Das Wasser des Lebens umsonst

Jesaja 55

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1 Wohlan, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser; und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!

Vor einigen Jahren arbeitete ich mit einem Nachbarn draußen auf dem Feld. Es war ein heißer Sommertag, und wir waren durstig geworden. Wir gingen ein Stück in den Wald hinein, wo ein kleiner Bach mit klarem Quellwasser floss.

Im Wasser lag ein altes Glas. Mein Nachbar hob es vorsichtig heraus. Unten im Glas war noch etwas Erde und sogar ein bisschen Moos. Dann tauchte er das Glas wieder in den Bach, füllte es fast bis zum Rand und begann daraus zu trinken.

Ich fragte ihn: „Stört dich das nicht? Das Glas ist doch schmutzig.“

Er schaute mich an und sagte: „Nein. Solange du es nicht aufrührst, macht das nichts.“

Das Wasser war sauber. Es war frisch. Es konnte seinen Durst stillen.

Natürlich geht es in Jesaja 55 nicht um einen Bach und ein Trinkglas. Jesaja spricht von einem viel größeren Durst – dem Durst der Seele. Und Gottes Einladung lautet: „Kommt her zum Wasser!“

Die Einladung zur Erlösung

Der Ruf an die Durstigen: Gott lädt alle ein, die geistlich hungrig und mittellos sind, zu kommen und umsonst zu empfangen.

    • auf dem Berg

Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden! – Matthäus 5,6

    • am Brunnen

Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser. – Johannes 4,10

Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh? – Johannes 4,11-12

Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt. – Johannes 4,13-14

Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierherkommen muss, um zu schöpfen! – Johannes 4,15

    • am Tag des Festes

Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. – Johannes 7,37-38

    • am Ende der Zeit

Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! – Offenbarung 21,6

    • im Hier und Jetzt

Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! – Offenbarung 22,17

Die Gabe der Erlösung: Wasser für ihren Durst, Wein für ihre Freude und Milch für ihr Wachstum. Seine Erlösung ist nicht knapp bemessen, sondern voller Gnade und Überfluss.

…ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben. – Johannes 10,10

2 Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen, und eure Seele soll sich laben an fetter Speise!

Die Torheit weltlichen Strebens: Eine Warnung davor, sich für Dinge abzumühen, die die Seele letztlich nicht sättigen.

Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. – Johannes 6,35

Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. – Johannes 6,51b

3 Neigt eure Ohren und kommt her zu mir; hört, so wird eure Seele leben! Denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren: die Gnadengüter Davids, die zuverlässig sind.

Der ewige Bund: Eine Einladung, die gewisse, unerschütterliche Liebe Gottes zu genießen, die in den an David gegebenen Verheißungen wurzelt.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. – Johannes 5,24

4 Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für Völkerschaften bestimmt, zum Fürsten und Gebieter von Völkern.

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. – Johannes 10,27-29

 5 Siehe, du wirst ein Volk berufen, das du nicht kennst, und ein Volk, das dich nicht kannte, wird dir zulaufen wegen des HERRN, deines Gottes, und um des Heiligen Israels willen, weil er dich herrlich gemacht hat.

Der Ruf zur Umkehr und zum Suchen Gottes

6 Sucht den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, während er nahe ist!

Dringlichkeit des Suchens: Die Menschen sind dazu aufgerufen, den Herrn zu suchen, solange Er gegenwärtig und erreichbar ist.

7 Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Gedanken; und er kehre um zu dem HERRN, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.

Abkehr von der Sünde: Eine Aufforderung an die Gottlosen, ihre ungerechten Wege und Gedanken aufzugeben.

Überreiche Vergebung: Die wunderbare Verheißung, dass Gott jenen, die zu Ihm zurückkehren, großzügig und vollständig vergibt.

Die unvergleichliche Natur von Gottes Wort

8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR;
9 sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Göttliche Transzendenz: Gottes Gedanken und Wege stehen unendlich weit über dem menschlichen Verstand.

