Geben und Gottes Segen

1. Chronik 29,9-19

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​10 Und David lobte den HERRN vor der ganzen Gemeinde und sprach: Gelobt seist du, o HERR, du Gott unseres Vaters Israel, von Ewigkeit zu Ewigkeit!
11 Dein, o HERR, ist die Majestät und die Gewalt und die Herrlichkeit und der Glanz und der Ruhm! Denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein. Dein, o HERR, ist das Reich, und du bist als Haupt über alles erhaben!
12 Reichtum und Ehre kommen von dir! Du herrschst über alles; in deiner Hand stehen Kraft und Macht; in deiner Hand steht es, alles groß und stark zu machen!
13 Und nun, unser Gott, wir danken dir und rühmen deinen herrlichen Namen.

Alles gehört dem HERRN

denn mir gehören alle Tiere des Waldes, das Vieh auf tausend Bergen. – Psalm 50,10

14 Denn was bin ich, und was ist mein Volk, dass wir Kraft haben sollten, in solcher Weise freiwillig zu geben? Denn von dir kommt alles, und aus deiner eigenen Hand haben wir dir gegeben.
15 Denn wir sind Fremdlinge und Gäste vor dir, wie alle unsere Väter. Unser Leben auf Erden ist wie ein Schatten und bleibt nicht bestehen.
16 HERR, unser Gott, dieser ganze Reichtum, den wir bereitgestellt haben, um dir ein Haus zu bauen für deinen heiligen Namen, kommt von deiner Hand, und alles gehört dir.

Alles kommt vom HERRN

Ich aber habe mit all meiner Kraft für das Haus meines Gottes beschafft: Gold für goldene, Silber für silberne, Erz für eherne, Eisen für eiserne, Holz für hölzerne Geräte, Onyxsteine und Steine für Einfassungen, Steine zur Verzierung und farbige Steine und allerlei Edelsteine und weiße Marmorsteine in Menge. – 1. Chronik 29,2

17 Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und an Aufrichtigkeit hast du Wohlgefallen; darum habe ich dies alles in Aufrichtigkeit meines Herzens freiwillig gegeben; und ich habe jetzt mit Freuden gesehen, wie dein Volk, das sich hier befindet, dir bereitwillig gegeben hat.
18 HERR, du Gott unserer Väter Abraham, Isaak und Israel, bewahre ewiglich solchen Sinn und Gedanken im Herzen deines Volkes, und richte ihr Herz fest auf dich!
19 Und gib meinem Sohn Salomo ein ungeteiltes Herz, dass er deine Gebote, deine Zeugnisse und deine Satzungen bewahre und alles ausführe, und dass er diesen Bau errichte, den ich vorbereitet habe!

Gott sieht das Herz des Gebenden

Und wer ist nun willig, heute seine Hand für den HERRN zu füllen? – 1. Chronik 29,5b

Grundsätze des Gebens

    • Verhältnismäßig

An jedem ersten Wochentag lege jeder unter euch etwas beiseite und sammle, je nachdem er Gedeihen hat, damit nicht erst dann die Sammlungen durchgeführt werden müssen, wenn ich komme. – 1. Korinther 16,2

    • Aus dem, was man hat

Denn wo die Bereitwilligkeit vorhanden ist, da ist einer wohlgefällig entsprechend dem, was er hat, nicht entsprechend dem, was er nicht hat. – 2. Korinther 8,12

    • Opferbereit

Und Jesus setzte sich dem Opferkasten gegenüber und schaute zu, wie die Leute Geld in den Opferkasten legten. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Groschen. Da rief er seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten gelegt als alle, die eingelegt haben. Denn alle haben von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt. – Markus 12,41-44

    • Großzügig

Das aber [bedenkt]: Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. – 2. Korinther 9,6

    • Freiwillig

Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! – 2. Korinther 9,7

Gottes Antwort

    • Er öffnet die Fenster des Himmels und schüttet Segen aus.

Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde! – Maleachi 3,10

    • Er gibt dem Gebenden zurück in überströmendem Maß.

Gebt, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes und gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß schütten. Denn mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumesst, wird euch wieder zugemessen werden. – Lukas 6,38

    • Er lässt den reichlich ernten, der reichlich sät.

Das aber [bedenkt]: Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. – 2. Korinther 9,6

    • Er versorgt uns mit allem, was wir brauchen, damit wir zu jedem guten Werk überreich sein können.

Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, sodass ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk, wie geschrieben steht: »Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit besteht in Ewigkeit«. Er aber, der dem Sämann Samen darreicht und Brot zur Speise, er möge euch die Saat darreichen und mehren und die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen, sodass ihr in allem reich werdet zu aller Freigebigkeit, die durch uns Gott gegenüber Dank bewirkt. – 2. Korinther 9,8-11

    • Er wird alle unsere Bedürfnisse ausfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit.

Mein Gott aber wird allen euren Mangel ausfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. – Philipper 4,19

9 Und das Volk freute sich über ihr freiwilliges Geben; denn sie gaben es dem HERRN von ganzem Herzen, freiwillig. Und auch der König David war hocherfreut.

Wer gehört zum Volk Gottes?

Jesaja 56,3-12

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Rückblick auf Jesaja 56,1–2

In Jesaja 56,1–2 ruft der HERR sein Volk dazu auf, das Recht zu bewahren, Gerechtigkeit zu üben und seinen Bund festzuhalten.

Dabei sind wir besonders auf den Ausdruck „Menschensohn“ gestoßen.

Das hebräische ben-adam bezeichnet zunächst den Menschen, den sterblichen, schwachen und vergänglichen Menschen.

Doch wenn wir die verschiedenen Stellen des Alten Testaments betrachten, in denen dieser Ausdruck vorkommt, erkennen wir eine bemerkenswerte Entwicklung, die schließlich in Christus ihre vollkommene Erfüllung findet.

