Gottes Ordnung folgen

Korinther 11,1-16

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1 Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin!

Folge Christus

Vom HERRN werden die Schritte des Mannes bestätigt, wenn Ihm sein Weg gefällt. Fällt er, so wird er nicht hingestreckt liegen bleiben; denn der HERR stützt seine Hand. – Psalm 37,23-24

Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. – 1. Petrus 2,21

Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. – 1. Johannes 2,6

2 Ich lobe euch, Brüder, dass ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe.

Folge dem Wort

So steht denn nun fest, ihr Brüder, und haltet fest an den Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch ein Wort oder durch einen Brief von uns. – 2. Thessalonicher 2,15

Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige. – Psalm 119,11

Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren. – 2. Timotheus 2,2

 Folge der von Gott bestimmten Ordnung

3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus.

Das Prinzip der Hauptschaft

    • Christus ist das Haupt des Mannes

Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. – Kolosser 1,15-18

    • Der Mann ist das Haupt der Frau

Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. – 1. Timotheus 2,13

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! – 1. Mose 2,18

    • Gott ist das Haupt Christi

Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allen sei. – 1. Korinther 15,28

4 Jeder Mann, der betet oder weissagt und etwas auf dem Haupt hat, schändet sein Haupt.
5 Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt, schändet ihr Haupt; es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre!
6 Denn wenn sich eine Frau nicht bedecken will, so soll ihr auch das Haar abgeschnitten werden! Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich bedecken.

Die praktische Ausübung der Hauptschaft

    • Männer und Frauen konnten weissagen.

Das Weissagen ist dabei vom pastoralen Lehr- und Leitungsamt zu unterscheiden.

Was beinhaltet das Weissagen?

Das Weissagen diente zur:

    • Erbauung – zum Aufbau der Gläubigen
    • Ermahnung – zur Ermutigung und Aufforderung zum richtigen Handeln
    • Tröstung – zur Stärkung und Aufrichtung
    • Offenbarung – zur Weitergabe einer von Gott gegebenen Botschaft

Der offenbarende Aspekt des Weissagens gehörte zur damaligen prophetischen Gabe; die erbauende, ermahnende und tröstende Funktion bleibt jedoch ein wichtiger Bestandteil des Dienstes der Gemeinde.

    • Der Mann ehrt sein Haupt
    • Die Frau ehrt ihr Haupt
    • Die Unterscheidung soll sichtbar sein

7 Denn der Mann darf das Haupt nicht bedecken, weil er Gottes Bild und Ehre ist; die Frau aber ist die Ehre des Mannes.
8 Denn der Mann kommt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann;
9 auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen.
10 Darum soll die Frau [ein Zeichen der] Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.

Die Begründung der Hauptschaft

    • Der Mann ist das Ebenbild und die Herrlichkeit Gottes

An dem Tag, als Gott den Menschen schuf, machte er ihn Gott ähnlich; – 1. Mose 5,1b

    • Die Frau ist die Herrlichkeit des Mannes

Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll »Männin« heißen; denn vom Mann ist sie genommen! – 1. Mose 2,23

    • Die Engel erkennen Gottes Ordnung

»Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!« –Hebräer 1,6b

11 Doch ist im Herrn weder der Mann ohne die Frau, noch die Frau ohne den Mann.
12 Denn gleichwie die Frau vom Mann [kommt], so auch der Mann durch die Frau; aber alles [kommt] von Gott.

Das Gleichgewicht der Hauptschaft

    • Mann und Frau brauchen einander

Die Frau wurde aus einer Rippe aus der Seite Adams gemacht; nicht aus seinem Haupt, um über ihn zu herrschen, noch aus seinen Füßen, um von ihm zertreten zu werden, sondern aus seiner Seite, um ihm zur Seite zu stehen, unter seinem Arm, um beschützt zu werden, und nahe an seinem Herzen, um geliebt zu werden. – Matthew Henry

    • Beide kommen von Gott

13 Urteilt bei euch selbst, ob es schicklich ist, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet!
14 Oder lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, langes Haar zu tragen?
15 Dagegen ist es für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar trägt; denn das lange Haar ist ihr anstelle eines Schleiers gegeben.
16 Wenn aber jemand rechthaberisch sein will — wir haben eine solche Gewohnheit nicht, die Gemeinden Gottes auch nicht.

