Hiobs Verteidigung

Hiob 13,17-28

In diesem Abschnitt beginnt Hiob damit, seine Bitte an seine Freunde zu wiederholen, sich anzuhören, was er zu sagen hat. Er ist bereit, seine Rechtsache vor Gott darzulegen, und will sich von Unterbrechungen befreien, um dies tun zu können.

17 Hört doch, hört auf meine Rede, und meine Erklärung dringe in eure Ohren!
18 Gebt acht, ich habe die Verteidigung vorgebracht; ich weiß, dass ich Recht bekommen werde.

Hiob hat gemeint, dass er für unschuldig befunden wird, wenn Gott seine Argumente hört.

19 Wer ist es, der noch mit mir rechten will? Denn dann wollte ich verstummen und sterben.

Hiob hat in 9,3 von Rechten mit Gott gesprochen und ist zu dem Schluss gekommen, dass dies zwecklos sei.

In 10,2 hat er gefragt, warum Gott mit ihm rechtet, ohne ihm zu zeigen, warum.

Hiob war bereit anzufangen, aber zuerst hat er gefragt, ob er einen Ankläger vor Gott hat.

Er hat geglaubt, dass es keine geben konnte, aber wenn doch, war seine Sache hoffnungslos.

Es ist für uns an dieser Stelle hilfreich, daran zu denken, dass es doch einen Ankläger gegeben hat, aber er war und ist ein falscher Ankläger.

Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist gekommen das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Herrschaft seines Christus! Denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht. – Offenbarung 12,10

Es ist auch hilfreich, darauf hinzuweisen, dass Gott selbst nie die Rolle des Anklägers übernimmt.

Wir sehen dies am Beispiel der Frau die beim Ehebruch ergriffen worden war. Als Jesus vorgeschlagen hat, dass derjenige ohne Sünde den ersten Stein werfen sollte, ist alle Ankläger nach Hause gegangen.

Da richtete sich Jesus auf, und da er niemand sah als die Frau, sprach er zu ihr: Frau, wo sind jene, deine Ankläger? Hat dich niemand verurteilt? Sie sprach: Niemand, Herr! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr! – Johannes 8,10-11

Der Apostel Paulus hat Gottes Rolle und die Rolle Jesu Christi als unser Fürsprecher erklärt.

Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott [ist es doch], der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus [ist es doch], der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! – Römer 8,33-34

Hiob wusste jedoch nicht, dass Satan sein Ankläger war, und das war zumindest ein Teil dessen, was er an der ganzen Situation nicht verstehen konnte.

Nun, da Hiob bereit war zu beginnen, hat er zwei Sachen von Gott verlangt.

20 Nur zweierlei tue mir nicht an, dann will ich mich vor deinem Angesicht nicht verbergen:
21 Tue deine Hand von mir und ängstige mich nicht mit deinem Schrecken!

Er hat zunächst gebeten, dass Gott für die Dauer des Rechtverfahrens sein körperliches Leiden beseitigen werde.

Zweitens hat er darum gebeten, dass Gott ihm seine Angst nehmen würde, mit der er gequält wurde.

Nachdem diesen Bitten stattgegeben wurde, hat Hiob zwei Möglichkeiten gesehen, wie sie vorgehen konnten.

22 Dann rufe du, und ich will antworten, oder ich will reden, und du erwidere mir!

Als nächstes hat Hiob Gott gefragt, was die Anschuldigungen gegen ihn waren.

23 Wie viele Sünden und Vergehen habe ich? Lass mich meine Übertretungen und Missetaten wissen!

Es gilt seit langem als Grundrecht, dass die Angeklagten über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert werden.

Da er keine Antwort erhalten hat, hat er nach dem Grund des Schweigens gefragt.

24 Warum verbirgst du dein Angesicht und hältst mich für deinen Feind?

Die Stille gibt ihm ein schreckliches Gefühl und er beginnt sich in Gottes Augen wertlos zu fühlen.

25 Verscheuchst du ein verwehtes Blatt und verfolgst einen dürren Halm?

Hiob hat sich vorgestellt, dass Gott damit beschäftigt war, alles aufzuschreiben, was Hiob jemals falsch gemacht hatte, während er Hiob mit Fesseln an den Füßen in der Dunkelheit zurückgelassen hat.