Der Menschensohn

    • ist anders als gewöhnliche Menschen,
    • wurde in unserer menschlichen Gestalt erniedrigt,
    • ihm sind alle Dinge untergeordnet,
    • auf ihn achtet Gott,
    • er hat den Tod besiegt,
    • ergreift den Bund Gottes,
    • kommt in Herrlichkeit.

Das ist der Menschensohn, den wir in der Schrift sehen: wahrer Mensch, erniedrigt und leidend, vollkommen gehorsam, Sieger über den Tod und schließlich der verherrlichte Herrscher über alle Völker.

Und nun führt uns Jesaja 56 zu einer weiteren Frage. In Vers 2 wurde der Menschensohn als derjenige beschrieben, der den Bund Gottes ergreift. Aber wer darf diesen Bund ergreifen? Wer darf zum Volk Gottes gehören?

 3a Und der Fremdling, der sich dem HERRN angeschlossen hat, soll nicht sagen: Der HERR wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen!

Der Fremde wird aufgenommen

„Der sich dem HERRN angeschlossen hat“ wird aufgenommen.

Es ist ja kein Unterschied zwischen Juden und Griechen: Alle haben denselben Herrn, der reich ist für alle, die ihn anrufen, denn: »Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«. – Römer 10,12-13

Der „soll nicht sagen: Der HERR wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen!“

Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft bist und mit Anteil bekommen hast an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums, so überhebe dich nicht gegen die Zweige! Überhebst du dich aber, [so bedenke]: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich! – Römer 11,17-18

Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«. Ganz recht! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! – Römer 11,19-20

3b Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum!
4 Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir gefällt, und an meinem Bund festhalten,
5 denen will ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter; ich will ihnen einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.

Der Ausgestoßene wird angenommen

So spricht der HERR: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um geoffenbart zu werden. – Jesaja 56,1

Die, „die meine Sabbate halten und erwählen, was mir gefällt, und an meinem Bund festhalten…“

Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das daran festhält: der den Sabbat hält, um ihn nicht zu entweihen, und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun! – Jesaja 56,2

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. – Psalm 1,1-2

Der „soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum!“

Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. – Psalm 1,3

Er wird ihnen in seinem Haus und in seinen Mauern einen Platz geben.

Er wird ihnen „einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter.“

Ja, er wird „ihnen einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.“

6 Und die Fremdlinge, die sich dem HERRN anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben [und] um seine Knechte zu sein, und alle, die darauf achten, den Sabbat nicht zu entheiligen, und die an meinem Bund festhalten,
7 die will ich zu meinem heiligen Berg führen und sie in meinem Bethaus erfreuen; ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden.

Er wird ihnen zu seinem heiligen Berg führen und sie in seinem Bethaus erfreuen.

„…ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar…“

Das Haus Gottes soll ein Bethaus für alle Völker!

Was haben Menschen aus dem Haus Gottes gemacht?

Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und begann die hinauszutreiben, die im Tempel verkauften und kauften; und er stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle der Taubenverkäufer. Und er ließ nicht zu, dass jemand ein Gerät durch den Tempel trug. Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: »Mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! – Markus 11,15-17

Ist es wirklich ein Haus des Gebets und der Anbetung geworden, oder wird es manchmal zu einem Ort für Unterhaltung, Selbstdarstellung, Geschäfte oder menschliche Interessen?

Haben wir den Respekt vor dem Haus Gottes, den wir haben sollten?

Wie verhalten wir uns, wenn wir zum Gottesdienst kommen?

Kommen wir mit der Haltung: „Ich komme, um dem HERRN zu begegnen und Ihn anzubeten“, oder behandeln wir die Zusammenkunft wie irgendeine andere Veranstaltung?

Welche Einstellung bringen wir mit?

Kommen wir vorbereitet mit einem Herzen, das Gott dienen und auf Sein Wort hören will?

Ist unser Gottesdienst auf den HERRN ausgerichtet oder auf uns selbst?

Ist das Haus Gottes für uns ein Haus des Gebets?

Wenn der HERR heute in unsere Gemeinde käme und sehen würde, was wir mit Seinem Haus machen, würde Er darin das finden, wofür es bestimmt ist?

8 GOTT, der Herr, der die Verstoßenen Israels sammelt, spricht: Ich will noch mehr zu ihm sammeln, zu seinen Gesammelten!

Der Herr sammelt die Zerstreuten

Geh schnell hinaus auf die Gassen und Plätze der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein! – Lukas 14,21

Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; es ist aber noch Raum da! Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus an die Landstraßen und Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde! – Lukas 14,22-23

Sind wir damit zufrieden, dass die Gemeinde versammelt ist, oder haben wir den Wunsch, dass noch andere hinzukommen?

Beten wir regelmäßig dafür, dass der HERR Menschen zu sich zieht und uns gebraucht, sie einzuladen?

Wen könnten wir diese Woche einladen?

Wenn der HERR Menschen zu sich sammeln will, sind wir bereit, hinauszugehen und sie einzuladen?

Die Hirten versagen

Dieser Abschnitt endet mit einer ernsten Anklage gegen die Hirten Israels.

Zugleich ist diese Anklage eine Warnung an jeden, dem der HERR Verantwortung für sein Volk anvertraut hat.

9 Kommt alle her, ihr Tiere auf dem Feld, um zu fressen, alle ihr Tiere im Wald!
10 Seine Wächter sind blind; sie wissen alle nichts; stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können; sie liegen träumend da, schlafen gern.

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat! Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; – Apostelgeschichte 20,28-30

11 Doch sie sind auch gierige Hunde, die nicht wissen, wann sie genug haben; und sie, die Hirten, verstehen nicht aufzupassen; sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, jeder sieht auf seinen Gewinn, ohne Ausnahme.
12 »Kommt her«, sagen sie, »ich will Wein holen, lasst uns Rauschtrank saufen, und morgen soll es gehen wie heute, ja noch viel großartiger!«

Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; – 1. Petrus 5,8

 

Ein schreiendes Herz

1. Samuel 22,1-2

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1 Und David ging von dort weg und entkam in die Höhle Adullam. Als das seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters hörten, kamen sie dorthin zu ihm hinab.
2 Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden waren, und alle, die ein verbittertes Herz hatten, und er wurde ihr Oberster, und sie hielten es mit ihm, etwa 400 Mann.

