Ein wenig Sauerteig…

1. Korinther 4,17-5,13

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1. Korinther 4
17 Deshalb habe ich Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und treues Kind im Herrn ist; der wird euch an meine Wege in Christus erinnern, wie ich überall in jeder Gemeinde lehre.
18 Weil ich aber nicht selbst zu euch komme, haben sich etliche aufgebläht;
19 ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und nicht die Worte der Aufgeblähten kennenlernen, sondern die Kraft.
20 Denn das Reich Gottes [besteht] nicht in Worten, sondern in Kraft!
21 Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geist der Sanftmut?

Beispiele von Arroganz und Stolz

Arroganz gegenüber Gottes Dienern (4,17–21)

    • Falsches Verständnis von eigener Autorität

– sie blähten sich für den einen gegen den anderen auf.

…damit ihr euch nicht für den einen auf Kosten des anderen aufbläht. – 1. Korinther 4,6c

– sie hielten sich für “reich” und “weise” (vgl. 4,8.10).

    • Zweifel an Paulus’ Autorität

– sie hielten ihn für schwach und zweifelten sein Apostelamt an (4,18).

Weil ich aber nicht selbst zu euch komme… – 1. Korinther 4,18

    • Missachtung der Autorität des Wortes

– sie gingen über das hinaus, was geschrieben steht.

…damit ihr an uns lernt, in eurem Denken nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht – 1. Korinther 4,6b

Stolz führt immer zu einem verschobenen Autoritätsverständnis. Nur wer sich dem Wort Gottes unterordnet, erkennt die rechte Autorität geistlicher Leiter und bleibt demütig in Christus.

    • Väterlicher Zurechtweisung

Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geist der Sanftmut? – 1. Korinther 4,21

Prinzip: Stolz widersteht Korrektur, Demut empfängt väterliche Zurechtweisung.

1. Korinther 5
1 Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat!
2 Und ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen, damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan wird!
3 Denn ich als dem Leib nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend, habe schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche Weise begangen hat, beschlossen,
4 den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und nachdem euer und mein Geist sich mit der Kraft unseres Herrn Jesus Christus vereinigt hat,
5 dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus.

Arroganz gegenüber öffentlicher Sünde

Ein schockierender Fall von Unmoral wird berichtet. …dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat! – 1. Korinther 5,1

Statt zu trauern, ist die Gemeinde „aufgeblasen“ (Gleichgültigkeit).
…ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen… – 1. Korinther 5,2

Paulus fordert die Entfernung des Sünders zur Buße und Bewahrung der Reinheit.

den Betreffenden… dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus. – 1. Korinther 5,4-5

Prinzip: Stolz entschuldigt Sünde; Demut erkennt und richtet Sünde.

6 Euer Rühmen ist nicht gut! Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?

Arroganz gegenüber der Gefahr der Sünde

„Sauerteig“ ist im Bild eine kleine Zutat, die den ganzen Teig durchdringt.

In der Bibel steht er oft für die durchdringende Kraft der Sünde, falscher Lehre oder Heuchelei.

Kleine Ursache, große Wirkung

„Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig“ (5,6).

7 Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus.

Paulus verbindet dies mit dem Passahfest: So wie Israel beim Passah allen Sauerteig entfernen musste, so soll auch die Gemeinde die Sünde aus ihrer Mitte entfernen, weil Christus, unser Passahlamm, geopfert worden ist (5,7).

8 So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.

Die Gemeinde muss in Lauterkeit und Wahrheit leben, nicht in Bosheit und Schlechtigkeit (5,8).

Prinzip: Sünde breitet sich aus, wenn sie nicht behandelt wird; Heiligkeit kann Sünde nicht dulden.

9 Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt;
10 und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen.

Trennung von der Welt

Wir leben in der Welt, aber wir gehören Christus.

Trennung heißt nicht Rückzug aus der Welt, sondern Absonderung vom Bösen.

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. – Johannes 17,15

Keine Teilhabe am Götzendienst und an der Ungerechtigkeit der Welt.

Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. – 2. Korinther 6,17-18

Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? – 2. Korinther 6,14

11 Jetzt aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen.

Wir leben in der Welt, dürfen aber keine Sünde innerhalb der Gemeinde tolerieren.

Keine Gemeinschaft mit einem „Bruder“ in offener, unbußfertiger Sünde.

12 Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind?

Die Grenzen der Disziplin

Eine Gemeinde ist verantwortlich für innere Reinheit.

Prinzip: Heiligkeit erfordert klare Trennung innerhalb der Gemeinde.

13 Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg!

Gott richtet die Welt; die Gemeinde muss diejenigen innerhalb beurteilen.

Die Gemeinde ist nicht eine Versammlung der Stolzen oder Vollkommenen, sondern der Erlösten, die unter seiner Gnade stehen.

Christus ist unser Passahlamm, für uns geschlachtet.

Nur in Christus gelten wir als ungesäuert, und nur in ihm können wir in Lauterkeit und Wahrheit leben – zu seiner Ehre und als sein heiliges Volk.

Darum frage ich: „Bin ich stolz und blind gegenüber meiner eigenen Sünde – oder demütig und bereit, Korrektur zu empfangen?“

Wachen wir als Gemeinde über die Reinheit, die Christus uns geschenkt hat, oder dulden wir Sünde aus Gleichgültigkeit?

Und vergessen wir nicht: Draußen richtet Gott die Welt – drinnen aber sind wir gerufen, in Heiligkeit zu leben, damit wir ein Zeugnis seiner Gnade und Wahrheit sind.

Lasst uns deshalb Christus festhalten, unser Passahlamm, und in der Reinheit wandeln, die er uns geschenkt hat.

