenheit von Hiob ist ein hervorragendes Beispiel, nach dem wir leben sollten. Vielleicht bist du wie Hiob und hast früher solche guten Dinge getan, aber die Umstände haben dich daran gehindert, anderen so zu helfen, wie du es solltest.

Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. – Galater 6,9

 

Sehnsucht nach Gott

Hiob 29,1-6

Dieser Monolog von Hiob gleicht einem Anwalt, der seinen Schlussplädoyer macht. Er beginnt den Monolog mit einer emotionalen Erinnerung an seine frühere Seligkeit.

1 Und Hiob fuhr fort im Vortrag seiner Sprüche und sagte:
2 O dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, als Gott mich behütete,
3 als seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich in seinem Licht durch das Dunkel ging;
4 wie ich in den Tagen meiner Mannesreife war, als über meinem Zelt der vertraute Umgang mit Gott waltete,
5 als der Allmächtige noch mit mir war und meine Knechte um mich her;
6 als ich meine Tritte in Milch badete und der Fels neben mir Öl in Strömen ergoss.

In diesem Abschnitt finden wir vier Sachen aus seiner Vergangenheit, nach denen sich Hiob gesehnt hat. Alle vier beziehen sich auf seine Beziehung zu Gott.

Das erste, was Hiob verlangte, war Gottes schützende Hand auf ihm.

„O dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, als Gott mich behütete…“

Hiob wusste nicht, warum Gott seinen Schild von ihm entfernt hatte, aber er sehnte sich danach, zu der Zeit zurückzukehren, in der er erkennen konnte, dass Gott ihn beschützte.

Das zweite, wonach Hiob sich sehnte, war das Licht Gottes, das ihn auf den Weg führte, den er gehen sollte.

„O dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen…, als seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich in seinem Licht durch das Dunkel ging…“

Die Tage von Satans Angriff waren dunkle Tage, und Hiob hatte Schwierigkeiten zu verstehen, warum er das Licht Gottes nicht sehen konnte, aber er erinnerte sich an die Zeit, als er im Licht des Herrn wandelte, und er sehnte sich danach, solche Tage wieder zu sehen.

Das dritte, was Hiob wirklich vermisste, war die enge Freundschaft, die er früher mit Gott hatte.

„O dass ich wäre wie in den früheren Monaten…, wie ich in den Tagen meiner Mannesreife war, als über meinem Zelt der vertraute Umgang mit Gott waltete, als der Allmächtige noch mit mir war und meine Knechte um mich her…“

Die Zeit der Prüfung, die Gott Hiob durchgehen ließ, erforderte, dass er sich zurückzog, um zu sehen, wie Hiob von sich aus reagieren würde. Aber nun sehnte sich Hiob nach der Zeit, in der er Gott näher war.

Das vierte, wonach Hiob sich sehnte, war Gottes Versorgung.

„O dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen… , als ich meine Tritte in Milch badete und der Fels neben mir Öl in Strömen ergoss.“

Mose beschrieb Gottes Segen für Israel wie folgt:

Er ließ ihn Honig aus dem Felsen saugen und Öl aus dem harten Gestein; Butter von den Kühen und Milch von den Schafen, samt dem Fett der Lämmer, und Widder von den Söhnen Baschans und Böcke, samt dem allerbesten Weizen, und du trankst Traubenblut, feurigen Wein. – 5. Mose 32,13a-14

Das gleiche Wort, das manchmal mit Butter übersetzt wird, wird hier Milch genannt, wir sollten es uns als Creme vorstellen. So viel Creme, dass er darauf trat. Und das Olivenöl war so reichlich vorhanden, dass es aus den Felsen floss.

Hiob wollte, dass die Dinge so sind wie zuvor, als Gottes reichlicher Segen ihn umgab.

Erinnerst du dich an eine Zeit, in der du Gott näher warst als jetzt? Hast du das Gefühl, dass du die ganze Zeit da bist und dass Gott dich verlassen hat? Die Wahrheit ist, dass Gott immer noch genau dort ist, wo er die ganze Zeit war, er wartet nur darauf, dass du ihm näher kommst.

naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! – Jakobus 4,8a

 

Wo Weisheit zu finden ist

Hiob 28

 

1 Denn für das Silber gibt es einen Fundort und für das Gold einen Platz, wo man es läutert.
2 Eisen wird aus dem Erdenstaub gewonnen, und Gestein schmilzt man zu Kupfer.

Die ersten beiden Verse dienen als Einführung in das Thema dieses Gedichts, ohne das Thema zu verraten.

    • Die hier genannten Metalle haben mehrere Gemeinsamkeiten:
      • Sie alle müssen in der Erde gesucht werden.
      • Es ist eine Menge Arbeit, sie aus der Erde zu holen.
      • Sie alle müssen verarbeitet werden, bevor sie nützlich werden.
      • Sie alle haben einen großen Wert, weshalb es sich lohnt, sie zu suchen, abzubauen und zu veredeln.
    • Die erste Erwähnung von Silber und von Goldbesitz findet sich in 1. Mose 13.