Psalm 142
​1 Ein Maskil von David, als er in der Höhle war. Ein Gebet.
2 Ich schreie mit meiner Stimme zum HERRN, ich flehe mit meiner Stimme zum HERRN.
3 Ich schütte meine Klage vor ihm aus und verkünde meine Not vor ihm.

David bringt seine Not vor Gott

    • Er schreit mit seiner Stimme.

Dies ist ein verzweifelter Hilferuf.

Hast du schon einmal so verzweifelt zu Gott geschrien?

    • Er fleht mit seiner Stimme um Gnade.

Das hebräische Wort bedeutet, um Gnade zu flehen.

Wir können wie David in unserer Not zu Gott kommen und ihn um Gnade bitten.

    • Er schüttet seine Klage aus.

David hält seine inneren Gedanken und Gefühle nicht zurück. Er schüttet sein Herz vor Gott aus.

Bist du von Trauer, Angst oder Sorge überwältigt? Komm wie David zu Gott und schütte dein Herz vor ihm aus.

    • Er tut seine Not kund.

Er macht seine konkrete Not vor Gott bekannt.

Sei offen und sage Gott genau, was dich belastet.

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. – 1. Petrus 5,7

4 Wenn mein Geist in mir verzagt ist, so kennst du doch meinen Pfad; auf dem Weg, den ich wandeln soll, haben sie mir heimlich eine Schlinge gelegt.

David weiß: Gott kennt seinen Weg

    • David ist verzagt: „Mein Geist ist verzagt in mir.“

Wenn du nicht weißt, was morgen kommt, weiß Gott es.

    • David sieht die Schlinge: „Auf dem Weg, den ich wandeln soll, haben sie mir heimlich eine Schlinge gelegt.“

Wenn du nur die Schlinge siehst, sieht Gott den ganzen Weg.

    • David sieht den Weg nicht – aber Gott sieht den Weg.

Du musst deinen Weg nicht kennen, wenn du den kennst, der deinen Weg kennt.

    • David versteht seine Lage nicht – aber Gott kennt seinen Pfad.

Wenn du den Weg nicht verstehst, kennt Gott deinen Pfad.

5 Ich schaue zur Rechten, siehe, da ist keiner, der mich kennt; jede Zuflucht ist mir abgeschnitten, niemand fragt nach meiner Seele!

David sieht, was ihm fehlt

    • Es scheint ihm, dass niemand ihn kennt.

Wenn Menschen dich nicht verstehen oder niemand deine Not kennt, kennt Gott dich vollkommen.

    • Es scheint ihm, dass jede menschliche Zuflucht abgeschnitten ist.

Wenn alle menschlichen Zufluchten versagen, bleibt Gott.

    • Es scheint ihm, dass niemand nach ihm fragt.

Wie tröstlich ist es zu wissen, dass jemand nach dir fragt. Gott fragt immer nach dir. Er sieht dich, er kennt deine Not, und er sorgt für dich.

6 Ich schreie, o HERR, zu dir; ich sage: Du bist meine Zuflucht, mein Teil im Land der Lebendigen!

David findet seine Zuflucht in Gott

    • „Du bist meine Zuflucht“
    • „Du bist mein Teil im Land der Lebendigen“

Was für ein Trost ist es zu wissen, dass wir mit all unseren Nöten jederzeit zu ihm kommen können.

7 Höre auf mein Wehklagen, denn ich bin sehr schwach; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig!
8 Führe meine Seele aus dem Kerker, dass ich deinen Namen preise! Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohlgetan hast.

David erwartet Gottes Hilfe

    • David bittet Gott, sein Wehklagen zu hören.

David ist sehr schwach und weiß, dass er Gottes Hilfe braucht.

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! – Matthäus 11,28

    • David bittet Gott um Errettung.

Deine Feinde mögen zu mächtig für dich sein, aber sie sind nicht zu mächtig für Gott.

    • David vertraut auf Gottes Güte.

Das Herz, das zu Gott schreit, wird schließlich einen Grund haben, Gott zu loben.

Schau dir den letzten Satz an: „Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohlgetan hast.“

Achte auf die Verbindung zu 1. Samuel 22.

1 Und David ging von dort weg und entkam in die Höhle Adullam. Als das seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters hörten, kamen sie dorthin zu ihm hinab.
2 Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden waren, und alle, die ein verbittertes Herz hatten, und er wurde ihr Oberster, und sie hielten es mit ihm, etwa 400 Mann.

David hatte gesagt: „Niemand fragt nach meiner Seele!“ Aber Gott brachte ihm 400 Männer, die sich um ihn sammelten.

    • Seine Familie
    • Menschen mit untragbaren Schulden
    • Menschen mit einem schwer bedrückten Herzen
    • Einige von ihnen wurden später als Davids Helden bezeichnet.

 

Prinzipien, Überzeugungen und Standards

Wie biblische Wahrheit unser tägliches Leben bestimmt

Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, dass er sich nicht verunreinigen müsse. – Daniel 1,8

Biblische Prinzipien → persönliche Überzeugungen → praktische Standards → konsequentes Leben

Prinzipien – Was lehrt die Bibel?

 Ein Prinzip ist eine zeitlose Wahrheit aus der Heiligen Schrift, die unsere Gedanken und unser Handeln leiten kann.

Daniel lebte in einer fremden Kultur, unter einer heidnischen Regierung und unter starkem Anpassungsdruck. Doch seine Umgebung bestimmte nicht seine Maßstäbe – Gottes Wort tat es. (2. Tim. 3,16-17; Philipper 1,9-10a)

Überzeugungen – Was bedeutet dieses Prinzip für mich?

 Eine Überzeugung ist eine feste persönliche Gewissheit darüber, wie ein biblisches Prinzip in einem bestimmten Lebensbereich anzuwenden ist.