Ein mutiges Herz

1. Samuel 17,32-40

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32 Und David sprach zu Saul: Niemand soll seinetwegen den Mut sinken lassen; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen!
33 Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um gegen diesen Philister zu kämpfen, denn du bist noch ein Knabe; dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf!

Mut gegen Widerstand und Zweifel

Davids erste aufgezeichnete Worte:

Da redete David zu den Männern, die bei ihm standen, und sprach: Was wird dem Mann zuteilwerden, der diesen Philister schlägt und die Schande von Israel abwendet? Denn wer ist dieser Philister, dieser Unbeschnittene, dass er die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt? – 1. Samuel 17,26

David muss daher unter Eliabs Tadel leiden:

Warum bist du herabgekommen? Und bei wem hast du dort in der Wüste die wenigen Schafe gelassen? Ich kenne deine Vermessenheit und die Bosheit deines Herzens wohl; denn nur um den Kampf zu sehen bist du herabgekommen! – 1. Samuel 17,28b

Nun spricht David zu Saul, dem König:

Niemand soll seinetwegen den Mut sinken lassen; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen! – 32

Es ist, als ob David seinen Bruder und jetzt Saul überwinden musste, bevor er dem wahren Riesen gegenübertreten konnte.

Du kannst nicht hingehen, um gegen diesen Philister zu kämpfen, denn du bist noch ein Knabe; dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf! – 33

David war mutig, weil er auf den lebendigen Gott vertraute:

Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst! – Josua 1,9

Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Wenn Übeltäter mir nahen, um mein Fleisch zu fressen, meine Widersacher und Feinde, so müssen sie straucheln und fallen. – Psalm 27,1-2

Paulus erinnert uns, dass auch wir diesen Geist der Kraft und nicht der Furcht empfangen haben:

denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. – 2. Timotheus 1,7

Jeder Christ hat „innere und äußere Riesen“.

Oft sind die ersten Hindernisse nicht die Feinde draußen, sondern die Stimmen der eigenen Familie oder sogar Leiter, die entmutigen.

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern auf Gottes Zusage zu vertrauen.

34 David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; wenn nun ein Löwe oder ein Bär kam und ein Schaf von der Herde hinwegtrug,
35 dann lief ich ihm nach und schlug ihn und entriss es seinem Rachen. Und wenn er sich gegen mich erhob, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn.
36 Sowohl den Löwen als auch den Bären hat dein Knecht erschlagen, und dieser Philister, dieser Unbeschnittene, soll wie einer von jenen sein; denn er hat die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt!

Erinnerung an Gottes Treue

David hatte Mut nicht nur, weil er wusste, dass Gott mit ihm war, sondern auch, weil er sich erinnerte, wie Gott ihn schon in der Vergangenheit gerettet hatte.

David blickt zurück

    • Der Löwe.
    • Der Bär.
    • → dieselbe Hilfe Gottes wird ihm auch gegen Goliath zuteil.

Die Haltung des Glaubens

Ich will gedenken an die Taten des HERRN; ja, ich gedenke an deine Wunder aus alter Zeit – Psalm 77,12

Erinnerung an Gottes vergangenes Handeln gibt Kraft für gegenwärtige Kämpfe.

Wenn Gott ihm helfen könnte, einen Löwen und einen Bären zu töten, als er allein mit den Schafen war, wäre dieser Riese kein Grund zur Angst.

Persönliche Erfahrung

Als dieser Elende rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. – Psalm 34,7

Davids Lobpreis ist keine Theorie, sondern Erfahrung.

Auch wir haben „Löwen und Bären“ erlebt – kleine oder große Bewahrungen, Gebetserhörungen, Führungsschritte.

Wer Gottes Treue im Kleinen erkennt, kann auch im Großen vertrauen.

37 Weiter sprach David: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, Er wird mich auch von diesem Philister erretten! Und Saul sprach zu David: Geh hin, und der HERR sei mit dir!

Vertrauen auf Gottes Rettung

Davids Bekenntnis

„Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, Er wird mich auch von diesem Philister erretten!“

Saul kann nur noch sagen: „Geh hin, und der HERR sei mit dir!“

Die Kraft des Vertrauens

denn mit dir kann ich gegen Kriegsvolk anrennen, und mit meinem Gott über die Mauer springen. – Psalm 18,30

Vertrauen macht aus einem Hirtenknaben einen Helden des Glaubens.

Das Geheimnis des Glaubens

Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen. – Sprüche 3,5-6

Nicht auf eigene Stärke, nicht auf Verstand, sondern auf Gottes Wege.

Gottes Zusage

Der HERR wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein! – 2. Mose 14,14

Wir dürfen ruhen in seiner Kraft, während er für uns wirkt.

Unsere „Philister“ sehen unterschiedlich aus: Krankheit, Not, Anfechtung, Widerstand.

Wie David dürfen wir sagen: „Der HERR, der mir bisher geholfen hat, wird auch jetzt helfen.“

Mut, Erinnerung und Vertrauen sind die drei Stufen zu einem festen Glauben.

38 Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte einen ehernen Helm auf seinen Kopf und legte ihm einen Schuppenpanzer um.
39 Danach gürtete David sein Schwert über seine Kleider und bemühte sich zu gehen; denn er hatte es noch nicht versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann darin nicht gehen; denn ich bin es nicht gewohnt! Und David legte es von sich ab.
40 Und er nahm seinen Stab in die Hand und erwählte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er hatte, und zwar in die Schleudersteintasche, und er nahm seine Schleuder zur Hand und näherte sich dem Philister.

Ausgerüstet durch Gottes Kraft

Das Angebot Sauls

    • Der König will David schützen mit Helm, Panzer und Schwert.
    • Doch diese „Sicherheit“ ist fremd, schwer und unbrauchbar.

Davids Entscheidung

„Ich kann darin nicht gehen … und er legte es von sich ab“.