Die Bestätigung der Hauptschaft

    • Betrachtet, was sich geziemt
    • Betrachtet, was die Natur lehrt
      • Das Haar soll den Mann von der Frau unterscheiden
      • Das Haar ist der Frau zur Ehre gegeben
    • Betrachtet die Praxis der Gemeinden

Erkenne Gottes Ordnung

— Gott hat eine Ordnung für Mann und Frau bestimmt.

Erkenne unsere gegenseitige Abhängigkeit

— Mann und Frau brauchen einander; beide kommen von Gott.

Ehre Gottes Ordnung

— Gottes Ordnung ist nicht zur Erniedrigung, sondern zur Ehre Gottes.

Halte dich an Gottes Wort

— Wir richten unser Verhalten nicht nach persönlicher Meinung, sondern nach Gottes Offenbarung.

Folge Christus

— „Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin!“

 

Der Menschensohn

Jesaja 56

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1 So spricht der HERR: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um geoffenbart zu werden.
2 Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das daran festhält: der den Sabbat hält, um ihn nicht zu entweihen, und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun!

Der Ausdruck ben-adam, wörtlich „Sohn des Menschen“, wird oft im Alten Testament mit „Menschensohn“ oder „Menschenkind“ übersetzt und bezeichnet zunächst den gewöhnlichen Menschen – den sterblichen, schwachen Menschen.

Doch in den sechs Stellen, die wir betrachten werden, finden wir zugleich Gedanken, die ihre vollkommene Erfüllung in Christus finden. Nicht jede dieser Stellen ist eine unmittelbare messianische Weissagung.

Aber jede hilft uns, besser zu verstehen, was Jesus meint, wenn Er sich selbst „den Menschensohn“ nennt.

Der Menschensohn, der anders ist als gewöhnliche Menschen

Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind (ben-adam), dass ihn etwas gereuen würde. – 4. Mose 23,19a

Der Mensch lügt und wandelt sich; Gott nicht.

Arten, wie Menschen lügen

    • Direkte Lüge – Etwas Unwahres als Wahrheit darstellen.
    • Halbwahrheit – Etwas Wahres sagen, aber einen wichtigen Teil verschweigen.
    • Falsches Versprechen – Etwas versprechen, obwohl man nicht vorhat, es zu halten.
    • Schuldabwälzung – Die Wahrheit verdrehen, um die eigene Verantwortung auf jemand anderen abzuwälzen.

Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns… – Johannes 1,14

Christus wurde wahrhaft Mensch, ohne ein sündiger, unzuverlässiger Mensch zu werden.

Er ist der treue Menschensohn – der wahre Mensch, der vollkommen das erfüllt, wozu der Mensch geschaffen wurde.

Daraus ergibt sich eine tiefgründige christologische Spannung:

    • Mose 23: Gott ist kein Mensch.
    • Neues Testament: Gott wurde Mensch.

Und die Menschlichkeit Christi tat Seiner göttlichen Treue keinen Abbruch. Er ist der Menschensohn, und doch vollbringt Er vollkommen das, wozu gewöhnliche Menschensöhne nicht imstande sind.

Der Menschensohn, der mehr ist als ein sterblicher Mensch

— wie viel weniger der Sterbliche, die Made, und das Menschenkind (ben-adam), der Wurm! – Hiob 25,6

Hier unterstreicht „Menschensohn“ die menschliche Schwäche, Nichtigkeit und Sterblichkeit.

Christus nimmt diesen Zustand auf sich.

sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. – Philipper 2,7-8

Derjenige, der letztlich über alles erhaben ist, begibt sich freiwillig in den Zustand, der durch Hiobs „Menschensohn“ repräsentiert wird.