Daniel „nahm sich in seinem Herzen vor“ (Dan. 1,8).

Er hatte nicht einfach eine allgemeine Kenntnis von Gottes Wahrheit. Er hatte daraus eine persönliche Überzeugung entwickelt. (Römer 14,5.22-23)

Er fragte nicht: „Was machen die anderen?“, sondern: „Was werde ich tun?“ (1. Thes. 5,21-22)

Eine biblische Überzeugung:

    • beruht auf biblischen Prinzipien,
    • stimmt mit der gesamten Bibel überein,
    • widerspricht keinem klaren Gebot Gottes,
    • ist mehr als eine bloße persönliche Vorliebe.

Standards – Wie werde ich diese Überzeugung praktisch leben?

Ein Standard ist eine konkrete Regel, Erwartung oder Praxis für einen bestimmten Lebensbereich, die auf biblischen Prinzipien und daraus gewonnenen Überzeugungen beruht.

Standards helfen uns, Entscheidungen im Voraus zu treffen

Eine vorher getroffene Entscheidung hilft mir, eine spätere Versuchung zu bewältigen.

Weitere biblische Beispiele:

    • Hiob – Reinheit (Hiob 31,1)
    • Joseph – Versuchung ( Mose 39,7–12)
    • Paulus – Christliche Freiheit (1. Korinther 8,9–13)
    • Daniel – Gebet (Daniel 6,10)

Eine Warnung vor zwei Extremen

Extrem 1: Meine Standards werden zu Gottes Geboten (Markus 7,7)

Das heißt Gesetzlichkeit.

Extrem 2: Ich habe keine Standards (Richter 21,25) „Die Bibel sagt es nicht ausdrücklich, also kann ich machen, was ich will.“

Das heißt Anarchie.

Der biblische Weg:

    • Die Schrift ist unsere Autorität.
    • Biblische Prinzipien formen unsere Überzeugungen.
    • Überzeugungen führen zu praktischen Standards.
    • Standards helfen uns, konsequent zu leben.

Frage: Welche Bereiche meines Lebens werden tatsächlich durch die Prinzipien der Bibel bestimmt?

Gottes Ordnung folgen

Korinther 11,1-16

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​1 Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin!

Folge Christus

Vom HERRN werden die Schritte des Mannes bestätigt, wenn Ihm sein Weg gefällt. Fällt er, so wird er nicht hingestreckt liegen bleiben; denn der HERR stützt seine Hand. – Psalm 37,23-24

Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. – 1. Petrus 2,21

Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. – 1. Johannes 2,6

2 Ich lobe euch, Brüder, dass ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe.

Folge dem Wort

So steht denn nun fest, ihr Brüder, und haltet fest an den Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch ein Wort oder durch einen Brief von uns. – 2. Thessalonicher 2,15

Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige. – Psalm 119,11

Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren. – 2. Timotheus 2,2

 Folge der von Gott bestimmten Ordnung

3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus.

Das Prinzip der Hauptschaft

    • Christus ist das Haupt des Mannes

Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. – Kolosser 1,15-18

    • Der Mann ist das Haupt der Frau

Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. – 1. Timotheus 2,13

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! – 1. Mose 2,18

    • Gott ist das Haupt Christi

Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allen sei. – 1. Korinther 15,28

4 Jeder Mann, der betet oder weissagt und etwas auf dem Haupt hat, schändet sein Haupt.
5 Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt, schändet ihr Haupt; es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre!
6 Denn wenn sich eine Frau nicht bedecken will, so soll ihr auch das Haar abgeschnitten werden! Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich bedecken.

Die praktische Ausübung der Hauptschaft

    • Männer und Frauen konnten weissagen.

Das Weissagen ist dabei vom pastoralen Lehr- und Leitungsamt zu unterscheiden.

Was beinhaltet das Weissagen?

Das Weissagen diente zur:

    • Erbauung – zum Aufbau der Gläubigen
    • Ermahnung – zur Ermutigung und Aufforderung zum richtigen Handeln
    • Tröstung – zur Stärkung und Aufrichtung
    • Offenbarung – zur Weitergabe einer von Gott gegebenen Botschaft

Der offenbarende Aspekt des Weissagens gehörte zur damaligen prophetischen Gabe; die erbauende, ermahnende und tröstende Funktion bleibt jedoch ein wichtiger Bestandteil des Dienstes der Gemeinde.

    • Der Mann ehrt sein Haupt
    • Die Frau ehrt ihr Haupt
    • Die Unterscheidung soll sichtbar sein

7 Denn der Mann darf das Haupt nicht bedecken, weil er Gottes Bild und Ehre ist; die Frau aber ist die Ehre des Mannes.
8 Denn der Mann kommt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann;
9 auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen.
10 Darum soll die Frau [ein Zeichen der] Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.

Die Begründung der Hauptschaft

    • Der Mann ist das Ebenbild und die Herrlichkeit Gottes

An dem Tag, als Gott den Menschen schuf, machte er ihn Gott ähnlich; – 1. Mose 5,1b

    • Die Frau ist die Herrlichkeit des Mannes

Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll »Männin« heißen; denn vom Mann ist sie genommen! – 1. Mose 2,23

    • Die Engel erkennen Gottes Ordnung

»Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!« –Hebräer 1,6b

11 Doch ist im Herrn weder der Mann ohne die Frau, noch die Frau ohne den Mann.
12 Denn gleichwie die Frau vom Mann [kommt], so auch der Mann durch die Frau; aber alles [kommt] von Gott.

Das Gleichgewicht der Hauptschaft

    • Mann und Frau brauchen einander

Die Frau wurde aus einer Rippe aus der Seite Adams gemacht; nicht aus seinem Haupt, um über ihn zu herrschen, noch aus seinen Füßen, um von ihm zertreten zu werden, sondern aus seiner Seite, um ihm zur Seite zu stehen, unter seinem Arm, um beschützt zu werden, und nahe an seinem Herzen, um geliebt zu werden. – Matthew Henry

    • Beide kommen von Gott

13 Urteilt bei euch selbst, ob es schicklich ist, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet!
14 Oder lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, langes Haar zu tragen?
15 Dagegen ist es für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar trägt; denn das lange Haar ist ihr anstelle eines Schleiers gegeben.
16 Wenn aber jemand rechthaberisch sein will — wir haben eine solche Gewohnheit nicht, die Gemeinden Gottes auch nicht.