Er verzichtet bewusst auf das, was in den Augen der Welt „nötig“ erscheint.

Wahre Stärke kommt von Gott, nicht von menschlicher Ausrüstung.

Gott gebraucht das Einfache: eine Schleuder und fünf Steine (V. 40).

…das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen – 1. Korinther 1,27

…meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! – 2. Korinther 12,9

Wir verlassen uns oft auf „menschliche Rüstungen“: Methoden, Strategien, Geld, Einfluss, Beziehungen.

Doch wahre Stärke liegt nicht in dem, was wir uns anlegen, sondern in dem, was Gott uns schon gegeben hat.

Der Glaube, der Gottes Kraft vertraut, überwindet mehr als jede menschliche Sicherheit.

Mut gegen Widerstand und Zweifel – Widerstände und Zweifel sind da, doch Gott hat uns einen Geist der Kraft gegeben.

Erinnerung an Gottes Treue – Wer zurückblickt auf Gottes Hilfe im Kleinen, kann im Großen vertrauen.

Vertrauen auf Gottes Rettung – Unsere Sicherheit liegt nicht im eigenen Verstand, sondern im Handeln Gottes.

Ausgerüstet durch Gottes Kraft – Gottes Kraft zeigt sich in unserer Schwachheit, nicht in äußerer Stärke.

So wie David gegen Goliath zog, dürfen auch wir unseren Riesen begegnen – nicht mit Menschenkraft, sondern mit dem Vertrauen auf den lebendigen Gott.

 

Gottes vollständiger Plan

Jesaja 49,5-7

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5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen — Israel aber wurde nicht gesammelt, und doch wurde ich geehrt in den Augen des HERRN, und mein Gott war meine Stärke —,

Die Berufung des Knechtes

    • Der Ursprung der Berufung: Vor der Geburt

Gottes Plan beginnt nicht erst im öffentlichen Dienst, sondern bereits vor der Geburt.

„…der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat…“

Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt! – Jeremia 1,5

Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündigte… – Galater 1,15-16a

Noch bevor du geboren wurdest, kannte Gott dich – Er wusste alles über dich und hat einen vollkommenen Plan für dein Leben gemacht. Die Frage ist: Folgst du Seinem Plan?

    • Das erste Ziel der Berufung

„…um Jakob zu ihm zurückzubringen…“ – Die erste Mission des Knechtes gilt der geistlichen Wiederherstellung Israels.

    • Die scheinbare Wirkungslosigkeit: Israel wird nicht gesammelt

„Aber Israel lässt sich nicht sammeln“ – Der Knecht erfährt anfängliches Scheitern; Israel lehnt ihn ab.

Trotzdem vertraut er auf Gottes Beurteilung.

    • Die göttliche Bestätigung trotz Ablehnung

„…und doch wurde ich geehrt in den Augen des HERRN, und mein Gott war meine Stärke…“ – Nicht menschlicher Erfolg zählt, sondern Gottes Anerkennung.

Bleibe treu, auch wenn sichtbare Ergebnisse ausbleiben – Gott sieht dein Herz und ehrt deine Treue.

Gott hat nicht nur einen Plan für den Knecht des HERRN, sondern für jeden einzelnen Menschen.

Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. – 2. Petrus 3,9

Doch niemand wird gezwungen, diesem Plan zu folgen. Jeder Mensch muss selbst entscheiden, ob er sich dem Willen Gottes unterstellt.

Er kennt uns schon vor unserer Geburt – wie bei Jeremia, Paulus und sogar bei seinem eigenen Sohn. Seine Pläne sind voller Gnade, und sie zielen darauf ab, uns zu retten und uns zu gebrauchen.

Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. – Epheser 2,10

6 ja, er spricht: »Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen; sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde!«

Gottes größerer Plan

„Es ist zu gering…“: Gott denkt nicht klein. Israel allein ist nicht das Endziel.

„…ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt…“: Christus ist nicht nur Israels Retter, sondern das Licht für alle Völker.

Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht zur Offenbarung für die Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel! – Lukas 2,30-32

„…damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde!“: Der Knecht ist nicht nur der Überbringer, sondern das Heil selbst!

Gottes Vision ist global – und wir sind Teil davon. Lass uns mit offenem Herzen auf Gottes großen Plan reagieren.

Denn so hat uns der Herr geboten: »Ich habe dich zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du zum Heil seist bis an das Ende der Erde!« – Apostelgeschichte 13,47

7 So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem von jedermann Verachteten, zu dem Abscheu der Nation, zu dem Knecht der Herrschenden: Könige werden es sehen und aufstehen und Fürsten anbetend niederfallen um des HERRN willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich auserwählt hat.

Die Verherrlichung des Verachteten

„Verachtet, verabscheut, ein Knecht der Tyrannen“: Erfüllt in Jesus – abgelehnt, verspottet, gekreuzigt.

„Könige werden es sehen und aufstehen .. anbetend niederfallen…“: Die Völker werden den Knecht letztlich anerkennen.

Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. – Philipper 2,9-11

„Um des HERRN willen, der treu ist…“: Die Erhöhung geschieht wegen Gottes Bundestreue, nicht wegen menschlicher Leistung.

„…um des Heiligen Israels willen, der dich auserwählt hat.“: Die Erhöhung geschieht wegen des Heiligen Israels, nicht wegen des Dieners. Gott selbst verleiht Würde – aus Gnade, nicht aufgrund menschlicher Leistung.

weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. – Philipper 1,6

Verachtung ist nicht das Ende. In Gottes Zeit wird Gerechtigkeit und Ehre folgen.

indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. – Hebräer 12,2

Vor einiger Zeit habe ich verschiedene Tulpen-Sorten gekauft – in mehreren Farben.

Ich habe sie sorgfältig am Rand unseres Blumengartens eingepflanzt.