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. – Psalm 22,7

Psalm 22 wird im neutestamentlichen Bericht von der Kreuzigung ausdrücklich auf Christus bezogen.

So findet die biblische Vorstellung vom unbedeutenden, leidenden Menschen in der Erniedrigung und dem Leiden Christi ihren vollendeten Ausdruck.

Der Menschensohn, dem Gott alle Dinge unterordnet

Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest? – Psalm 8,5

Diese Stelle ist eindeutig messianisch.

Hebräer 2 zitiert die Stelle ausführlich und erklärt, dass wir zwar noch nicht sehen, dass dem Menschen alles unterworfen ist, wir aber „Jesus sehen“ (Hebräer 2,8–9).

Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht… – Psalm 8,6-7

Christus ist also der wahre Mensch – der Mensch, der Gottes ursprüngliche Absicht für die Menschheit erfüllt.

Der Menschensohn, auf den Gott achtet

HERR, was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest? – Psalm 144,3

Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Geringfügigkeit des Menschen.

Der Mensch gleicht einem Hauch, seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten! – Psalm 144,4

Christus blickt nicht bloß auf die Menschenkinder herab. Er wird einer von ihnen.

Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, sind alle von einem. Aus diesem Grund schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen… – Hebräer 2,11

Der Menschensohn, der den Tod besiegt

Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind (ben-adam), das wie Gras dahingegeben wird – Jesaja 51,12b

Hier wird „Menschensohn“ ausdrücklich mit Sterblichkeit in Verbindung gebracht.

Jesus verwendet wiederholt den Titel „Menschensohn“ im Zusammenhang mit seinem Tod und seiner Auferstehung:

…der Sohn des Menschen müsse viel leiden… und getötet werden und nach drei Tagen wiederauferstehen. – Markus 8,31

Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tag auferstehen. – Markus 9,31

Denn auch der Sohn des Menschen ist… gekommen… sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. – Markus 10,45

Der gesegnete Menschensohn, der Gottes Bund ergreift

Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind (ben-adam), das daran festhält: der den Sabbat hält, um ihn nicht zu entweihen, und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun! – Jesaja 56,2

Hier ist der „Menschensohn“ der Mensch, der den Bund Gottes ergreift und Ihm gehorcht.

Christus ist unser Vorbild. Er sagt:

der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt. – Johannes 8,29

…ich [habe] die Gebote meines Vaters gehalten… – Johannes 15,10

Doch es liegt noch etwas Tieferes darin. Jesus macht sich den Bund nicht bloß für sich selbst zu eigen. Er wird zum Mittler des Bundes.

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut… – Lukas 22,20

So spricht der HERR: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um geoffenbart zu werden. – Jesaja 56,1

Somit stellt Jesaja 56 den gesegneten Menschensohn als den gehorsamen Bundesträger dar; Christus ist der vollkommen gehorsame Menschensohn, durch den der Bundessegen andere erreicht.

Der Menschensohn, der in Herrlichkeit kommt

Die sechs untersuchten Textstellen belegen die gewöhnliche biblische Bedeutung:

Menschensohn = Mensch, sterblicher Mensch, schwacher Mensch.

Doch plötzlich greift Daniel genau dieses Konzept auf und stellt es auf den Kopf:

Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. – Daniel 7,13

Er empfängt:

    • Herrschaft
    • Herrlichkeit
    • ein Königreich
    • alle Völker, Nationen und Sprachen
    • eine ewige Herrschaft

Die biblische Entwicklungslinie sieht also etwa so aus:

    • Menschensohn → sterblicher Mensch
    • Menschensohn → schwacher und unbedeutender Mensch
    • Menschensohn → Mensch, der unter Gottes Heilsplan steht
    • Menschensohn → leidender und sterbender Mensch
    • Menschensohn → gehorsamer Mensch des Bundes
    • Menschensohn → verherrlichter Herrscher über alle Völker

Und Jesus beansprucht diesen Titel ganz bewusst für sich selbst.