26 Denn du verschreibst mir Bitteres und lässt mich erben die Sünden meiner Jugend;
27 du legst meine Füße in den Stock und lauerst auf alle meine Schritte und zeichnest dir meine Fußspuren auf,
28 da ich doch wie Moder vergehe, wie ein Kleid, das die Motten fressen!

Prüfungen wie die, die Hiob erlebt hat, sind nie einfach, aber sie dienen dazu, uns Gott näher zu bringen. Obwohl Hiob noch einen Weg vor sich hatte, bis seine Prüfung beendet war, ist es wichtig zu beachten, dass Hiob sich an den Richtigen gewandt hat, um Hilfe zu erhalten. Deshalb wird Hiob, wenn alles gesagt und getan ist, strahlend wie die Mittagssonne hervorkommen.

Christus ist das Leben!

Matthäus 10,34-39

34 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!

Frieden mit Gott ist wichtiger als Frieden auf Erden.

    • Die messianischen Erwartungen der Juden.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun! – Jesaja 9,5-6

Frohlocke sehr, du Tochter Zion; jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist er, demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, einem Jungen der Eselin. Und ich werde die Streitwagen aus Ephraim ausrotten und die Pferde aus Jerusalem; und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden; und Er wird den Völkern Frieden gebieten; und seine Herrschaft wird reichen von einem Meer zum anderen und vom Strom bis an die Enden der Erde. – Sacharja 9,9-10

Die falschen Prioritäten führen zu einer falschen Art von Frieden.

    • Kompromisse mit Ungläubigen.

Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. – 2. Korinther 6,14-18

    • Kompromisse in Bezug auf falsche Lehren.

Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht! Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus. – Galater 1,6-10

    • Kompromisse in Bezug auf die Sünde.

Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. – Römer 6,1-4

    • Kompromisse in Bezug auf Weltlichkeit

Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. – 1. Johannes 2,15-17

Die richtigen Prioritäten sind diejenigen, die zum Frieden mit Gott führen.

Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. – Römer 5,1-2

​Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. – Römer 12,1-2

35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
36 und die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein.

Deine Beziehung zu Jesus ist mehr wert als deine Beziehung zu deiner Familie.

Die Verse 35 und 36 stammen aus Micha 7,6 der sich auf die Zustände in Israel während der Herrschaft von Ahas bezieht . Aber die Zustände zu Michas Zeiten weisen auf eine noch größere Spaltung beim Kommen des Messias hin, Zustände, die heute noch weiter verbreitet sind als je zuvor.

Verlasst euch nicht auf den Nächsten, vertraut dem Verwandten nicht; bewahre die Pforte deines Mundes vor der, die in deinen Armen liegt! Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter lehnt sich auf gegen die Mutter, die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter; die Feinde des Menschen sind seine [eigenen] Hausgenossen! – Micha 7,5-6

Der Marxismus lehrt, dass Kinder nicht ihren Eltern, sondern dem Staat gehören. Der Staat erlaubt den Eltern, die Kinder so lange zu erziehen, wie sie mit den Methoden einverstanden sind, behält sich jedoch das Recht vor, sie ihren Eltern wegzunehmen, wenn sie dies für richtig halten. Kinder werden in den Schulen in das Weltansicht des Staates eingewiesen und lernen dadurch, ihren Eltern nicht zu vertrauen.

Aber Jesu Worte beziehen sich auf eine noch größere Spaltung und das ist eine Spaltung, die entsteht, wenn ein Familienmitglied sich entscheidet, Christus nachzufolgen und sich andere Familienmitglieder gegen sie wenden. In diesem Zusammenhang hat Jesus folgendes gesagt:

37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.

Natürlich muss sich nicht jeder zwischen seiner Familie und Christus entscheiden, da einige Christen gläubige Eltern haben, die bei ihren Kindern stehen, die zu Christus stehen. Aber wenn die Zeit kommt, in der ihr wählen müsst, ist Christus die weitaus bessere Wahl.

Ich aber will nach dem HERRN ausschauen, will harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören. – Micha 7,7

Die Worte in Lukas sind viel stärker, da die Liebe zu den Eltern als Hass bezeichnet wird im Vergleich zu der Liebe, die wir zu unserem Herrn haben sollten.

Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein. – Lukas 14,26

38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.

Für Jesus zu leben (oder nötigenfalls zu sterben) ist besser als für sich selbst zu leben.