Danach passierte – scheinbar – nichts. Über Wochen sah man nur nackte Erde.
Im Winter lag sogar Schnee darüber, und man hätte leicht denken können: „Da wächst nie etwas.“

Aber die Zwiebeln waren nicht tot. Sie lagen verborgen, und Gott arbeitete in der Stille.

Als der Frühling kam, brachen sie durch den Boden – gelb, rot, weiß, violett – ein wunderschönes Bild.

So war es auch mit dem Knecht des HERRN: Vor der Geburt berufen, im Dienst zunächst abgelehnt, aber am Ende herrlich erhöht.

Und so ist es oft auch in unserem Leben: Gott pflanzt etwas in uns, was lange unsichtbar bleibt. Wir sehen nur die „Wintererde“, aber Er sieht schon das volle Blühen.

Vielleicht siehst du heute in deinem Leben nur den kahlen Winterboden – keine Farbe, kein Wachstum, kein sichtbarer Erfolg. Aber Gott hat schon lange vor deiner Geburt seinen Plan in dich hineingelegt. Vertraue Ihm, bleib treu, auch wenn du noch nichts siehst. Der Frühling kommt – und dann wird die Herrlichkeit, die Er vorbereitet hat, aufblühen.

Warum Leiden sich lohnt

1. Korinther 4,9-16

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9 Es scheint mir nämlich, dass Gott uns Apostel als die Letzten hingestellt hat, gleichsam zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen.
10 Wir sind Narren um des Christus willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr in Ehren, wir aber verachtet.
11 Bis zu dieser Stunde leiden wir Hunger und Durst und Blöße, werden geschlagen und haben keine Bleibe
12 und arbeiten mühsam mit unseren eigenen Händen. Wenn wir geschmäht werden, segnen wir; wenn wir Verfolgung leiden, halten wir stand;
13 wenn wir gelästert werden, spenden wir Trost; zum Kehricht der Welt sind wir geworden, zum Abschaum aller bis jetzt.

Leiden ist ein Teil der Nachfolge, den viele vermeiden oder missverstehen. Doch Paulus macht deutlich: Leiden ist kein Fehler im Plan Gottes – und keine Schande für den, der Christus nachfolgt, sondern ein Kennzeichen echter Nachfolge. Er zeigt: Wer Christus folgt, wird auch sein Leiden teilen – und seine Herrlichkeit.

Leiden verbindet uns mit Christus

Paulus beschreibt sich und die anderen Apostel als „ein Schauspiel geworden der Welt“ – verachtet, verfolgt, verspottet. Aber das ist nicht ein Zeichen von Niederlage, sondern von echter Nachfolge.

    • Christus hat zuerst gelitten:

Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, dass nämlich der Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt. – Apostelgeschichte 3,18

    • Wir sind berufen, mit ihm zu leiden:

Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden – Philipper 1,29

Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden. Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. – Römer 8,17-18

Wenn du leidest – sei es für deinen Glauben oder im Alltag mit Christus – denk daran: Du bist in Gemeinschaft mit dem Gekreuzigten.

14 Nicht zu eurer Beschämung schreibe ich das, sondern ich ermahne euch als meine geliebten Kinder.
15 Denn wenn ihr auch zehntausend Lehrmeister hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe euch in Christus Jesus gezeugt durch das Evangelium.

Leiden macht uns zu glaubwürdigen Vorbildern

Paulus warnt, aber nicht mit Härte. Er ist wie ein geistlicher Vater, der seine Kinder liebt. Seine Autorität kommt aus seinem eigenen Leidensweg.

    • Die Apostel gingen diesen Weg zuerst:

Sie nun gingen voll Freude vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden um Seines Namens willen; und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und das Evangelium von Jesus, dem Christus, zu verkündigen. – Apostelgeschichte 5,41-42

Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen. – Apostelgeschichte 9,16

Aus diesem Grund erleide ich dies auch; aber ich schäme mich nicht. Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag. – 2. Timotheus 1,12

    • Auch geistliche Leiter leiden – aber dienen:

Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. – 1. Timotheus 4,9-10

Denn ich verstehe mich aufs Armsein, ich verstehe mich aber auch aufs Reichsein; ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus. – Philipper 4,12-13

Wahre Vorbilder predigen nicht nur – sie leben, was sie lehren, auch wenn es weh tut. Bist du bereit, in deinem Leiden ein Vorbild zu sein?

16 So ermahne ich euch nun: Werdet meine Nachahmer!

Leiden führt zur Herrlichkeit – wenn wir dranbleiben

Paulus fordert: „Seid meine Nachahmer!“ Aber nicht blind – sondern weil er selbst Christus nachahmt. Wer mit Christus leidet, wird mit ihm regieren.

    • Christus ist das Vorbild:

Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. – 1. Petrus 2,21

    • Mit-Leiden = Mit-Herrschaft:

Glaubwürdig ist das Wort: Wenn wir mitgestorben sind, so werden wir auch mitleben; wenn wir standhaft ausharren, so werden wir mitherrschen; wenn wir verleugnen, so wird er uns auch verleugnen; wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu… – 2. Timotheus 2,11-13a

    • Leiden ist kein Grund zur Scham:

Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr! Ihr Drohen aber fürchtet nicht und lasst euch nicht beunruhigen; sondern heiligt vielmehr Gott, den Herrn, in euren Herzen! – 1. Petrus 3,14-15a

Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, [und zwar] mit Sanftmut und Ehrerbietung; und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen. – 1. Petrus 3,15b-16

Denn es ist besser, dass ihr für Gutestun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als für Bösestun. – 1. Petrus 3,17

Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache! – 1. Petrus 4,15-16

Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen ihm als dem treuen Schöpfer anvertrauen und dabei das Gute tun. – 1. Petrus 4,19

Bleibe treu – auch wenn du verlacht oder verachtet wirst. Wer Jesus treu bleibt, wird mit ihm siegen.