Deshalb ist „Menschensohn“ ein so tiefgründiger Titel für Christus. Er umfasst beide Seiten seiner Identität:

Er ist wahrhaftig der Menschensohn – vollkommen Mensch, leidend, sterblich und gehorsam.

Und er ist der Menschensohn aus Daniel 7 – der mit den Wolken kommt, das Reich empfängt und über alle Völker herrscht.

ein schmerzendes Herz

1. Samuel 21,11-16 & Psalm 56

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11 Und David machte sich auf und floh an jenem Tag vor Saul und kam zu Achis, dem König von Gat.

Warum ist David überhaupt nach Gat gegangen?

    • Er hatte gerade Goliaths Schwert aus dem Heiligtum von Nob geholt.
    • Vielleicht führte Davids Weg nach Gat noch einmal durch das Tal Ela – den Ort, an dem der HERR einst Großes an ihm getan hatte.
    • Dort hatte David Goliath gegenübergestanden und erlebt, dass der HERR ihn errettete.
    • Nun war er auf der Flucht vor Saul – und hatte gerade Goliaths Schwert bei sich; vielleicht musste es geschärft werden (und wer hätte es besser schärfen können als die Philister?).
    • Es ist bemerkenswert: Hinter dem Tal Ela lag Gat, die Heimat Goliaths. David floh geradewegs in die Stadt des Mannes, den er einst im Vertrauen auf den HERRN besiegt hatte.
    • Höchstwahrscheinlich ging er gerade deshalb nach Gat, weil Saul nicht erwarten würde, dass er dorthin fliehen würde.
    • David fürchtete sich offenbar mehr vor Saul als vor Gat und seinen Philistern.

Glaubte er wirklich, er würde nicht erkannt werden?

12 Da sprachen die Knechte des Achis zu ihm: Ist das nicht David, der König des Landes? Ist das nicht der, von welchem sie im Reigen sangen: »Saul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende«?
13 Diese Worte nahm sich David zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem König von Gat.

Etwa zu diesem Zeitpunkt kamen David die Worte von Psalm 56 in den Sinn.

Psalm 56
1 Dem Vorsänger. Nach [der Melodie]: »Die stumme Taube unter den Fremden.« Ein Miktam Davids; als ihn die Philister in Gat ergriffen.

Selbst der Name des Liedes ist von Bedeutung. „Die stumme Taube unter den Fremden“.

Er wollte nicht, dass dieser Psalm in Vergessenheit gerät: „Ein Miktam“ bedeutet, dass er in Stein gemeißelt werden soll.

In 1. Samuel 21 heißt es, dass David sich die Worte zu Herzen nahm und dass er zudem Angst vor dem König von Gat hatte.

2 O Gott, sei mir gnädig, denn der Mensch wütet gegen mich; den ganzen Tag bekriegt und bedrängt er mich!
3 Meine Widersacher wüten gegen mich den ganzen Tag, ja, viele bekriegen mich voller Hochmut.

Seine Klage

Hier sehen wir ein Vorbild von Jesus Christus

    • Er wurde von Menschen bedrängt,
    • unaufhörlich angegriffen,
    • von vielen Feinden umringt,
    • mit Feindseligkeit und Hochmut behandelt,
    • und doch ruft er zu Gott um Erbarmen.

4 Wenn mir angst ist, vertraue ich auf dich!
5 In Gott will ich rühmen sein Wort; auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht; was kann ein Mensch mir antun?

Sein Vertrauen auf Gott

Am Donnerstag haben wir im Kids Klub Vers 4 am Bildschirm gezeigt. Ein Kind meinte danach, wir sollten diesen Vers auswendig lernen. Wahrscheinlich, weil er so kurz ist! Aber es ist eine große Wahrheit. Ob ein Kind Angst vor Monstern unter dem Bett hat, wir uns um ein krankes Kind sorgen oder nicht wissen, wie wir über die Runden kommen – „Wenn ich mich fürchte, so vertraue ich auf dich.“ Das gilt für Kinder – und für uns alle.

Ich kann seinem Wort vertrauen.

Ich brauche nichts zu fürchten, denn er ist immer bei mir.

