Wer gehört zum Volk Gottes?

Jesaja 56,3-12

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Rückblick auf Jesaja 56,1–2

In Jesaja 56,1–2 ruft der HERR sein Volk dazu auf, das Recht zu bewahren, Gerechtigkeit zu üben und seinen Bund festzuhalten.

Dabei sind wir besonders auf den Ausdruck „Menschensohn“ gestoßen.

Das hebräische ben-adam bezeichnet zunächst den Menschen, den sterblichen, schwachen und vergänglichen Menschen.

Doch wenn wir die verschiedenen Stellen des Alten Testaments betrachten, in denen dieser Ausdruck vorkommt, erkennen wir eine bemerkenswerte Entwicklung, die schließlich in Christus ihre vollkommene Erfüllung findet.

Der Menschensohn

    • ist anders als gewöhnliche Menschen,
    • wurde in unserer menschlichen Gestalt erniedrigt,
    • ihm sind alle Dinge untergeordnet,
    • auf ihn achtet Gott,
    • er hat den Tod besiegt,
    • ergreift den Bund Gottes,
    • kommt in Herrlichkeit.

Das ist der Menschensohn, den wir in der Schrift sehen: wahrer Mensch, erniedrigt und leidend, vollkommen gehorsam, Sieger über den Tod und schließlich der verherrlichte Herrscher über alle Völker.

Und nun führt uns Jesaja 56 zu einer weiteren Frage. In Vers 2 wurde der Menschensohn als derjenige beschrieben, der den Bund Gottes ergreift. Aber wer darf diesen Bund ergreifen? Wer darf zum Volk Gottes gehören?

 3a Und der Fremdling, der sich dem HERRN angeschlossen hat, soll nicht sagen: Der HERR wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen!

Der Fremde wird aufgenommen

„Der sich dem HERRN angeschlossen hat“ wird aufgenommen.

Es ist ja kein Unterschied zwischen Juden und Griechen: Alle haben denselben Herrn, der reich ist für alle, die ihn anrufen, denn: »Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«. – Römer 10,12-13

Der „soll nicht sagen: Der HERR wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen!“

Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft bist und mit Anteil bekommen hast an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums, so überhebe dich nicht gegen die Zweige! Überhebst du dich aber, [so bedenke]: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich! – Römer 11,17-18

Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«. Ganz recht! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! – Römer 11,19-20

3b Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum!
4 Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir gefällt, und an meinem Bund festhalten,
5 denen will ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter; ich will ihnen einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.

Der Ausgestoßene wird angenommen

So spricht der HERR: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um geoffenbart zu werden. – Jesaja 56,1

Die, „die meine Sabbate halten und erwählen, was mir gefällt, und an meinem Bund festhalten…“

Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das daran festhält: der den Sabbat hält, um ihn nicht zu entweihen, und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun! – Jesaja 56,2

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. – Psalm 1,1-2

Der „soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum!“

Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. – Psalm 1,3

Er wird ihnen in seinem Haus und in seinen Mauern einen Platz geben.

Er wird ihnen „einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter.“

Ja, er wird „ihnen einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.“

6 Und die Fremdlinge, die sich dem HERRN anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben [und] um seine Knechte zu sein, und alle, die darauf achten, den Sabbat nicht zu entheiligen, und die an meinem Bund festhalten,
7 die will ich zu meinem heiligen Berg führen und sie in meinem Bethaus erfreuen; ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden.

Er wird ihnen zu seinem heiligen Berg führen und sie in seinem Bethaus erfreuen.

„…ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar…“

Das Haus Gottes soll ein Bethaus für alle Völker!

Was haben Menschen aus dem Haus Gottes gemacht?

Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und begann die hinauszutreiben, die im Tempel verkauften und kauften; und er stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle der Taubenverkäufer. Und er ließ nicht zu, dass jemand ein Gerät durch den Tempel trug. Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: »Mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! – Markus 11,15-17

Ist es wirklich ein Haus des Gebets und der Anbetung geworden, oder wird es manchmal zu einem Ort für Unterhaltung, Selbstdarstellung, Geschäfte oder menschliche Interessen?

Haben wir den Respekt vor dem Haus Gottes, den wir haben sollten?

Wie verhalten wir uns, wenn wir zum Gottesdienst kommen?

Kommen wir mit der Haltung: „Ich komme, um dem HERRN zu begegnen und Ihn anzubeten“, oder behandeln wir die Zusammenkunft wie irgendeine andere Veranstaltung?

Welche Einstellung bringen wir mit?

Kommen wir vorbereitet mit einem Herzen, das Gott dienen und auf Sein Wort hören will?

Ist unser Gottesdienst auf den HERRN ausgerichtet oder auf uns selbst?

Ist das Haus Gottes für uns ein Haus des Gebets?

Wenn der HERR heute in unsere Gemeinde käme und sehen würde, was wir mit Seinem Haus machen, würde Er darin das finden, wofür es bestimmt ist?

8 GOTT, der Herr, der die Verstoßenen Israels sammelt, spricht: Ich will noch mehr zu ihm sammeln, zu seinen Gesammelten!

Der Herr sammelt die Zerstreuten

Geh schnell hinaus auf die Gassen und Plätze der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein! – Lukas 14,21

Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; es ist aber noch Raum da! Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus an die Landstraßen und Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde! – Lukas 14,22-23

Sind wir damit zufrieden, dass die Gemeinde versammelt ist, oder haben wir den Wunsch, dass noch andere hinzukommen?

Beten wir regelmäßig dafür, dass der HERR Menschen zu sich zieht und uns gebraucht, sie einzuladen?

Wen könnten wir diese Woche einladen?

Wenn der HERR Menschen zu sich sammeln will, sind wir bereit, hinauszugehen und sie einzuladen?

Die Hirten versagen

Dieser Abschnitt endet mit einer ernsten Anklage gegen die Hirten Israels.

Zugleich ist diese Anklage eine Warnung an jeden, dem der HERR Verantwortung für sein Volk anvertraut hat.

9 Kommt alle her, ihr Tiere auf dem Feld, um zu fressen, alle ihr Tiere im Wald!
10 Seine Wächter sind blind; sie wissen alle nichts; stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können; sie liegen träumend da, schlafen gern.

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat! Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; – Apostelgeschichte 20,28-30

11 Doch sie sind auch gierige Hunde, die nicht wissen, wann sie genug haben; und sie, die Hirten, verstehen nicht aufzupassen; sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, jeder sieht auf seinen Gewinn, ohne Ausnahme.
12 »Kommt her«, sagen sie, »ich will Wein holen, lasst uns Rauschtrank saufen, und morgen soll es gehen wie heute, ja noch viel großartiger!«

Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; – 1. Petrus 5,8