Leiden ist kein Zeichen von Niederlage – sondern von echter Nachfolge.

Leiden bringt uns Christus näher, macht uns zu glaubwürdigen Vorbildern und führt uns zur Herrlichkeit.

Darum lohnt sich Leiden!

 

 

 

ein gottesfürchtiges Herz

1. Samuel 17,12-31

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12 David aber war der Sohn jenes Ephratiters aus Bethlehem-Juda, der Isai hieß und acht Söhne hatte; dieser Mann war zu Sauls Zeiten schon alt und betagt unter den Männern.
13 Und die drei ältesten Söhne Isais waren mit Saul in den Krieg gezogen; und von den drei Söhnen, die in den Krieg gezogen waren, hieß der erstgeborene Eliab, der zweite Abinadab und der dritte Schamma;
14 David aber war der jüngste. Als nun die drei ältesten mit Saul [in den Krieg] gezogen waren,
15 da ging David wieder von Saul weg, um in Bethlehem die Schafe seines Vaters zu hüten.

Ein gottesfürchtiges Herz dient treu im Verborgenen

David hatte bereits Zugang zum Königshof, aber er kehrt zurück, um Schafe zu hüten. Kein Stolz, kein Anspruch auf Größe – er dient dort, wo er gebraucht wird.

Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. – Lukas 16,10

David bleibt treu in kleinen Aufgaben: Er hütet die Schafe und gehorcht seinem Vater.

16 Der Philister aber kam morgens und abends her und stellte sich 40 Tage lang hin.
17 Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm doch für deine Brüder dieses Epha geröstetes Korn und diese zehn Brote und bringe sie schnell zu deinen Brüdern ins Lager.
18 Und diese zehn Stück Käse bringe dem Obersten über ihre Tausendschaft; und sieh nach deinen Brüdern, ob es ihnen gut geht, und bring ein Zeichen von ihnen mit!
19 Saul und sie und alle Männer von Israel sind nämlich im Terebinthental und kämpfen gegen die Philister!
20 Da machte sich David am Morgen früh auf und überließ die Schafe einem Hüter; und er nahm [die Geschenke] und ging hin, wie Isai ihm geboten hatte; und er kam zur Wagenburg, als das Heer gerade ausgezogen war, um sich in der Schlachtreihe aufzustellen, und sie das Kriegsgeschrei erhoben hatten.

Wer Gott fürchtet, dient auch dann, wenn niemand zuschaut.

Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen, da ihr wisst, dass ihr von dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet; denn ihr dient Christus, dem Herrn! – Kolosser 3,23-24

Wer aber Unrecht tut, der wird empfangen, was er Unrechtes getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person. – Kolosser 3,25

21 Und Israel und die Philister stellten sich auf: eine Schlachtreihe gegen die andere.
22 Da ließ David die Sachen, die er trug, unter der Hand des Gepäckhüters und lief zur Schlachtreihe, und er ging hinein und fragte seine Brüder nach ihrem Wohlergehen.

David kommt mitten ins Kriegsgeschehen, aber er bleibt geordnet: Er gibt das Gepäck ab, sucht seine Brüder. Das zeigt Verantwortungsbewusstsein und Demut – auch im Getümmel.

23 Während er noch mit ihnen redete, siehe, da kam der Vorkämpfer mit Namen Goliath, der Philister aus Gat, aus den Schlachtreihen der Philister herauf und redete wie zuvor, sodass David es hörte.
24 Aber alle Männer von Israel flohen vor dem Mann, sobald sie ihn sahen, und fürchteten sich sehr.
25 Und die Männer von Israel sprachen: Habt ihr diesen Mann gesehen, der da heraufkommt? Denn er ist aufgetreten, um Israel zu verhöhnen! Darum, wer ihn schlägt, den will der König sehr reich belohnen und ihm seine Tochter geben, und er will sein Vaterhaus in Israel frei machen.

Ein gottesfürchtiges Herz fürchtet nicht die Umstände

Während alle Israeliten vor Goliath fliehen und nur seine Größe sehen, bleibt David ruhig und richtet seinen Blick auf Gott.

Die Israeliten sahen den Riesen und flohen. Ihre Herzen waren von Angst vor dem Sichtbaren erfüllt. David aber blieb ruhig – er sah nicht die Gefahr, sondern die Gotteslästerung.

Ein gottesfürchtiges Herz richtet sich nicht nach der Größe des Problems, sondern nach der Größe Gottes.

Schaust du auf deine Umstände – oder auf Gott?

26 Da redete David zu den Männern, die bei ihm standen, und sprach: Was wird dem Mann zuteilwerden, der diesen Philister schlägt und die Schande von Israel abwendet? Denn wer ist dieser Philister, dieser Unbeschnittene, dass er die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt?

Ein gottesfürchtiges Herz ehrt Gottes Namen über alles

Wer Gott fürchtet, leidet, wenn Gottes Ehre verspottet wird – und will sie wiederherstellen.

27 Da redete das Volk wie zuvor zu ihm und sprach: Das wird dem Mann zuteilwerden, der ihn schlägt!

Menschenfurcht zeigt sich darin, dass der Blick nur auf äußere Belohnungen gerichtet ist: Reichtum, Heirat und politische Vorteile.

Keine Erwähnung von Gott oder Gottes Ehre.

28 Aber Eliab, sein ältester Bruder, hörte ihn mit den Männern reden. Da entbrannte Eliabs Zorn gegen David, und er sprach: Warum bist du herabgekommen? Und bei wem hast du dort in der Wüste die wenigen Schafe gelassen? Ich kenne deine Vermessenheit und die Bosheit deines Herzens wohl; denn nur um den Kampf zu sehen bist du herabgekommen!