Die Bestätigung der Hauptschaft

    • Betrachtet, was sich geziemt
    • Betrachtet, was die Natur lehrt
      • Das Haar soll den Mann von der Frau unterscheiden
      • Das Haar ist der Frau zur Ehre gegeben
    • Betrachtet die Praxis der Gemeinden

Erkenne Gottes Ordnung

— Gott hat eine Ordnung für Mann und Frau bestimmt.

Erkenne unsere gegenseitige Abhängigkeit

— Mann und Frau brauchen einander; beide kommen von Gott.

Ehre Gottes Ordnung

— Gottes Ordnung ist nicht zur Erniedrigung, sondern zur Ehre Gottes.

Halte dich an Gottes Wort

— Wir richten unser Verhalten nicht nach persönlicher Meinung, sondern nach Gottes Offenbarung.

Folge Christus

— „Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin!“

 

Der Menschensohn

Jesaja 56

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1 So spricht der HERR: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um geoffenbart zu werden.
2 Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das daran festhält: der den Sabbat hält, um ihn nicht zu entweihen, und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun!

Der Ausdruck ben-adam, wörtlich „Sohn des Menschen“, wird oft im Alten Testament mit „Menschensohn“ oder „Menschenkind“ übersetzt und bezeichnet zunächst den gewöhnlichen Menschen – den sterblichen, schwachen Menschen.

Doch in den sechs Stellen, die wir betrachten werden, finden wir zugleich Gedanken, die ihre vollkommene Erfüllung in Christus finden. Nicht jede dieser Stellen ist eine unmittelbare messianische Weissagung.

Aber jede hilft uns, besser zu verstehen, was Jesus meint, wenn Er sich selbst „den Menschensohn“ nennt.

Der Menschensohn, der anders ist als gewöhnliche Menschen

Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind (ben-adam), dass ihn etwas gereuen würde. – 4. Mose 23,19a

Der Mensch lügt und wandelt sich; Gott nicht.

Arten, wie Menschen lügen

    • Direkte Lüge – Etwas Unwahres als Wahrheit darstellen.
    • Halbwahrheit – Etwas Wahres sagen, aber einen wichtigen Teil verschweigen.
    • Falsches Versprechen – Etwas versprechen, obwohl man nicht vorhat, es zu halten.
    • Schuldabwälzung – Die Wahrheit verdrehen, um die eigene Verantwortung auf jemand anderen abzuwälzen.

Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns… – Johannes 1,14

Christus wurde wahrhaft Mensch, ohne ein sündiger, unzuverlässiger Mensch zu werden.

Er ist der treue Menschensohn – der wahre Mensch, der vollkommen das erfüllt, wozu der Mensch geschaffen wurde.

Daraus ergibt sich eine tiefgründige christologische Spannung:

    • Mose 23: Gott ist kein Mensch.
    • Neues Testament: Gott wurde Mensch.

Und die Menschlichkeit Christi tat Seiner göttlichen Treue keinen Abbruch. Er ist der Menschensohn, und doch vollbringt Er vollkommen das, wozu gewöhnliche Menschensöhne nicht imstande sind.

Der Menschensohn, der mehr ist als ein sterblicher Mensch

— wie viel weniger der Sterbliche, die Made, und das Menschenkind (ben-adam), der Wurm! – Hiob 25,6

Hier unterstreicht „Menschensohn“ die menschliche Schwäche, Nichtigkeit und Sterblichkeit.

Christus nimmt diesen Zustand auf sich.

sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. – Philipper 2,7-8

Derjenige, der letztlich über alles erhaben ist, begibt sich freiwillig in den Zustand, der durch Hiobs „Menschensohn“ repräsentiert wird.

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. – Psalm 22,7

Psalm 22 wird im neutestamentlichen Bericht von der Kreuzigung ausdrücklich auf Christus bezogen.

So findet die biblische Vorstellung vom unbedeutenden, leidenden Menschen in der Erniedrigung und dem Leiden Christi ihren vollendeten Ausdruck.

Der Menschensohn, dem Gott alle Dinge unterordnet

Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest? – Psalm 8,5

Diese Stelle ist eindeutig messianisch.

Hebräer 2 zitiert die Stelle ausführlich und erklärt, dass wir zwar noch nicht sehen, dass dem Menschen alles unterworfen ist, wir aber „Jesus sehen“ (Hebräer 2,8–9).

Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht… – Psalm 8,6-7

Christus ist also der wahre Mensch – der Mensch, der Gottes ursprüngliche Absicht für die Menschheit erfüllt.

Der Menschensohn, auf den Gott achtet

HERR, was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest? – Psalm 144,3

Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Geringfügigkeit des Menschen.

Der Mensch gleicht einem Hauch, seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten! – Psalm 144,4

Christus blickt nicht bloß auf die Menschenkinder herab. Er wird einer von ihnen.

Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, sind alle von einem. Aus diesem Grund schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen… – Hebräer 2,11

Der Menschensohn, der den Tod besiegt

Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind (ben-adam), das wie Gras dahingegeben wird – Jesaja 51,12b

Hier wird „Menschensohn“ ausdrücklich mit Sterblichkeit in Verbindung gebracht.

Jesus verwendet wiederholt den Titel „Menschensohn“ im Zusammenhang mit seinem Tod und seiner Auferstehung:

…der Sohn des Menschen müsse viel leiden… und getötet werden und nach drei Tagen wiederauferstehen. – Markus 8,31

Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tag auferstehen. – Markus 9,31

Denn auch der Sohn des Menschen ist… gekommen… sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. – Markus 10,45

Der gesegnete Menschensohn, der Gottes Bund ergreift

Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind (ben-adam), das daran festhält: der den Sabbat hält, um ihn nicht zu entweihen, und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun! – Jesaja 56,2

Hier ist der „Menschensohn“ der Mensch, der den Bund Gottes ergreift und Ihm gehorcht.