Das Kreuz zu nehmen bedeutet nicht, sich mit einer unangenehmen oder tragischen Situation in seinem Leben abzufinden. Stattdessen bedeutet das Nehmen des Kreuzes einen schmerzhaften Tod in Bezug auf sich selbst.

Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. »Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«; als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet. Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden. – 1. Petrus 2,21-24

Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein; wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen; denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen. – Römer 6,5-7

Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er für Gott. Also auch ihr: Haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Christus Jesus, unserem Herrn! – Römer 6,10-11

39 Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden!

Wer sein Leben findet…

So nackt, wie er aus dem Leib seiner Mutter gekommen ist, geht er wieder dahin, und er kann gar nichts für seine Mühe mitnehmen, das er in seiner Hand davontragen könnte. Das ist auch ein böses Übel, dass er gerade so, wie er gekommen ist, wieder gehen muss; und was bleibt ihm davon, dass er sich um Wind abgemüht hat? – Prediger 5,14-15

Wer sein Leben verliert…

Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. – Römer 6,8-9

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. – Galater 2,20

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. – Matthäus 6,19-21

Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben. – 2. Timotheus 4,6-8

Gnade im Überfluss

Jesaja 43,1-13

1 Und nun, so spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.

Die Worte „und jetzt“ verbinden diesen Abschnitt mit dem vorhergehenden Abschnitt, indem sie den Gegensatz zwischen Gottes früherem Umgang mit Israel und seinem zukünftigen Umgang zeigen.

Darum hat er über sie ausgeschüttet den Grimm seines Zorns und eine Kriegsmacht; und hat sie umher angezündet, aber sie merken’s nicht; und hat sie angebrannt, aber sie nehmen’s nicht zu Herzen. – Jesaja 42,25 (Luther 1912)

Die Namen Jakob und Israel zusammen weisen auf Gottes Gnade für ein unwürdiges Volk und sein großes Vorhaben für sie hin.

    • Der Name „Jakob“ deutet darauf hin, dass Gott sie trotz ihres Mangels liebt.
    • Der Name „Israel“ weist darauf hin, was Gott aus seinem Volk machen will.

Nachdem er sie zurechtgewiesen hat, tröstet Gott sein Volk:

    • „Fürchte dich nicht“
    • „Ich habe dich erlöst!“

sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. – Römer 3,24

    • „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“
    • „Du bist mein“

Dieser Abschnitt ist im sogenannten prophetischen Perfekt geschrieben. Es spricht vom Neuen Bund von Jeremia 31, als ob er bereits erfüllt wäre, obwohl er noch in der Zukunft liegt.

Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der HERR. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den HERRN!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der HERR; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken! – Jeremia 31,31-34

2 Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen.
3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erretter! Ich habe Ägypten hingegeben als Lösegeld für dich, Kusch und Saba an deiner Stelle.
4 Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen [und] wertgeachtet und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben.

Gottes Namen implizieren eine besondere Beziehung.

    • Jahwe (Der HERR)
    • Dein Elohim (Gott)
    • Der Heilige Israels
    • Dein Erretter (Jesus bedeutet „Der HERR ist Rettung“)

Gottes Liebe zu Israel wird durch seine mächtigen Taten zu ihren Gunsten bezeichnet.

    • Er hat sie geschaffen und gebildet. (1)

Da sprach er: Ich bin der starke Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn dort will ich dich zu einem großen Volk machen! – 1. Mose 46,3

    • Er hat sie erlöst. (3-4)
      • Israel war Gott mehr wert als ganz Ägypten, wo er sie gebildet hatte.
    • Er wird sie auch bewahren. (2)
      • Durch das Wasser – z.B. Das Rote Meer
      • Durch Ströme – z.B. Der Jordan
      • Durch das Feuer – z.B. Daniel 3

5 Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich will deinen Samen vom Osten herführen und dich vom Westen her sammeln.
6 Ich will zum Norden sagen: Gib heraus!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne herbei und meine Töchter vom Ende der Welt,
7 einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe.
8 Bringe hervor das blinde Volk, das doch Augen hat, und die Tauben, die doch Ohren haben!