Und Abram war sehr reich geworden an Vieh, Silber und Gold. – 1. Mose 13,2

    • Das Verb „läutern“ wird auch verwendet, um zu veranschaulichen, wie Gott die Menschen von Sünde reinigt.

Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Söhne Levis reinigen und sie läutern wie das Gold und das Silber; dann werden sie dem HERRN Opfergaben darbringen in Gerechtigkeit. – Maleachi 3,3

    • Die ersten Erwähnungen von Eisen und Erz stammen aus der Zeit vor der Sintflut.

Und auch Zilla gebar, und zwar den Tubal-Kain, den Meister aller Handwerker in Erz und Eisen. – 1. Mose 4,22a

    • Das Verb „schmelzen“ bedeutet gießen und wird auch als Redewendung für das Beten verwendet.

HERR, in der Drangsal suchten sie dich; sie flehten leise in der Bedrängnis, als deine Züchtigung sie traf. – Jesaja 26,16

Die Verse 3 bis 11 beschreiben den alten Bergbauprozess, durch den die oben genannten Mineralien gewonnen wurden.

3 Man macht der Finsternis ein Ende und forscht alles vollkommen aus; selbst das Gestein, das in Finsternis und Dunkelheit liegt.

    • Der erste Schritt in einem erfolgreichen Bergbaubetrieb ist ein Plan.
      • Du musst wissen, wo die Mineralien sind.
      • Du musst herausfinden, wie du am besten zu ihnen kommst.
      • Du musst wissen, wie du sie von ihrer Umgebung trennen kannst.
      • Du musst wissen, wie man sie an die Oberfläche bringt.
      • Du musst bestimmen, welche Ausrüstung benötigt wird, um all diese Aufgaben zu erfüllen.

4 Einen Schacht bricht man auf von da aus, wo man wohnt; wie vergessen, ohne ihren Fuß aufzusetzen, baumeln und schwanken sie, weit weg von den Menschen.

    • Der zweite Schritt besteht darin, einen Schacht bis zu den Mineralien zu schneiden. Dies wurde erreicht, indem Arbeiter mit ihren Werkzeugen in einem Korb in den Schacht abgesenkt wurden.

5 Aus der Erde kommt zwar Speise hervor, aber unter ihr ist’s wie vom Feuer durchwühlt.

    • Hitze wurde oft verwendet, um den Stein zu knacken, damit er entfernt werden konnte, was bedeutet, ein großes Feuer in dem Loch zu entfachen.

6 Ihr Gestein ist der Fundort des Saphirs, und Goldstaub ist in ihr.

    • Dies sind Beispiele dafür, wonach der Bergmann sucht.

7 Ein Pfad [ist’s], den kein Raubvogel kennt und den auch das Auge des Habichts nicht erspäht,
8 den auch das stolze [Wild] nicht betreten hat, auf dem der Löwe nicht geschritten ist.

    • Der Weg führt ihn an einen Ort, an dem Mensch und Tier noch nie gewesen sind.

9 [Der Mensch] streckt seine Hand nach dem Felsgestein aus, wühlt die Berge um von Grund auf.
10 Er treibt Stollen in die Felsen, und sein Auge erfasst alles, was kostbar ist.
11 Die Ströme hat er eingedämmt, damit sie nicht durchsickern, und er bringt das Verborgene hervor ans Licht.

    • All dies ist eine Menge harter, gefährlicher und zeitraubender Arbeit. Also holt er alles, was er von Wert findet, aus der Mine.

12 Aber die Weisheit, wo wird sie gefunden, und wo ist der Fundort der Einsicht?

Jetzt endlich, in Vers 12 finden wir das Thema, das lautet: Wo kann Weisheit gefunden werden?

13 Der Sterbliche kennt ihren Wert nicht, und im Land der Lebendigen wird sie nicht gefunden.

Die Verse 13 bis 19 vergleichen den Wert der Weisheit mit den Schätzen der Erde.

    • Der Mensch kennt seinen Wert nicht, noch verstehen sie den.

Wie viel besser ist es, Weisheit zu erwerben, als Gold, und Einsicht zu erwerben ist begehrenswerter als Silber! – Sprüche 16,16

Erwirb Weisheit, erwirb Verständnis; vergiss sie nicht und weiche nicht ab von den Reden meines Mundes! Verlass du sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe du sie, so wird sie dich behüten!  Der Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit, und um allen deinen Erwerb erwirb Verstand! Halte sie hoch, so wird sie dich erhöhen; sie wird dich ehren, wenn du sie umfängst. – Sprüche 4,5-8

14 Die Tiefe spricht: »Sie ist nicht in mir!«, und das Meer: »Sie ist nicht bei mir!«

    • Unter der Erde sind Schätze zu finden, aber wo findet man Weisheit?