Christus ist unser Vorbild. Er sagt:

der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt. – Johannes 8,29

…ich [habe] die Gebote meines Vaters gehalten… – Johannes 15,10

Doch es liegt noch etwas Tieferes darin. Jesus macht sich den Bund nicht bloß für sich selbst zu eigen. Er wird zum Mittler des Bundes.

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut… – Lukas 22,20

So spricht der HERR: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um geoffenbart zu werden. – Jesaja 56,1

Somit stellt Jesaja 56 den gesegneten Menschensohn als den gehorsamen Bundesträger dar; Christus ist der vollkommen gehorsame Menschensohn, durch den der Bundessegen andere erreicht.

Der Menschensohn, der in Herrlichkeit kommt

Die sechs untersuchten Textstellen belegen die gewöhnliche biblische Bedeutung:

Menschensohn = Mensch, sterblicher Mensch, schwacher Mensch.

Doch plötzlich greift Daniel genau dieses Konzept auf und stellt es auf den Kopf:

Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. – Daniel 7,13

Er empfängt:

    • Herrschaft
    • Herrlichkeit
    • ein Königreich
    • alle Völker, Nationen und Sprachen
    • eine ewige Herrschaft

Die biblische Entwicklungslinie sieht also etwa so aus:

    • Menschensohn → sterblicher Mensch
    • Menschensohn → schwacher und unbedeutender Mensch
    • Menschensohn → Mensch, der unter Gottes Heilsplan steht
    • Menschensohn → leidender und sterbender Mensch
    • Menschensohn → gehorsamer Mensch des Bundes
    • Menschensohn → verherrlichter Herrscher über alle Völker

Und Jesus beansprucht diesen Titel ganz bewusst für sich selbst.

Deshalb ist „Menschensohn“ ein so tiefgründiger Titel für Christus. Er umfasst beide Seiten seiner Identität:

Er ist wahrhaftig der Menschensohn – vollkommen Mensch, leidend, sterblich und gehorsam.

Und er ist der Menschensohn aus Daniel 7 – der mit den Wolken kommt, das Reich empfängt und über alle Völker herrscht.

ein schmerzendes Herz

1. Samuel 21,11-16 & Psalm 56

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11 Und David machte sich auf und floh an jenem Tag vor Saul und kam zu Achis, dem König von Gat.

Warum ist David überhaupt nach Gat gegangen?

    • Er hatte gerade Goliaths Schwert aus dem Heiligtum von Nob geholt.
    • Vielleicht führte Davids Weg nach Gat noch einmal durch das Tal Ela – den Ort, an dem der HERR einst Großes an ihm getan hatte.
    • Dort hatte David Goliath gegenübergestanden und erlebt, dass der HERR ihn errettete.
    • Nun war er auf der Flucht vor Saul – und hatte gerade Goliaths Schwert bei sich; vielleicht musste es geschärft werden (und wer hätte es besser schärfen können als die Philister?).
    • Es ist bemerkenswert: Hinter dem Tal Ela lag Gat, die Heimat Goliaths. David floh geradewegs in die Stadt des Mannes, den er einst im Vertrauen auf den HERRN besiegt hatte.
    • Höchstwahrscheinlich ging er gerade deshalb nach Gat, weil Saul nicht erwarten würde, dass er dorthin fliehen würde.
    • David fürchtete sich offenbar mehr vor Saul als vor Gat und seinen Philistern.

Glaubte er wirklich, er würde nicht erkannt werden?

12 Da sprachen die Knechte des Achis zu ihm: Ist das nicht David, der König des Landes? Ist das nicht der, von welchem sie im Reigen sangen: »Saul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende«?
13 Diese Worte nahm sich David zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem König von Gat.

Etwa zu diesem Zeitpunkt kamen David die Worte von Psalm 56 in den Sinn.

Psalm 56
1 Dem Vorsänger. Nach [der Melodie]: »Die stumme Taube unter den Fremden.« Ein Miktam Davids; als ihn die Philister in Gat ergriffen.

Selbst der Name des Liedes ist von Bedeutung. „Die stumme Taube unter den Fremden“.

Er wollte nicht, dass dieser Psalm in Vergessenheit gerät: „Ein Miktam“ bedeutet, dass er in Stein gemeißelt werden soll.

In 1. Samuel 21 heißt es, dass David sich die Worte zu Herzen nahm und dass er zudem Angst vor dem König von Gat hatte.

2 O Gott, sei mir gnädig, denn der Mensch wütet gegen mich; den ganzen Tag bekriegt und bedrängt er mich!
3 Meine Widersacher wüten gegen mich den ganzen Tag, ja, viele bekriegen mich voller Hochmut.

Seine Klage

Hier sehen wir ein Vorbild von Jesus Christus

    • Er wurde von Menschen bedrängt,
    • unaufhörlich angegriffen,
    • von vielen Feinden umringt,
    • mit Feindseligkeit und Hochmut behandelt,
    • und doch ruft er zu Gott um Erbarmen.

4 Wenn mir angst ist, vertraue ich auf dich!
5 In Gott will ich rühmen sein Wort; auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht; was kann ein Mensch mir antun?

Sein Vertrauen auf Gott

Am Donnerstag haben wir im Kids Klub Vers 4 am Bildschirm gezeigt. Ein Kind meinte danach, wir sollten diesen Vers auswendig lernen. Wahrscheinlich, weil er so kurz ist! Aber es ist eine große Wahrheit. Ob ein Kind Angst vor Monstern unter dem Bett hat, wir uns um ein krankes Kind sorgen oder nicht wissen, wie wir über die Runden kommen – „Wenn ich mich fürchte, so vertraue ich auf dich.“ Das gilt für Kinder – und für uns alle.

Ich kann seinem Wort vertrauen.