Wieder finden wir tröstende Worte:

    • „Fürchte dich nicht“
    • „Ich bin bei dir“
    • „Ich will deinen Samen … her sammeln“

9 Alle Heidenvölker mögen zusammenkommen und die Nationen sich vereinigen! Wer unter ihnen kann dies verkündigen und uns Früheres hören lassen? Lass sie ihre Zeugen stellen und sich rechtfertigen; dann wird man es hören und sagen: Es ist wahr!
10 Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht, dass ich es bin; vor mir ist kein Gott gebildet worden, und nach mir wird es keinen geben.

Die Nationen einschließlich Israels werden als Zeugen berufen, um zu zeigen, dass es keinen anderen Gott wie den Gott Israels gibt.

11 Ich, ich bin der HERR, und außer mir gibt es keinen Retter.

Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes! – Johannes 6,67-69

12 Ich habe verkündigt, gerettet und von mir hören lassen und bin nicht fremd unter euch; und ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, dass ich Gott bin.

Gott hat sich in vielerlei Hinsicht offenbart, aber keine wichtigere als seine Offenbarung seiner selbst an Israel.

13 Ja, von jeher bin ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich wirke — wer will es abwenden?

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins. – Johannes 10,27-30

Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? – Römer 8,35

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. – Römer 8,38-39

Auch im Sterben hoffen wir auf Gott

Hiob 13,1-16

Hiob hat weiterhin seine Verärgerung gegenüber seinen Freunden gezeigt, was darauf hingedeutet hat, dass ihre Worte an ihn tatsächlich wertlos waren. Er hätte sich selbst ausdenken können, was sie gesagt haben.

1 Siehe, dies alles hat mein Auge gesehen, mein Ohr hat’s gehört und sich gemerkt;
2 was ihr wisst, weiß auch ich; ich stehe nicht hinter euch zurück.

Aber Hiob war nicht besonders daran interessiert, seine Freunde von seiner Unschuld zu überzeugen, da sie sowieso nicht in der Lage waren, etwas gegen seine Leiden zu unternehmen.

Stattdessen wollte er seine Rechtsache vor Gott selbst bringen, wo er glaubte, dass Gott seine Unschuld anerkennen würde.

3 Ich aber will nun zu dem Allmächtigen reden; mit Gott zu rechten begehre ich.

Hiobs Meinung nach hatten die langen Reden seiner drei Freunde nicht geholfen, weil sie voller Lügen waren.

4 Ihr hingegen streicht ja nur Lügenpflaster und seid nichts als Quacksalber, ihr alle!

Was sie gesagt hatten, hätte wahr sein können, wenn es auf jemanden angewendet worden wäre, der alles getan hatte, was sie Hiob beschuldigt hatten, aber auf ihn bezogen war es nichts als Lüge.

Es wäre eigentlich besser für sie gewesen, wenn sie einfach geschwiegen hätten wie in der ersten Woche, als sie ihn besuchten. Zumindest dann erschienen sie weise.

5 O dass ihr doch schweigen könntet; das würde euch als Weisheit angerechnet!

Dies ist eine Lektion, die wir alle lernen sollten.

Selbst ein Narr wird für weise gehalten, wenn er schweigt, für verständig, wenn er seine Lippen verschließt. – Sprüche 17,28

Hiobs Freunde hatten sich mit ihren harten Reden als Richter im Namen Gottes aufgestellt, als ob er ihre Hilfe brauchte. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht dasselbe tun.

Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprecht los, so werdet ihr losgesprochen werden! – Lukas 6,37

Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumesst, wird auch euch zugemessen werden. – Matthäus 7,2

Da sie sich selbst als Richter an Gottes Stelle eingesetzt hatten, nutzt Hiob die Gelegenheit, um die Sinnlosigkeit dieses Vorgehens zu demonstrieren.

6 So hört nun meine Rechtfertigung, und achtet auf die Verteidigung meiner Lippen!
7 Wollt ihr Gott zuliebe Unrechtes reden und zu seinen Gunsten lügen?
8 Wollt ihr seine Partei ergreifen oder Gottes Anwalt spielen?
9 Wäre es gut [für euch], wenn er euch erforschte? Könnt ihr ihn täuschen, wie man Menschen täuscht?

Jedes Mal, wenn jemand behauptet, für Gott zu sprechen, ist er in großer Gefahr, denn Gott wird sehen, was er tut, und er wird ihn richten. Es spielt eine Rolle, ob er Papst ist oder behauptet, ein Prophet zu sein, wenn Gott ihn nicht gesandt hat, ist er nur ein Lügner.