15 Mit Feingold kann man sie nicht bezahlen, und Silber kann nicht als ihr Kaufpreis abgewogen werden.
16 Um Gold von Ophir ist sie nicht zu haben, auch nicht um köstlichen Onyxstein und Saphir.
17 Gold und Glas kommt ihr nicht gleich, noch kann man sie eintauschen gegen ein goldenes Gerät.
18 Korallen und Kristall gelten nichts gegen sie, und der Besitz der Weisheit geht über Perlen.
19 Der Topas aus Kusch ist ihr nicht zu vergleichen; mit reinem Gold wird sie nicht aufgewogen.

    • Alle Schätze der Welt reichen nicht aus, um Weisheit zu kaufen.
      • Fünf Arten von Gold: Feingold, Gold von Ophir, Gold, ein goldenes Gerät, reinem Gold.
      • Silber.
      • Sieben Arten von Juwelen: Onyx, Saphir, Glas, Koralle, Kristall, Perle und Topas.

Was nützt das Geld in der Hand des Narren; soll er Weisheit kaufen in seinem Unverstand? – Sprüche 17,16

20 Woher kommt denn nun die Weisheit, und wo ist die Fundstätte der Einsicht?

Die Frage aus Vers 12 wird in2 Vers 20 wiederholt.

21 Sie ist verborgen vor den Augen alles Lebendigen und vor den Vögeln des Himmels versteckt.
22 Der Abgrund und der Tod sprechen: »Wir haben mit unseren Ohren ein Gerücht von ihr gehört!«

Die nächsten beiden Verse beschreiben die Unfassbarkeit der Weisheit.

    • Die menschliche Unwissenheit der Weisheit.
    • Die Blindheit der Natur gegenüber der Weisheit.
    • Die mögliche Weisheit im Totenreich. Aber es ist zu spät, etwas Gutes zu tun.

23 Gott hat Einsicht in ihren Weg, und er kennt ihre Fundstätte.
24 Denn Er schaut bis zu den Enden der Erde und sieht alles, was unter dem Himmel ist.

Gott ist der Einzige, der die Wege der Weisheit kennt und weiß, wo sie zu finden ist, denn er ist allwissend.

Der HERR besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte, vor aller Zeit. – Sprüche 8,22

25 Als er dem Wind sein Gewicht gab und die Wasser abwog mit einem Maß,
26 als er dem Regen sein Gesetz bestimmte und dem donnernden Unwetter seinen Weg:
27 Da hat er sie gesehen und verkündigt, sie bestätigt und ergründet,

Himmel und Erde wurden nach Gottes unendlicher Weisheit erschaffen.

Der HERR hat die Erde durch Weisheit gegründet und die Himmel durch Einsicht befestigt. Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten hervor und träufelten die Wolken Tau herab. – Sprüche 3,19-20

28 und er sprach zum Menschen: »Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Einsicht!« Job 28

Da Gott der Besitzer von Weisheit ist, ist es Weisheit, ihn zu fürchten!

Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit; sie macht alle einsichtig, die sie befolgen. Sein Ruhm bleibt ewiglich bestehen. – Psalm 111,10

Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit, und die Erkenntnis des Heiligen ist Einsicht. – Sprüche 9,10

Der HERR ist erhaben; ja, er wohnt in der Höhe; er hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. Und du wirst sichere Zeiten haben, eine Fülle von Heil, Weisheit und Erkenntnis; die Furcht des HERRN, die wird [Zions] Schatz sein. – Jesaja 33,5-6

Den Gottlosen mangelt es jedoch an Weisheit.

Ein Urteil über die Abtrünnigkeit des Gottlosen [kommt] aus der Tiefe meines Herzens: Die Gottesfurcht gilt nichts vor seinen Augen! – Psalm 36,2

Denn weil die Welt durch [ihre] Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben. – 1. Korinther 1,21

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; denn es steht geschrieben: »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen«. Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? – 1. Korinther 1,18-20

Vier Wege, wie Gott in seiner Weisheit mit uns umgeht:

    • Gnade

HERR, deine Gnade reicht bis zum Himmel, … – Psalm 36,6a

    • Treue

…deine Treue bis zu den Wolken! – Psalm 36,6b

    • Gerechtigkeit

Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, … – Psalm 36,7a

    • Gericht

…deine Gerichte sind wie die große Flut; du, o HERR, rettest Menschen und Tiere. – Psalm 36,7b

Vier Sachen, die er uns nach seiner Weisheit gibt.

    • Zuflucht

Wie köstlich ist deine Gnade, o Gott, dass Menschenkinder Zuflucht finden unter dem Schatten deiner Flügel! – Psalm 36,8

    • Wonne

Sie laben sich an den reichen Gütern deines Hauses, mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie. – Psalm 36,9

    • Leben

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, … – Psalm 36,10a

    • Licht

…in deinem Licht schauen wir das Licht. – Psalm 36,10b

Erweise deine Gnade auch weiterhin denen, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit denen, die aufrichtigen Herzens sind! – Psalm 36,11