Ich brauche nichts zu fürchten, denn er ist immer bei mir.

6 Täglich verdrehen sie meine Worte, auf mein Unglück gehen alle ihre Gedanken;
7 sie rotten sich zusammen, verbergen sich; sie beobachten meine Tritte, weil sie auf mein Leben lauern.
8 Sollten sie bei ihrer Bosheit entkommen? O Gott, stürze die Völker nieder im Zorn!

Seine Bedrängnis und sein Flehen

Sie nahmen seine Worte und verdrehten sie, um sie gegen ihn zu verwenden. Dasselbe taten sie mit Jesus.

All ihre Gedanken drehten sich darum, wie sie ihn vernichten könnten. Genauso verhielten sie sich auch gegenüber Jesus.

Sie beobachteten jeden seiner Schritte und suchten nach einer Möglichkeit, ihn zu Fall zu bringen. Genau das hatten sie auch mit Jesus getan.

David fragte, wie man so etwas ungestraft lassen könne. Jesus sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

 9 Du zählst, wie oft ich fliehen muss; sammle meine Tränen in deinen Schlauch! Stehen sie nicht in deinem Buch?

Oder „Du zählst, wie oft ich unruhig bin“ – oder, wie manche es verstehen, „Du zählst, wie oft ich mich schlaflos hin und her wälze.“

Gott kennt jede unserer Tränen und bewahrt sie in seinem Buch auf.

Samuel 21
14 Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und gebärdete sich wie verrückt unter ihren Händen und kritzelte an die Flügel des Stadttores und ließ seinen Speichel in seinen Bart fließen.
15 Da sprach Achis zu seinen Knechten: Ihr seht doch, dass der Mann verrückt ist! Was bringt ihr ihn denn zu mir?
16 Fehlt es mir etwa an Verrückten, dass ihr diesen Mann hergebracht habt, damit er bei mir tobt? Sollte der in mein Haus kommen?

Psalm 56
10 An dem Tag, da ich rufe, weichen meine Feinde zurück; das weiß ich, dass Gott für mich ist.

Genau an dem Tag, als er zu Gott schrie, begannen die Bedrängnisse zu schwinden.

Er wusste aufgrund vergangener und gegenwärtiger Erfahrungen, dass Gott mit ihm war.

11 In Gott will ich rühmen das Wort, im HERRN will ich rühmen das Wort.
12 Auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht; was kann ein Mensch mir antun?

Erneutes Vertrauen auf Gott

Zuvor verwendete er „Elohim“, um auszudrücken, dass er sich auf Gottes Wort rühmt. Nun wiederholt er dies und fügt „Jahwe“ hinzu – den Gott des Bundes.

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? – Römer 8,31

13 Die Gelübde, die ich dir, o Gott, gelobte, liegen auf mir; ich will dir Dankopfer entrichten!
14 Denn du hast meine Seele vom Tod gerettet, meine Füße vom Gleiten, damit ich wandle vor dem Angesicht Gottes im Licht des Lebens.

Sein Dank

Was er zuvor in Nob Gott gelobt hatte, das erneuert er nun und bringt seinen Dank dar.

Gott hatte seine Seele vor dem sicheren Tod gerettet; nun bestand sein tägliches Leben darin, für Ihn zu leben.

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. – Galater 2,20

Wie weit darf ich gehen?

1. Korinther 10,23-33

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Eine Begebenheit mit einem unserer Jungs ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

Er war einmal mit ein paar Freunden unterwegs. Sie fuhren mit ihren Fahrrädern den Abhang von einem Rückhaltebecken hinunter. Sie hatten daraus ein Spiel gemacht: Wer kann am nächsten ans Wasser heranfahren und noch rechtzeitig bremsen, ohne hineinzufallen?

Also ging es immer näher und näher an den Rand.

Und unser Sohn hat verloren.

Er kam nach Hause – von Kopf bis Fuß voller Schlamm.

Ich glaube, manchmal gehen wir mit unserem christlichen Leben genauso um.

Wir fragen: „Wie weit kann ich gehen?“

„Was kann ich mir erlauben?“

„Wie nah kann ich an die Grenze kommen, ohne dass es wirklich Sünde ist?“

Wir suchen nicht den sicheren Abstand. Wir suchen die Grenze.

Und genau diese Einstellung möchte ich heute anhand dieses Textes aus dem 1. Korintherbrief betrachten.

23 Es ist mir alles erlaubt — aber es ist nicht alles nützlich! Es ist mir alles erlaubt — aber es erbaut nicht alles!
24 Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen.

Tue nur, was dem Glauben anderer dient.

Wenn Menschen 1. Korinther 10,23 lesen, denken sie normalerweise an den Vers im Zusammenhang mit der christlichen Freiheit:

„Alles ist erlaubt“ – Wie weit darf ich gehen?

Aber Paulus verschiebt die Fragestellung tatsächlich:
Statt nur zu fragen:

„Alles ist erlaubt“ – Ist es erlaubt?

Fragt er:

„aber nicht alles ist nützlich“ – Ist es nützlich?

„aber nicht alles erbaut“ – Baut es auf?

Die gewöhnliche christliche Auslegung konzentriert sich daher oft auf die Frage: „Was darf ich tun?“ Paulus legt den Schwerpunkt aber vielmehr auf die Frage: „Was ist das Beste für andere und was verherrlicht Gott?“

Aber wir müssen vorsichtig sein. Paulus sagt nicht, dass ein guter Zweck ein falsches Mittel rechtfertigt. Er spricht nicht über Dinge, die Gott verboten hat. Er spricht über Dinge, die erlaubt sind, aber nicht immer nützlich oder erbauend sind.

Das wird besonders deutlich, wenn man weiterliest:

Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen. – 1. Korinther 10,24

Etwas kann nicht nützlich sein, auch wenn es nicht unbedingt Sünde ist. Etwas kann auch nicht erbauen, weil es weder den eigenen Glauben noch den Glauben anderer fördert.