6 Täglich verdrehen sie meine Worte, auf mein Unglück gehen alle ihre Gedanken;
7 sie rotten sich zusammen, verbergen sich; sie beobachten meine Tritte, weil sie auf mein Leben lauern.
8 Sollten sie bei ihrer Bosheit entkommen? O Gott, stürze die Völker nieder im Zorn!

Seine Bedrängnis und sein Flehen

Sie nahmen seine Worte und verdrehten sie, um sie gegen ihn zu verwenden. Dasselbe taten sie mit Jesus.

All ihre Gedanken drehten sich darum, wie sie ihn vernichten könnten. Genauso verhielten sie sich auch gegenüber Jesus.

Sie beobachteten jeden seiner Schritte und suchten nach einer Möglichkeit, ihn zu Fall zu bringen. Genau das hatten sie auch mit Jesus getan.

David fragte, wie man so etwas ungestraft lassen könne. Jesus sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

 9 Du zählst, wie oft ich fliehen muss; sammle meine Tränen in deinen Schlauch! Stehen sie nicht in deinem Buch?

Oder „Du zählst, wie oft ich unruhig bin“ – oder, wie manche es verstehen, „Du zählst, wie oft ich mich schlaflos hin und her wälze.“

Gott kennt jede unserer Tränen und bewahrt sie in seinem Buch auf.

Samuel 21
14 Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und gebärdete sich wie verrückt unter ihren Händen und kritzelte an die Flügel des Stadttores und ließ seinen Speichel in seinen Bart fließen.
15 Da sprach Achis zu seinen Knechten: Ihr seht doch, dass der Mann verrückt ist! Was bringt ihr ihn denn zu mir?
16 Fehlt es mir etwa an Verrückten, dass ihr diesen Mann hergebracht habt, damit er bei mir tobt? Sollte der in mein Haus kommen?

Psalm 56
10 An dem Tag, da ich rufe, weichen meine Feinde zurück; das weiß ich, dass Gott für mich ist.

Genau an dem Tag, als er zu Gott schrie, begannen die Bedrängnisse zu schwinden.

Er wusste aufgrund vergangener und gegenwärtiger Erfahrungen, dass Gott mit ihm war.

11 In Gott will ich rühmen das Wort, im HERRN will ich rühmen das Wort.
12 Auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht; was kann ein Mensch mir antun?

Erneutes Vertrauen auf Gott

Zuvor verwendete er „Elohim“, um auszudrücken, dass er sich auf Gottes Wort rühmt. Nun wiederholt er dies und fügt „Jahwe“ hinzu – den Gott des Bundes.

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? – Römer 8,31

13 Die Gelübde, die ich dir, o Gott, gelobte, liegen auf mir; ich will dir Dankopfer entrichten!
14 Denn du hast meine Seele vom Tod gerettet, meine Füße vom Gleiten, damit ich wandle vor dem Angesicht Gottes im Licht des Lebens.

Sein Dank

Was er zuvor in Nob Gott gelobt hatte, das erneuert er nun und bringt seinen Dank dar.

Gott hatte seine Seele vor dem sicheren Tod gerettet; nun bestand sein tägliches Leben darin, für Ihn zu leben.

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. – Galater 2,20

Wie weit darf ich gehen?

1. Korinther 10,23-33

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Eine Begebenheit mit einem unserer Jungs ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

Er war einmal mit ein paar Freunden unterwegs. Sie fuhren mit ihren Fahrrädern den Abhang von einem Rückhaltebecken hinunter. Sie hatten daraus ein Spiel gemacht: Wer kann am nächsten ans Wasser heranfahren und noch rechtzeitig bremsen, ohne hineinzufallen?

Also ging es immer näher und näher an den Rand.

Und unser Sohn hat verloren.

Er kam nach Hause – von Kopf bis Fuß voller Schlamm.

Ich glaube, manchmal gehen wir mit unserem christlichen Leben genauso um.