Ein gottesfürchtiges Herz bleibt standhaft trotz Kritik

Davids Bruder beschuldigt ihn zu Unrecht. David reagiert ruhig und bleibt bei seiner Überzeugung.

Wer Gott fürchtet, muss nicht allen gefallen – nur Gott.

29 David antwortete: Was habe ich denn jetzt getan? Es war ja nur ein Wort!

Gottesfürchtige Menschen müssen damit rechnen, falsch beurteilt oder angefeindet zu werden – auch von Familie oder Freunden.

Ein gottesfürchtiges Herz bleibt ruhig und besonnen trotz Kritik.

30 Und er wandte sich von ihm ab zu einem anderen und wiederholte seine vorige Frage. Da antwortete ihm das Volk wie zuvor.
31 Und als man die Worte hörte, die David sagte, meldete man es dem Saul; und er ließ ihn holen.

David lässt sich nicht provozieren, sondern bleibt bei seiner Überzeugung.

    • Bist du treu in dem, was Gott dir anvertraut hat, auch wenn es unscheinbar ist?
    • Schaust du auf deine Umstände oder auf Gott?
    • Lebt dein Herz für Gottes Ehre mehr als für persönliche Vorteile?
    • Bleibst du ruhig und fest in deinem Glauben, auch wenn du missverstanden oder kritisiert wirst?

 

 

 

 

ein geschärfter Pfeil in Gottes Köcher

Jesaja 49,2-4

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1 Hört auf mich, ihr Inseln, und gebt acht, ihr Völker in der Ferne! Der HERR hat mich von Mutterleib an berufen und meinen Namen von Mutterschoß an bekannt gemacht.
2 Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert; er hat mich im Schatten seiner Hand geborgen und mich zu einem geschärften Pfeil gemacht; er hat mich in seinem Köcher versteckt.

Die Vorbereitung des Knechtes

Vers 2 bringt durch synthetischen Parallelismus eine zentrale Wahrheit zum Ausdruck: Gott selbst bereitet seinen Knecht vor und bewahrt ihn für die zukünftige Aufgabe, zu der er in die Welt gesandt wurde.

Jesus wurde durch den Heiligen Geist gezeugt (Lukas 1,35) und von einer Jungfrau geboren (Matthäus 1,18–25). So wurde er als der von Gott gesandte Messias einzigartig bestätigt.

Jesus ist herangewachsen an Weisheit, Alter und Gunst bei Gott und den Menschen (Lukas 2,52). Er hat sich menschlich unter Gottes Führung entwickelt.

Bei seiner Taufe ist der Geist wie eine Taube auf ihn herabgekommen, und Gott hat öffentlich gesagt: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!“ (Markus 1,11). So wurde Jesus für seinen Dienst befähigt.

Jesus hat 40 Tage in der Wüste verbracht, hat gefastet und wurde versucht (Matthäus 4,1–11). Dort hat er der Versuchung widerstanden und seinen Gehorsam und seine Abhängigkeit von Gott gezeigt.

Jesus hat seinen Dienst in der Kraft des Geistes begonnen (Lukas 4,14–21) und hat damit die Prophezeiung aus Jesaja erfüllt, indem er gepredigt, geheilt und gedient hat.

Wie Gott Christus vorbereitet hat, arbeitet er auch immer daran, dich für einen zukünftigen Einsatz vorzubereiten.

    • Geistliche Geburt

Jesus wurde durch den Heiligen Geist gezeugt.

Auch Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, die Leibesfrucht ist eine Belohnung. Wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend. Wohl dem Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! – Psalm 127,3-5a

Wir werden „von oben“ geboren – durch den Heiligen Geist neu gemacht.

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! – Johannes 3,3

Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. – Johannes 1,12-13

    • Wachstum in Weisheit und Gunst

Jesus ist in Weisheit und Gunst bei Gott und Menschen gewachsen.

Auch wir sollen geistlich wachsen – in Erkenntnis, Liebe, Charakter und Reife.

Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! – 2. Petrus 3,18a

    • Taufe und Bestätigung

Jesus wurde getauft und vom Vater öffentlich bestätigt.

Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! – Markus 1,11

Auch wir werden getauft und dadurch öffentlich als zu Christus gehörend bekannt.

Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. – Römer 6,4

Die Taufe ist unser öffentlicher Beginn des neuen Lebens mit Christus.

    • Prüfung und Gehorsam

Jesus hat Versuchung in der Wüste durchlebt und überwunden.

Auch wir erleben Prüfungen, in denen wir lernen, Gott zu vertrauen und zu gehorchen.

Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben. – Jakobus 1,12

Gott lässt Anfechtungen zu, um unseren Glauben zu stärken und unseren Charakter zu formen.

    • Dienst in der Kraft des Geistes

Jesus hat seinen Dienst in der Kraft des Heiligen Geistes begonnen.

Auch wir dienen nicht aus eigener Kraft, sondern durch den Heiligen Geist, der in uns lebt.

Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. – Epheser 2,10

Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist… – Sacharja 4,6b

Jeder Christ ist zum Dienst berufen – ausgerüstet durch den Heiligen Geist.

Gott bereitet auch uns – wie seinen Sohn – durch Wiedergeburt, Wachstum, Bestätigung, Prüfung und Ausrüstung – für seinen Auftrag vor.

Wie Jesus sind wir „verborgen wie geschärfte Pfeile im Köcher“, bis Gottes Zeit gekommen ist.

Gott bereitet dich zu – manchmal ohne dass es jemand sieht.

Verborgene Zeiten (z. B. in der Familie, im Gebet, in Krankheit, im Rückzug) sind nicht vergeudet – sie sind göttliche Vorbereitung.

Lerne, Gottes Zurüstung zu vertrauen, auch wenn es keine Bühne oder Anerkennung gibt.