Nicht nützlich (bringt keinen wirklichen Nutzen)

    • Zeitverschwendung
    • Sinnlose Diskussionen
    • Übermäßige Unterhaltung
    • Unnötige Hobbys, die geistliche Prioritäten verdrängen
    • Übermäßige Nutzung sozialer Medien
    • Unmäßigkeit beim Essen oder Trinken
    • Überarbeitung ohne Ruhe
    • Übermäßiges Geldausgeben für Luxus
    • Dinge, die zur Abhängigkeit führen
    • Aktivitäten, die zwar erlaubt sind, aber keinen bleibenden Wert haben

Erbaut nicht (fördert den Glauben nicht)

    • Klatsch und Tratsch
    • Sarkasmus oder verletzende Witze
    • Unbedachte Kritik
    • Liebloses Rechthaben
    • Rücksichtsloser Gebrauch der eigenen Freiheit
    • Streitlust
    • Negatives Reden
    • Weltliche Unterhaltung, die den Sinn von Christus weglenkt
    • Vorbilder oder Einflüsse, die geistlich herunterziehen
    • Entscheidungen, die das Gewissen anderer belasten
    • Alles, was andere zum Straucheln bringen könnte (V. 28–33)
    • Verhalten, das das Zeugnis des Evangeliums schwächt

Der Unterschied

Nicht nützlich fragt: Hilft mir das? Ist es wirklich von Wert?

Erbaut nicht fragt: Hilft es meinem geistlichen Wachstum und dem Wachstum anderer?

Tue nur, was das Gewissen anderer nicht verletzt.

25 Alles, was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, das esst, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen;
26 denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«.
27 Und wenn jemand von den Ungläubigen euch einlädt und ihr hingehen wollt, so esst alles, was euch vorgesetzt wird, und forscht nicht nach um des Gewissens willen.

Nicht jede Verbindung macht etwas unrein.

Das Fleisch gehörte Gott.

„Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt.“

Ich muss nicht jede Kleinigkeit untersuchen, um eine mögliche Verbindung zu finden.

Aber Liebe denkt an andere.

28 Wenn aber jemand zu euch sagt: Das ist Götzenopferfleisch! — so esst es nicht, um dessen willen, der den Hinweis gab, und um des Gewissens willen, denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«.
29 Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des anderen; denn warum sollte meine Freiheit von dem Gewissen eines anderen gerichtet werden?

Das Fleisch war nicht das Problem – die Wirkung auf das Gewissen des anderen war entscheidend.

Wenn jemand dadurch zum Straucheln kommt, verzichte ich freiwillig.

30 Und wenn ich es dankbar genieße, warum sollte ich gelästert werden über dem, wofür ich danke?

Die Frage ist nicht nur: „Darf ich das?“
Sondern: „Hilft es anderen?“

31 Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!

Tue nur, was Gott verherrlicht.

In Vers 23 hat Paulus uns bereits zwei Fragen gegeben:

    • Ist es nützlich?
    • Erbaut es?

Jetzt gibt Paulus uns einen dritten Prüfstein:

    • Verherrlicht es Gott?

Paulus zeigt, dass die höchste Frage nicht nur ist:

    • „Ist es erlaubt?“

Auch nicht nur:

    • „Hilft es anderen?“

Sondern letztendlich:

    • „Bringt es Gott Ehre?“

Unser ganzes Leben – auch die kleinen alltäglichen Entscheidungen – sollen auf dieses Ziel ausgerichtet sein: Gott soll durch unser Verhalten geehrt werden.

32 Gebt weder den Juden noch den Griechen noch der Gemeinde Gottes einen Anstoß,
33 so wie auch ich in allen Stücken allen zu Gefallen lebe und nicht meinen Nutzen suche, sondern den der vielen, damit sie gerettet werden.

Tue nur, was das Evangelium nicht hindert.

Paulus hatte nicht das Ziel, allen Menschen zu gefallen.

Er wollte nicht Kompromisse mit der Wahrheit eingehen.

Er wollte Hindernisse für das Evangelium entfernen.

Meine Freiheit darf niemals wichtiger sein als die Rettung anderer.

Die letzte Frage ist nicht:

    • „Was bekomme ich?“
    • „Was darf ich?“

Sondern:

    • „Hilft mein Leben anderen, Christus zu erkennen?“

Am Anfang haben wir von unserem Sohn gesprochen, der mit seinen Freunden immer näher an das Wasser gefahren ist.

Die Frage war: „Wie weit kann ich gehen, ohne hineinzufallen?“

Und vielleicht ist das manchmal auch unsere Einstellung als Christen.

    • Wie weit darf ich gehen?
    • Wie viel kann ich mir erlauben?
    • Wie nah kann ich an die Grenze kommen?

Aber Paulus zeigt uns heute, dass das nicht die richtige Frage ist.

Die Frage ist nicht:

    • „Wie weit darf ich gehen?“

Sondern:

    • „Was ist nützlich?“
    • „Was erbaut?“
    • „Was ehrt Gott?“
    • „Was hilft anderen, Christus zu erkennen?“

Vielleicht sollten wir deshalb nicht am Rand der Grenze leben und ständig versuchen herauszufinden, wie nah wir an die Sünde herankommen können.

Lasst uns nicht fragen: „Wie weit darf ich gehen?“

Lasst uns fragen: „Wie kann ich Gott am meisten ehren?“

Denn christliche Freiheit bedeutet nicht, dass ich tun kann, was ich will.

Christliche Freiheit bedeutet, dass ich frei bin, auf meine eigenen Rechte zu verzichten, um Gott zu verherrlichen und anderen zum Segen zu sein.

Darum:

    • Tue nur, was dem Glauben anderer dient.
    • Tue nur, was das Gewissen anderer nicht verletzt.
    • Tue nur, was Gott verherrlicht.
    • Tue nur, was das Evangelium nicht hindert.

Und vielleicht ist das die wichtigste Frage, die wir diese Woche bei unseren Entscheidungen mitnehmen können:

„Nicht: Wie weit darf ich gehen?

Sondern: Was würde Gott am meisten ehren?“

Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!