10 Nein, strafen wird er euch, wenn ihr im Geheimen die Person anseht!
11 Wird nicht seine Majestät euch in Furcht versetzen und Schrecken vor ihm euch überfallen?
12 Eure Denksprüche sind Sprüche aus Asche, und eure Schutzwehren sind Schutzwehren aus Lehm.
13 Schweigt vor mir und lasst mich reden; es komme über mich, was will!

Hiob meinte, anstatt zu versuchen, für Gott zu sprechen, was sie offensichtlich nicht konnten, sollten sie schweigen und ihn seine Rechtsache vor Gott bringen lassen.

Im nächsten Vers hat Hiob die rhetorische Frage stellte, warum er sich selbst in Gefahr bringen sollte, indem er seine Rechtsache Gott brachte.

14 Warum sollte ich mein Fleisch in meine Zähne nehmen und mein Leben in meine Hand legen?

Die Antwort war, weil er Gott voll vertraut hat. Selbst wenn Gott ihn töten würde, ist seine Hoffnung in ihm geblieben.

15 Siehe, er soll mich töten — ich will auf ihn warten; nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht verteidigen!

Wie kann Hiob so sicher sein, dass er für gerecht erklärt wird, wenn er vor Gott kommt? Denn er hat gewusst, dass die Gottlosen nicht in die Gegenwart Gottes kommen dürfen.

16 Auch das schon wird mir zur Rettung dienen; denn kein Gottloser kommt vor sein Angesicht.

Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. – Psalm 1,5

Als Gläubige haben wir dieselbe Hoffnung, die Hiob hatte, wie Paulus in Römer 8 erklärt:

Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott [ist es doch], der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus [ist es doch], der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir geachtet!« Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. – Römer 8,33-37

Gottesfurcht statt Menschenfurcht

Matthäus 10,26-33

26 So fürchtet euch nun nicht vor ihnen! Denn es ist nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird.
27 Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht, und was ihr ins Ohr hört, das verkündigt auf den Dächern!
28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!
29 Verkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Groschen? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.
30 Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt.
31 Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.
32 Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel;
33 wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel.

Lass uns damit beginnen, den Kontext noch einmal durchzugehen.

    • Jesus hat die Volksmenge gesehen und war von Mitleid bewegt.

Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. – Matthäus 9,35

Als sich inzwischen das Volk zu Tausenden gesammelt hatte, sodass sie aufeinander traten, begann er zuerst zu seinen Jüngern zu sprechen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher die Heuchelei ist! – Lukas 12,1

Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. – Matthäus 9,36

    • Jesus hat seinen Jüngern befohlen, in Bezug auf die Ernte zu beten.

Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende! – Matthäus 9,37-38

    • Jesus hat seine Jünger versammelt, um sie in die Ernte zu senden.

​Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. – Matthäus 10,1

    • Jesus hat sie vor der Verfolgung gewarnt, der sie sicherlich ausgesetzt sein würden.

Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch den Gerichten ausliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln; auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. – Matthäus 10,17-18

Jesus hat seinen Jüngern dreimal befohlen, keine Angst vor Verfolgung zu haben.

Wir brauchen uns nicht zu fürchten, da Verfolgung als Teil des Dienstes des Evangeliums erwartet wird.

    • Je mehr wir Christus ähnlich werden, desto mehr werden wir verfolgt.

Der Jünger ist nicht über dem Meister, noch der Knecht über seinem Herrn; es ist für den Jünger genug, dass er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebul genannt, wie viel mehr seine Hausgenossen! – Matthäus 10,24-25

Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. – 1. Petrus 2,21

    • Einige werden versuchen, uns zu Kompromissen zu bewegen, um Verfolgung zu vermeiden. Aber dies zu tun ist ein Fehler.

Alle, die im Fleisch wohlangesehen sein wollen, nötigen euch, dass ihr euch beschneiden lasst, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden. – Galater 6,12

    • Es ist nicht wirklich möglich, wie Christus zu leben und deine Bekannten davon abzuhalten, es herauszufinden!

So fürchtet euch nun nicht vor ihnen! Denn es ist nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird. – 26

Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. – 2. Timotheus 3,12

    • Da Verfolgung sowieso zu erwarten ist, sollten wir das Evangelium mit Kühnheit verkündigen.

Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht, und was ihr ins Ohr hört, das verkündigt auf den Dächern! – 27

Und jetzt, Herr, sieh ihre Drohungen an und verleihe deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden – Apostelgeschichte 4,29

Wir brauchen uns nicht zu fürchten, da Verfolgung nur zeitlicher und physischer Natur ist, aber Gottes Gericht ist ewig.

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle! – 28

    • Diese Warnung kommt im Lukasevangelium noch deutlicher zum Ausdruck.

Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts Weiteres tun können. – Lukas 12,4

Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet hat, auch Macht besitzt, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet! – Lukas 12,5

    • Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Warnung anzuwenden, und beide sind wichtig.
Wie sollte sich dieses Wort Jesu auf mich und mein Leben auswirken?

Daher bezeuge ich dir ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung! Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden. Du aber bleibe nüchtern in allen Dingen, erdulde die Widrigkeiten, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus! – 2. Timotheus 4,1-5

Was passiert mit denen, die ich liebe, wenn ich ihnen aus Angst nicht von Jesus Christus erzähle?

Und erbarmt euch über die einen, wobei ihr unterscheiden sollt; andere aber rettet mit Furcht, indem ihr sie aus dem Feuer reißt, wobei ihr auch das vom Fleisch befleckte Gewand hassen sollt. – Judas 1,22-23

Die Botschaft von Johannes dem Täufer ist für uns ein gutes Beispiel.

Er sprach nun zu der Volksmenge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Schlangenbrut! Wer hat euch unterwiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind! Und fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist aber auch schon die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum nun, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen! – Lukas 3,7-9

Wir brauchen uns nicht zu fürchten, denn wir sind in Gottes Augen etwas Besonderes und er hat versprochen, mit uns zu gehen.

    • ​Wir sind Gott mehr wert als Sperlinge und er vergisst sie nicht.

Verkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Groschen? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. – 29

Und nicht ein Einziger von ihnen ist vor Gott vergessen. – Lukas 12,6b

Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. – 31

    • Gott kümmert sich so sehr um uns, dass er sogar weiß, wie viele Haare wir auf dem Kopf haben.

So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen. – Matthäus 28,19-20

Christus aus Angst vor Verfolgung nicht zu bekennen ist dasselbe wie Christus zu leugnen.

Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel; wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel. – 32-33

    • Jemand mag sagen, hey, ich habe schon Jahre vergeudet aus Angst vor dem, was andere denken könnten, was würde es mir nützen, mich jetzt zu ändern?

Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. – Philipper 3,13-14

    • Vergesse nicht, dass Gott auch eine zweite Chance geben kann.

Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen; ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder! – Lukas 22,31-32

 

Warum lässt Gott das Böse zu?

Hiob 12

In diesem Abschnitt finden wir Hiobs Antwort auf Zophars Rede. Zophars Worte an Hiob waren wirklich hart, also hat Hiob beschlossen, ihm mit Sarkasmus zu antworten.

1 Und Hiob antwortete und sprach:
2 Wahrlich, ihr seid die [rechten] Leute, und mit euch wird die Weisheit aussterben!

Als nächstes verspottete Hiob die Ansichten seiner drei Freunde als allzu simpel.

3 Auch ich habe Verstand wie ihr und stehe nicht hinter euch zurück; wer wüsste denn diese Dinge nicht?

In Vers 4 hat Hiob festgestellt, dass ihre Anschuldigungen gegen ihn ungerechtfertigt waren. Er hat diese Behauptung unterstützt mit der Tatsache, dass Gott sein Gebet bei vielen Gelegenheiten erhört hatte, was an sich ein Beweis dafür war, dass ihre Behauptungen trotz seines gegenwärtigen Leidens falsch waren. Er wusste in seinem Herzen, dass er nichts getan hatte, um das zu verdienen, was er gelitten hat.

4 Ich bin wie einer, der zum Gespött für seine Freunde wird; dabei rief ich [einst] zu Gott und wurde von ihm erhört! Der untadelige Gerechte wird zum Gespött!

Eine der schlimmsten Eigenschaften unserer sündigen Natur ist, dass wir über das Unglück anderer lachen, einschließlich unserer besten Freunde. In der Tat ist es leicht, sich über die Probleme anderer lustig zu machen, wenn bei dir alles gut läuft.

5 »Dem Unglück gebührt Verachtung!«, so meint der Sichere; ja, einen Stoß noch für die, deren Fuß wankt!