Wir fragen: „Wie weit kann ich gehen?“

„Was kann ich mir erlauben?“

„Wie nah kann ich an die Grenze kommen, ohne dass es wirklich Sünde ist?“

Wir suchen nicht den sicheren Abstand. Wir suchen die Grenze.

Und genau diese Einstellung möchte ich heute anhand dieses Textes aus dem 1. Korintherbrief betrachten.

23 Es ist mir alles erlaubt — aber es ist nicht alles nützlich! Es ist mir alles erlaubt — aber es erbaut nicht alles!
24 Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen.

Tue nur, was dem Glauben anderer dient.

Wenn Menschen 1. Korinther 10,23 lesen, denken sie normalerweise an den Vers im Zusammenhang mit der christlichen Freiheit:

„Alles ist erlaubt“ – Wie weit darf ich gehen?

Aber Paulus verschiebt die Fragestellung tatsächlich:
Statt nur zu fragen:

„Alles ist erlaubt“ – Ist es erlaubt?

Fragt er:

„aber nicht alles ist nützlich“ – Ist es nützlich?

„aber nicht alles erbaut“ – Baut es auf?

Die gewöhnliche christliche Auslegung konzentriert sich daher oft auf die Frage: „Was darf ich tun?“ Paulus legt den Schwerpunkt aber vielmehr auf die Frage: „Was ist das Beste für andere und was verherrlicht Gott?“

Aber wir müssen vorsichtig sein. Paulus sagt nicht, dass ein guter Zweck ein falsches Mittel rechtfertigt. Er spricht nicht über Dinge, die Gott verboten hat. Er spricht über Dinge, die erlaubt sind, aber nicht immer nützlich oder erbauend sind.

Das wird besonders deutlich, wenn man weiterliest:

Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen. – 1. Korinther 10,24

Etwas kann nicht nützlich sein, auch wenn es nicht unbedingt Sünde ist. Etwas kann auch nicht erbauen, weil es weder den eigenen Glauben noch den Glauben anderer fördert.

Nicht nützlich (bringt keinen wirklichen Nutzen)

    • Zeitverschwendung
    • Sinnlose Diskussionen
    • Übermäßige Unterhaltung
    • Unnötige Hobbys, die geistliche Prioritäten verdrängen
    • Übermäßige Nutzung sozialer Medien
    • Unmäßigkeit beim Essen oder Trinken
    • Überarbeitung ohne Ruhe
    • Übermäßiges Geldausgeben für Luxus
    • Dinge, die zur Abhängigkeit führen
    • Aktivitäten, die zwar erlaubt sind, aber keinen bleibenden Wert haben

Erbaut nicht (fördert den Glauben nicht)

    • Klatsch und Tratsch
    • Sarkasmus oder verletzende Witze
    • Unbedachte Kritik
    • Liebloses Rechthaben
    • Rücksichtsloser Gebrauch der eigenen Freiheit
    • Streitlust
    • Negatives Reden
    • Weltliche Unterhaltung, die den Sinn von Christus weglenkt
    • Vorbilder oder Einflüsse, die geistlich herunterziehen
    • Entscheidungen, die das Gewissen anderer belasten
    • Alles, was andere zum Straucheln bringen könnte (V. 28–33)
    • Verhalten, das das Zeugnis des Evangeliums schwächt

Der Unterschied

Nicht nützlich fragt: Hilft mir das? Ist es wirklich von Wert?

Erbaut nicht fragt: Hilft es meinem geistlichen Wachstum und dem Wachstum anderer?

Tue nur, was das Gewissen anderer nicht verletzt.

25 Alles, was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, das esst, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen;
26 denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«.
27 Und wenn jemand von den Ungläubigen euch einlädt und ihr hingehen wollt, so esst alles, was euch vorgesetzt wird, und forscht nicht nach um des Gewissens willen.

Nicht jede Verbindung macht etwas unrein.

Das Fleisch gehörte Gott.

„Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt.“

Ich muss nicht jede Kleinigkeit untersuchen, um eine mögliche Verbindung zu finden.

Aber Liebe denkt an andere.