Bin ich bereit, von Gott vorbereitet zu werden, auch wenn niemand es sieht?

Bist ich bereit, ein geschärfter Pfeil in Gottes Köcher zu sein?

Wie Jesus sind wir verborgen – wie ein geschärfter Pfeil im Köcher Gottes – bis seine Zeit gekommen ist.

3 Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche.

Der Vorsatz des Knechtes

Ein geschärfter Pfeil wird nicht zur Schau im Köcher gehalten – er ist dazu bestimmt, im rechten Moment vom Bogen Gottes abgeschossen zu werden, zur Ehre des Herrn.

Jesus wurde gesandt, damit Gott durch ihn verherrlicht wird.

Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde! – Johannes 12,23

Durch seinen Tod (das Weizenkorn) bringt er viel Frucht

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. – Johannes 12,24

Selbstverleugnung führt zur Ehre vor Gott (V. 25–26)

Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren. Wenn jemand mir dienen will, so folge er mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wenn jemand mir dient, so wird ihn [mein] Vater ehren. – Johannes 12,25-26

Jesus ringt mit dem Leiden.

Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. – Johannes 12,27

Er betet:

Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen! – Johannes 12,28

Jesus lebt, leidet und stirbt mit dem Ziel, den Vater zu verherrlichen – darin erfüllt sich sein Auftrag.

Die Verherrlichung Gottes geschieht durch den Gehorsam des Sohnes

Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! Wenn Gott verherrlicht ist durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst, und er wird ihn sogleich verherrlichen. – Johannes 13,31-32

Jesus bittet um Verherrlichung – nicht für sich selbst, sondern zur Verherrlichung des Vaters

Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche – Johannes 17,1

Jesus hat den Vorsatz erfüllt: Er hat das Werk vollendet und damit Gott auf Erden verherrlicht

Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. – Johannes 17,4-5

Die Herrlichkeit Christi wird weitergegeben an die Seinen

Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst. – Johannes 17,22-23

Gottes Vorsatz gilt auch uns: Er verherrlicht auch die, die er berufen hat

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht. – Römer 8,28-30

Gott will sich auch durch dein Leben verherrlichen. Bist du bereit, diesem Vorsatz zu folgen?

4 Ich aber hatte gedacht: Ich habe mich vergeblich abgemüht und meine Kraft umsonst und nutzlos verbraucht! Doch steht mein Recht bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott.

Das Vertrauen des Knechtes

Der Knecht erlebt Enttäuschung – aber er vertraut darauf, dass Gott alles sieht und gerecht belohnt.

Ein geschärfter Pfeil weiß nicht, wann sein Herr ihn aus dem Köcher nehmen wird – aber er ist bereit. So vertraut auch der Knecht Gottes, selbst wenn sein Dienst vergeblich erscheint.

Am Kreuz schien alles verloren – doch Gott hat Christus erhöht und verherrlicht.

und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. – Philipper 2,8-11

Manchmal fühlen wir uns entmutigt – „Hat sich mein Einsatz überhaupt gelohnt?“

Auch wenn dein Dienst fruchtlos scheint – gib nicht auf! Gott sieht, belohnt und vollendet.

Der Knecht kennt das Gefühl – und doch: Er vertraut auf Gottes Urteil, nicht auf Menschen oder sichtbare Resultate.

Du darfst wissen: Gott sieht, was du tust. Nichts ist vergeblich, wenn es für ihn geschieht.

Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn! – 1. Korinther 15,58

Vertraue ich darauf, dass Gott meine Mühe sieht, auch wenn ich keinen sichtbaren Erfolg erlebe?

Bist du bereit, ein geschärfter Pfeil in Gottes Köcher zu sein?

Jesaja 49 zeigt uns den Weg des Knechtes Gottes – es ist der Weg Jesu, aber auch der Weg, zu dem jeder Christ berufen ist:

Gott bereitet dich vor – manchmal im Verborgenen, in Zeiten der Stille, der Krankheit, des Gebets, des Dienstes, den niemand sieht.

Gott hat einen Vorsatz für dein Leben – nämlich, dass er durch dich verherrlicht wird, nicht durch deine Stärke, sondern durch deine Hingabe.

Gott sieht deine Mühe, auch wenn du denkst: „War das alles umsonst?“ Dein Lohn ist nicht bei Menschen, sondern bei Gott.

Bist du bereit, diesem Weg zu folgen – auch wenn es verborgen ist, schwer ist, unbeachtet bleibt?

Der Weg des Knechtes führt durch Tiefe – aber er endet in Herrlichkeit.

Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn! – 1. Korinther 15,58

Möge Gott uns alle zu solchen Knechten machen – geschärfte Pfeile, vorbereitet, hingegeben, voller Vertrauen – bis er uns gebraucht, zu seiner Ehre.

Satt und reich – aber leer

1. Korinther 4,8

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Satt und reich – aber leer
Eine Warnung vor geistlicher Selbstzufriedenheit

Zum besseren Verständnis beginnen wir bei Vers sechs:

6 Das aber, meine Brüder, habe ich auf mich und Apollos bezogen um euretwillen, damit ihr an uns lernt, in eurem Denken nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht, damit ihr euch nicht für den einen auf Kosten des anderen aufbläht.
7 Denn wer gibt dir den Vorzug? Und was besitzt du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, als ob du es nicht empfangen hättest?
8 Ihr seid schon satt geworden, ihr seid schon reich geworden, ihr seid ohne uns zur Herrschaft gelangt! O dass ihr doch wirklich zur Herrschaft gelangt wärt, damit auch wir mit euch herrschen könnten!

Korinther 4,8 hat tatsächlich eine fleischliche und egoistische Haltung unter den Korinthern beschrieben – doch Paulus hat das mit scharfer Ironie getan, nicht mit Zustimmung.

