1. Korinther 4,17-5,13
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1. Korinther 4
17 Deshalb habe ich Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und treues Kind im Herrn ist; der wird euch an meine Wege in Christus erinnern, wie ich überall in jeder Gemeinde lehre.
18 Weil ich aber nicht selbst zu euch komme, haben sich etliche aufgebläht;
19 ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und nicht die Worte der Aufgeblähten kennenlernen, sondern die Kraft.
20 Denn das Reich Gottes [besteht] nicht in Worten, sondern in Kraft!
21 Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geist der Sanftmut?
Beispiele von Arroganz und Stolz
Arroganz gegenüber Gottes Dienern (4,17–21)
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- Falsches Verständnis von eigener Autorität
– sie blähten sich für den einen gegen den anderen auf.
…damit ihr euch nicht für den einen auf Kosten des anderen aufbläht. – 1. Korinther 4,6c
– sie hielten sich für “reich” und “weise” (vgl. 4,8.10).
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- Zweifel an Paulus’ Autorität
– sie hielten ihn für schwach und zweifelten sein Apostelamt an (4,18).
Weil ich aber nicht selbst zu euch komme… – 1. Korinther 4,18
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- Missachtung der Autorität des Wortes
– sie gingen über das hinaus, was geschrieben steht.
…damit ihr an uns lernt, in eurem Denken nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht – 1. Korinther 4,6b
Stolz führt immer zu einem verschobenen Autoritätsverständnis. Nur wer sich dem Wort Gottes unterordnet, erkennt die rechte Autorität geistlicher Leiter und bleibt demütig in Christus.
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- Väterlicher Zurechtweisung
Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geist der Sanftmut? – 1. Korinther 4,21
Prinzip: Stolz widersteht Korrektur, Demut empfängt väterliche Zurechtweisung.
1. Korinther 5
1 Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat!
2 Und ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen, damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan wird!
3 Denn ich als dem Leib nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend, habe schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche Weise begangen hat, beschlossen,
4 den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und nachdem euer und mein Geist sich mit der Kraft unseres Herrn Jesus Christus vereinigt hat,
5 dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus.
Arroganz gegenüber öffentlicher Sünde
Ein schockierender Fall von Unmoral wird berichtet. …dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat! – 1. Korinther 5,1
Statt zu trauern, ist die Gemeinde „aufgeblasen“ (Gleichgültigkeit).
…ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen… – 1. Korinther 5,2
Paulus fordert die Entfernung des Sünders zur Buße und Bewahrung der Reinheit.
den Betreffenden… dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus. – 1. Korinther 5,4-5
Prinzip: Stolz entschuldigt Sünde; Demut erkennt und richtet Sünde.
6 Euer Rühmen ist nicht gut! Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?
Arroganz gegenüber der Gefahr der Sünde
„Sauerteig“ ist im Bild eine kleine Zutat, die den ganzen Teig durchdringt.
In der Bibel steht er oft für die durchdringende Kraft der Sünde, falscher Lehre oder Heuchelei.
Kleine Ursache, große Wirkung
„Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig“ (5,6).
7 Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus.
Paulus verbindet dies mit dem Passahfest: So wie Israel beim Passah allen Sauerteig entfernen musste, so soll auch die Gemeinde die Sünde aus ihrer Mitte entfernen, weil Christus, unser Passahlamm, geopfert worden ist (5,7).
8 So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.
Die Gemeinde muss in Lauterkeit und Wahrheit leben, nicht in Bosheit und Schlechtigkeit (5,8).
Prinzip: Sünde breitet sich aus, wenn sie nicht behandelt wird; Heiligkeit kann Sünde nicht dulden.
9 Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt;
10 und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen.
Trennung von der Welt
Wir leben in der Welt, aber wir gehören Christus.
Trennung heißt nicht Rückzug aus der Welt, sondern Absonderung vom Bösen.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. – Johannes 17,15
Keine Teilhabe am Götzendienst und an der Ungerechtigkeit der Welt.
Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. – 2. Korinther 6,17-18
Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? – 2. Korinther 6,14
11 Jetzt aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen.
Wir leben in der Welt, dürfen aber keine Sünde innerhalb der Gemeinde tolerieren.
Keine Gemeinschaft mit einem „Bruder“ in offener, unbußfertiger Sünde.
12 Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind?
Die Grenzen der Disziplin
Eine Gemeinde ist verantwortlich für innere Reinheit.
Prinzip: Heiligkeit erfordert klare Trennung innerhalb der Gemeinde.
13 Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg!
Gott richtet die Welt; die Gemeinde muss diejenigen innerhalb beurteilen.
Die Gemeinde ist nicht eine Versammlung der Stolzen oder Vollkommenen, sondern der Erlösten, die unter seiner Gnade stehen.
Christus ist unser Passahlamm, für uns geschlachtet.
Nur in Christus gelten wir als ungesäuert, und nur in ihm können wir in Lauterkeit und Wahrheit leben – zu seiner Ehre und als sein heiliges Volk.
Darum frage ich: „Bin ich stolz und blind gegenüber meiner eigenen Sünde – oder demütig und bereit, Korrektur zu empfangen?“
Wachen wir als Gemeinde über die Reinheit, die Christus uns geschenkt hat, oder dulden wir Sünde aus Gleichgültigkeit?
Und vergessen wir nicht: Draußen richtet Gott die Welt – drinnen aber sind wir gerufen, in Heiligkeit zu leben, damit wir ein Zeugnis seiner Gnade und Wahrheit sind.
Lasst uns deshalb Christus festhalten, unser Passahlamm, und in der Reinheit wandeln, die er uns geschenkt hat.