28 Wenn aber jemand zu euch sagt: Das ist Götzenopferfleisch! — so esst es nicht, um dessen willen, der den Hinweis gab, und um des Gewissens willen, denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«.
29 Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des anderen; denn warum sollte meine Freiheit von dem Gewissen eines anderen gerichtet werden?

Das Fleisch war nicht das Problem – die Wirkung auf das Gewissen des anderen war entscheidend.

Wenn jemand dadurch zum Straucheln kommt, verzichte ich freiwillig.

30 Und wenn ich es dankbar genieße, warum sollte ich gelästert werden über dem, wofür ich danke?

Die Frage ist nicht nur: „Darf ich das?“
Sondern: „Hilft es anderen?“

31 Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!

Tue nur, was Gott verherrlicht.

In Vers 23 hat Paulus uns bereits zwei Fragen gegeben:

    • Ist es nützlich?
    • Erbaut es?

Jetzt gibt Paulus uns einen dritten Prüfstein:

    • Verherrlicht es Gott?

Paulus zeigt, dass die höchste Frage nicht nur ist:

    • „Ist es erlaubt?“

Auch nicht nur:

    • „Hilft es anderen?“

Sondern letztendlich:

    • „Bringt es Gott Ehre?“

Unser ganzes Leben – auch die kleinen alltäglichen Entscheidungen – sollen auf dieses Ziel ausgerichtet sein: Gott soll durch unser Verhalten geehrt werden.

32 Gebt weder den Juden noch den Griechen noch der Gemeinde Gottes einen Anstoß,
33 so wie auch ich in allen Stücken allen zu Gefallen lebe und nicht meinen Nutzen suche, sondern den der vielen, damit sie gerettet werden.

Tue nur, was das Evangelium nicht hindert.

Paulus hatte nicht das Ziel, allen Menschen zu gefallen.

Er wollte nicht Kompromisse mit der Wahrheit eingehen.

Er wollte Hindernisse für das Evangelium entfernen.

Meine Freiheit darf niemals wichtiger sein als die Rettung anderer.

Die letzte Frage ist nicht:

    • „Was bekomme ich?“
    • „Was darf ich?“

Sondern:

    • „Hilft mein Leben anderen, Christus zu erkennen?“

Am Anfang haben wir von unserem Sohn gesprochen, der mit seinen Freunden immer näher an das Wasser gefahren ist.

Die Frage war: „Wie weit kann ich gehen, ohne hineinzufallen?“

Und vielleicht ist das manchmal auch unsere Einstellung als Christen.

    • Wie weit darf ich gehen?
    • Wie viel kann ich mir erlauben?
    • Wie nah kann ich an die Grenze kommen?

Aber Paulus zeigt uns heute, dass das nicht die richtige Frage ist.

Die Frage ist nicht:

    • „Wie weit darf ich gehen?“

Sondern:

    • „Was ist nützlich?“
    • „Was erbaut?“
    • „Was ehrt Gott?“
    • „Was hilft anderen, Christus zu erkennen?“

Vielleicht sollten wir deshalb nicht am Rand der Grenze leben und ständig versuchen herauszufinden, wie nah wir an die Sünde herankommen können.

Lasst uns nicht fragen: „Wie weit darf ich gehen?“

Lasst uns fragen: „Wie kann ich Gott am meisten ehren?“

Denn christliche Freiheit bedeutet nicht, dass ich tun kann, was ich will.

Christliche Freiheit bedeutet, dass ich frei bin, auf meine eigenen Rechte zu verzichten, um Gott zu verherrlichen und anderen zum Segen zu sein.

Darum:

    • Tue nur, was dem Glauben anderer dient.
    • Tue nur, was das Gewissen anderer nicht verletzt.
    • Tue nur, was Gott verherrlicht.
    • Tue nur, was das Evangelium nicht hindert.

Und vielleicht ist das die wichtigste Frage, die wir diese Woche bei unseren Entscheidungen mitnehmen können:

„Nicht: Wie weit darf ich gehen?

Sondern: Was würde Gott am meisten ehren?“

Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!