Paulus hat Sarkasmus benutzt, um die Arroganz und Selbstzufriedenheit der Korinther zu entlarven.

Selbstzufriedenheit und geistliche Arroganz
„Ihr seid schon satt geworden!“

Sie haben gedacht, sie wären geistlich erfüllt und würden nichts mehr brauchen.

Das hat eine selbstzufriedene, fleischliche Haltung gezeigt.

Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise; denn ihr konntet sie nicht vertragen, ja ihr könnt sie auch jetzt noch nicht vertragen, denn ihr seid noch fleischlich. – 1. Korinther 3,2-3a

Paulus hat sie mit Ironie zurechtgewiesen, weil sie in Wirklichkeit geistlich unreif und selbstgerecht waren.

Das erinnert uns an die Gemeinde in Laodizea, die ebenfalls gedacht hat:

Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! – Offenbarung 3,17a

Doch Jesus hat ihnen gesagt, dass sie in Wahrheit „elend und erbärmlich [waren], arm, blind und entblößt“ – Offenbarung 3,17b

Jesus hat diesen Zustand als lauwarm bezeichnet:

Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund. – Offenbarung 3,15-16

Beide Gemeinden haben geistlichen Wohlstand vorgetäuscht, obwohl sie geistlich arm waren.

Diese Warnung gilt auch uns heute:

Haben wir schon geistlich „alles erreicht“? Oder brauchen wir ehrliche Selbstprüfung, Demut und echte Gemeinschaft mit Christus?

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir. – Offenbarung 3,20

Überheblichkeit und eingebildeter Reichtum
„Ihr seid schon reich geworden!“

Das hat eine egoistische Sichtweise offenbart – sie haben sich geistlich überlegen gefühlt, statt demütig zu wachsen.

Vielleicht haben sie sich auf geistlichen Stolz oder sogar materiellen Wohlstand etwas eingebildet.

Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. – Galater 6,3

Denn ich sage… jedem unter euch, dass er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern dass er auf Bescheidenheit bedacht sei… – Römer 12,3

Hierfür eignet sich auch der Rat, der der Gemeinde in Laodizea gegeben wurde.

Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst! – Offenbarung 3,18

Auch die Gemeinde in Korinth hat vergessen, dass wahrer geistlicher Reichtum nicht in äußerem Erfolg liegt.

Den Reichen in der jetzigen Weltzeit gebiete, nicht hochmütig zu sein, auch nicht ihre Hoffnung auf die Unbeständigkeit des Reichtums zu setzen, sondern auf den lebendigen Gott, der uns alles reichlich zum Genuss darreicht. Sie sollen Gutes tun, reich werden an guten Werken, freigebig sein, bereit, mit anderen zu teilen, damit sie das ewige Leben ergreifen und so für sich selbst eine gute Grundlage für die Zukunft sammeln. – 1. Timotheus 6,17-19

Jesus hat dazu gesagt: Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! – Offenbarung 3,19

Woran messen wir unseren „Reichtum“ – an Erkenntnis, Erfahrung, Einfluss? Oder an echter Nähe zu Christus und geistlicher Frucht?

Selbstherrlichkeit und geistliche Unabhängigkeit
„Ihr habt ohne uns geherrscht!“

Sie haben sich verhalten, als würden sie schon wie Könige im Reich herrschen – ohne die Apostel, die gelitten haben.

Diese Haltung erinnert an das Verhalten der Pharisäer: stolz, selbstgerecht, blind für ihre eigene Unreife.

Sie haben sich über andere gestellt, haben Anerkennung gesucht und haben die wahre Demut verachtet.

Paulus hat sie nicht beneidet, sondern hat ihren Hochmut durch Ironie bloßgestellt:

O dass ihr doch wirklich zur Herrschaft gelangt wärt, damit auch wir mit euch herrschen könnten! – 1. Korinther 4,8b

Die wahren Diener Christi haben nicht über andere geherrscht, sondern haben um Christi willen gedient und gelitten:

Es scheint mir nämlich, dass Gott uns Apostel als die Letzten hingestellt hat, gleichsam zum Tod bestimmt – 1. Korinther 4,9a

Versuchen wir, ohne echte Nachfolge „mit Christus zu herrschen“?

Haben wir verstanden, dass der Weg zur Herrlichkeit durch Leid, Demut und Treue führt?

Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. – Offenbarung 3,21

Zusammenfassung:

    • Sie haben fleischlich gedacht – und sich dabei satt und reich gefühlt.
    • Sie haben sich selbst erhöht – nicht Christus.
    • Sie haben eine Haltung gezeigt, wie man sie bei den Pharisäern gesehen hat – stolz, unreif, selbstzufrieden.

Heute haben wir die Gelegenheit zur Selbstprüfung statt Selbstzufriedenheit:

Bin ich wirklich geistlich hungrig – oder bilde ich mir ein, schon „satt“ zu sein?

    • Bitte den Herrn, dir neu den Wert seines Wortes zu zeigen.
    • Lies es nicht nur, sondern lass dich davon verändern.

Baue ich auf Christus – oder auf geistlichen Stolz, Tradition oder Leistungen?

    • Wahre Reichtum zeigt sich in Demut, nicht in Überlegenheit.
    • Prüfe deine Haltung im Gebet – ist sie lernbereit?

Die Korinther haben so getan, als würden sie schon herrschen – ohne Leiden, ohne die Apostel, ohne den Weg des Kreuzes.

Doch die Schrift sagt klar: wenn wir standhaft ausharren, so werden wir mitherrschen… – 2. Timotheus 2,12

    • Das wahre Herrschen mit Christus kommt nach dem Ausharren, nicht vorher.
    • Selbstherrlichkeit jetzt – ohne Demut, ohne Kreuz – ist ein gefährlicher Irrweg.