10 Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst —
11 genau so soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe!

Die Kraft des Wortes: So wie Regen und Schnee der Erde Leben bringen, kehrt Gottes Wort niemals wirkungslos zurück, sondern erfüllt erfolgreich seinen Zweck.

Die herrliche Frucht der Erlösung

12 Denn ihr werdet mit Freuden ausziehen und in Frieden geleitet werden; die Berge und Hügel sollen vor euch in Jubel ausbrechen und alle Bäume des Feldes in die Hände klatschen.

Freude und Frieden: Den Gläubigen wird eine Zukunft verheißen, in der sie unter Jubel und Frieden aus ihren Nöten herausgeführt werden.

13 Statt der Dornen werden Zypressen wachsen und statt der Hecken Myrten; und das wird dem HERRN zum Ruhm gereichen, zu einem ewigen Zeichen, das nicht vergehen wird.

Erneuerung der Schöpfung: Selbst die Natur frohlockt; Berge singen und Bäume klatschen in die Hände – ein Sinnbild für die endgültige Wiederherstellung.

Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. – Psalm 1,3

Gott lädt den Durstigen nicht nur ein, einen Schluck Wasser zu bekommen und dann wieder in die Wüste zurückzugehen. Er pflanzt ihn an Wasserbäche. Er gibt Leben, Wachstum und Frucht. Die Frage ist nicht nur: „Hast du von dieser Quelle getrunken?“ sondern auch: „Trägt dein Leben die Frucht eines Menschen, der an dieser Quelle lebt?“

ein Herz in der Not

1. Samuel 21,1-10

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1 Und David machte sich auf und ging; Jonathan aber kam in die Stadt.
2 Und David begab sich nach Nob, zu dem Priester Achimelech. Achimelech aber kam David bestürzt entgegen und sprach zu ihm: Warum kommst du allein, und es ist kein einziger Mann bei dir?

Ein Herz in der Not sucht Gottes Gegenwart

Erinnere dich an die Fragen, die David Jonathan stellte:

    • Was habe ich getan?
    • Was ist meine Schuld?

​Wo hätte er besser Antworten finden können als dort, wo Gott sich hat finden lassen?

Angesichts der Tatsache, dass David auf seiner Flucht von Saul direkt zum Stiftshüte gegangen ist, ist es möglich, dass einer seiner Psalmen bei dieser Gelegenheit als sein Gebet vor dem Herrn verfasst wurde.

Ein passender Psalm wäre Psalm 26:

1 Von David.
Schaffe mir Recht, o HERR! Denn ich bin in meiner Lauterkeit gewandelt und habe mein Vertrauen auf den HERRN gesetzt; ich werde nicht wanken.
2 Prüfe mich, HERR, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz!
3 Denn deine Gnade ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit.
4 Ich sitze nicht bei falschen Leuten und gehe nicht um mit Hinterlistigen.
5 Ich hasse die Versammlung der Übeltäter und sitze nicht zusammen mit den Gottlosen.
6 Ich wasche meine Hände in Unschuld und umschreite deinen Altar, o HERR,
7 um dir zu danken mit lauter Stimme und alle deine Wunder zu verkünden.
8 HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Herrlichkeit wohnt!
9 Raffe meine Seele nicht hinweg mit den Sündern, noch mein Leben mit den Blutbefleckten,
10 an deren Händen Laster klebt und deren Rechte voll Bestechung ist.
11 Ich aber wandle in meiner Lauterkeit; erlöse mich und sei mir gnädig!
12 Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund; ich will den HERRN loben in den Versammlungen!

David kam zur Stiftshütte nicht als ein perfekter Gläubiger, sondern als ein bedrängter Mensch – aber er ging an den richtigen Ort.

Ein Herz in der Not empfängt Gottes Versorgung

1. Samuel 21:

3 David sprach zu Achimelech, dem Priester: Der König hat mir etwas befohlen und zu mir gesagt: Lass niemand wissen, warum ich dich gesandt und was ich dir befohlen habe! Die Leute aber habe ich da und dahin bestellt.
4 Und nun, was hast du zur Hand? Gib mir fünf Brote oder was sonst vorhanden ist!