Nachdem Hiob erklärt hatte, dass ihre Kritik an ihm ungerecht war, hat er Beweise dafür vorgelegt, dass er mit dieser Einschätzung richtig ist.

6 Die Zelte der Räuber haben Ruhe, und in Sicherheit leben die, welche Gott reizen, diejenigen, die Gott in ihrer Faust führen.

Hiob hat drei Gruppen von Menschen aufgezählt, die schlimme Dinge getan hatten, aber scheinbar unberührt waren, während er unverdienterweise sehr gelitten hat.

    • Räuber, wie die, die seine Rinder und Eselinnen gestohlen haben.
    • Lästerer, die Gott mit bösen Handlungen provozieren.
    • Götzendiener, die ihre Götter in den Händen tragen.

Hiob hat nun eine Reihe von Zeugen gerufen, die bezeugen, dass diese drei Gruppen, die in Frieden und Sicherheit gelebt haben, von Gott selbst erschaffen wurden.

7 Aber frage doch das Vieh, und es wird dich belehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden dir’s verkünden,
8 oder rede mit der Erde, und sie wird dich unterweisen, und die Fische im Meer erzählen es dir.
9 Wer unter allen diesen wüsste nicht, dass die Hand des HERRN dies gemacht hat,
10 dass in seiner Hand die Seele alles Lebendigen ist und der Geist jedes menschlichen Fleisches?

Ihr Leben und ihre Seelen waren in Gottes Hand, doch er hat sie in Ruhe gelassen, während er Hiob vermutlich zu Unrecht bestraft hat.

In den Versen 11 und 12 hat Hiob erklärt, dass die Worte seiner drei Freunde kein würdiger Teil der Weisheit der Ältesten waren.

11 Prüft nicht das Ohr die Worte, wie der Gaumen die Speise schmeckt?
12 Wohnt bei den Greisen die Weisheit und bei den Betagten der Verstand?

Im Rest des Kapitels hat Hiob Gottes souveräne Freiheit erläutert, da er tut, was er will, und nicht verpflichtet ist, dem Menschen seine Handlungen zu erklären.

13 Bei Ihm ist Weisheit und Stärke, Sein ist Rat und Verstand!
14 Siehe, wenn Er niederreißt, wird nicht wieder aufgebaut; wenn er über dem Menschen zuschließt, wird nicht wieder geöffnet.
15 Siehe, wenn er die Gewässer zurückhält, so vertrocknen sie; lässt er sie los, so verwüsten sie das Land.
16 Bei ihm ist Macht und Verstand; ihm gehört, wer irregeht und wer irreführt.

Hiob wusste, dass wenn Gott einem Sünder erlaubt, ungestraft weiterzumachen, dies sicherlich nicht daran liegt, dass ihm die Fähigkeit dazu fehlt, sondern dass es einen anderen Grund gibt, der außerhalb unseres Verständnisses liegt.

Paulus hatte wahrscheinlich diese Aussage im Sinn, als er geschrieben hat:

Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich über alle erbarme. O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? – Römer 11,32-34

Hiob ist mit einer ganzen Liste von Beispiele fortgefahren:

17 Er führt die Ratgeber beraubt hinweg und macht Richter zu Narren.
18 Die Herrschaft der Könige löst er auf und schlingt eine Fessel um ihre Lenden.
19 Er führt die Priester beraubt hinweg und stürzt die Festgegründeten um.
20 Er nimmt den Wohlbewährten die Sprache weg und raubt den Alten die Urteilskraft.
21 Er schüttet Verachtung über die Edlen und löst den Gürtel der Starken.
22 Er enthüllt, was im Finstern verborgen liegt, und zieht den Todesschatten ans Licht.
23 Er macht Völker groß, und er vernichtet sie; er breitet die Völker weit aus, und er führt sie weg.
24 Den Häuptern des Volkes im Land nimmt er den Verstand und lässt sie irren in pfadloser Wüste;
25 sie tappen in Finsternis ohne Licht; er lässt sie taumeln wie Betrunkene.

Auch hier ist es Paulus, der uns einen Hinweis darauf gibt, warum Gott das Böse weiterbestehen lässt.

Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat. – Apostelgeschichte 17,30-31

Weiß ich, warum Gott das Böse zulässt? Nein, aber ich muss es auch nicht wirklich wissen. Ich muss ihm nur vertrauen, dass alles, was er tut, zu meinem Besten dient.