Mangel bringt uns an Gottes Tisch. Die Zahl 5 wird oft mit Gottes Gnade in Verbindung gebracht.

    • David bat um fünf Brote.
    • Mit fünf Broten speiste Jesus 5000.

So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe! – Hebräer 4,16

5 Der Priester antwortete David und sprach: Ich habe kein gewöhnliches Brot zur Verfügung, sondern nur heiliges Brot; wenn die Leute sich nur der Frauen enthalten haben!

Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden! – Matthäus 5,6

6 Da antwortete David dem Priester und sprach: Die Frauen waren uns schon gestern und vorgestern versagt, als ich auszog; auch waren die Leiber der Leute rein, obwohl dies ein gewöhnlicher Auftrag ist — um wie viel mehr werden sie heute am Leib rein sein!

David kam an den richtigen Ort, denn dort fand er das Brot des Lebens.

Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. – Johannes 6,35

 7 Da gab ihm der Priester heiliges [Brot]; denn es war kein anderes da außer den Schaubroten, die man von dem Angesicht des HERRN hinweggetan hatte, um warmes Brot aufzulegen an dem Tag, da man sie wegnahm.

David fand Gnade im Haus Gottes.

Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er Mangel litt und er und seine Gefährten Hunger hatten, wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, die niemand essen darf als nur die Priester, und auch denen davon gab, die bei ihm waren? – Markus 2,25-26

Ein Herz in der Not erinnert sich an Gottes Treue

8 An jenem Tag war aber dort vor dem HERRN ein Mann von den Knechten Sauls eingeschlossen, der hieß Doeg, der Edomiter, der Aufseher über die Hirten Sauls.
9 Und David fragte Achimelech: Gibt es nicht irgendeinen Speer oder ein Schwert bei dir? Denn ich habe nicht einmal mein Schwert und meine Waffen zur Hand genommen, weil die Sache des Königs solche Eile hatte.
10 Der Priester antwortete: Das Schwert Goliaths, des Philisters, den du im Terebinthental erschlagen hast, siehe, das liegt hinter dem Ephod in ein Gewand eingewickelt; wenn du das für dich nehmen willst, so nimm es, denn es ist kein anderes hier außer diesem. David sprach: Es gibt nicht seinesgleichen; gib es mir!

Was Gott gestern getan hat, ist die Grundlage dafür, was wir heute erwarten dürfen.

David ist nicht das einzige Beispiel für jemanden, der im Haus Gottes Gnade gefunden hat.

Ich bin zu gering für alle Gnade und Treue, die du an deinem Knecht bewiesen hast! Denn ich hatte nur einen Stab, als ich über diesen Jordan ging, und nun bin ich zu zwei Heerlagern geworden. – 1. Mose 32,11

Ein Herz in der Not findet alles, was es braucht, bei Gott

David verließ das Haus Gottes nicht mit leeren Händen.

    • Er empfing Brot für seinen Hunger.
    • Er empfing das Schwert für den bevorstehenden Kampf.

Dasselbe gilt für uns.

    • Christus ist das Brot des Lebens.
    • Gottes Wort ist das Schwert des Geistes.

Wenn wir in unserer Not zu Gott kommen, schickt er uns nicht leer fort.

    • Er stärkt unser Herz durch Christus.
    • Er rüstet uns aus durch sein Wort.
    • Er sendet uns zurück in den Kampf.

Im Haus Gottes fand David beides: Nahrung für den Hunger und eine Waffe für den Kampf. Auch wir finden in Christus und seinem Wort alles, was wir für unseren Weg brauchen.

David kam in seiner Not zum Haus Gottes.

Warum bist du heute gekommen?

Was brauchst du von Gott?

David verließ das Haus Gottes nicht mit leeren Händen.

Du musst es heute auch nicht.