ein gottbezogenes Herz

1. Samuel 20,18-42

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Saul war eifersüchtig auf David, weil David beim Volk immer beliebter geworden ist. Deshalb hat Saul immer wieder versucht, ihn umzubringen. Dreimal hat er seinen Speer nach David geworfen. Einmal hat er Männer zu Davids Haus geschickt, um ihn zu töten. Danach hat er dreimal Männer nach Najot geschickt, um David festzunehmen und zurückzubringen. Als das alles nichts geholfen hat, ist Saul schließlich selbst hingegangen.

Was habe ich getan? Was ist meine Schuld? Und was habe ich vor deinem Vater gesündigt, dass er mir nach dem Leben trachtet? – 1. Samuel 20,1b

David und Jonathan hatten sich auf einen Plan geeinigt. David würde beim Neumondfest fehlen. Falls Saul seine Abwesenheit bemerkte, sollte Jonathan sagen, dass David nach Bethlehem gegangen sei, um dort mit seiner Familie das jährliche Opferfest zu feiern. An Sauls Reaktion wollten sie erkennen, was in seinem Herzen vorging. Reagierte er ruhig, konnte David in Sicherheit zurückkehren. Reagierte er jedoch mit Zorn, dann war klar: David musste fliehen.

18 Und Jonathan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond; da wird man dich vermissen, denn dein Sitz bleibt leer.
19 Am dritten Tag aber komm rasch herab und begib dich an den Ort, wo du dich am Tag der Tat verborgen hattest, und bleibe neben dem Stein Asel.
20 Ich aber will drei Pfeile daran vorbeischießen, als ob ich nach einem Ziel schießen würde.
21 Und siehe, dann werde ich den Burschen schicken: »Geh, suche die Pfeile!« Rufe ich dann dem Burschen zu: »Siehe, die Pfeile liegen diesseits von dir, hole sie!«, so komm; denn das bedeutet Frieden für dich und keine Gefahr, so wahr der HERR lebt.
22 Wenn ich aber zu dem jungen Mann sage: »Siehe, die Pfeile liegen jenseits von dir!«, so geh; denn dann sendet dich der HERR fort.
23 Von dem aber, was wir beredet haben, ich und du, siehe, davon ist der HERR [Zeuge] zwischen dir und mir ewiglich!

Ein gottbezogenes Herz handelt unter Gottes Führung

    • Lass Gottes Wort dich leiten.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. – Psalm 119,105

    • Suche Gottes Weisheit im Gebet.

Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott… – Jakobus 1,5

    • Achte auf Gottes Führung in den Umständen.

Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen… – Offenbarung 3,8

    • Höre auf gottesfürchtige Ratgeber.

Wo keine Beratung ist, da scheitern Pläne, wo aber viele Ratgeber sind, da kommen sie zustande. – Sprüche 15,22

    • Handle im Vertrauen auf Gottes Frieden.

Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus! – Philipper 4,7

24 So verbarg sich David auf dem Feld. Als aber der Neumond kam, setzte sich der König zum Mahl, um zu essen.
25 Und zwar saß der König an seinem gewohnten Platz an der Wand; Jonathan aber stand auf, und Abner setzte sich neben Saul; und Davids Platz blieb leer.
26 Saul aber sagte an diesem Tag nichts; denn er dachte: Es ist ein Zufall; er ist nicht rein; gewiss ist er nicht rein!
27 Es geschah aber am Tag nach dem Neumond, als Davids Platz wieder leer blieb, dass Saul seinen Sohn Jonathan fragte: Warum ist der Sohn Isais weder gestern noch heute zum Essen gekommen?
28 Da antwortete Jonathan dem Saul: David hat mich dringend gebeten, nach Bethlehem gehen zu dürfen;
29 und er sagte: Lass mich doch hingehen; denn wir halten ein Familienopfer in der Stadt, und mein Bruder selbst hat es mir geboten; habe ich nun Gnade vor deinen Augen gefunden, so gib mir doch Urlaub, dass ich meine Brüder sehen kann! Darum ist er nicht an den Tisch des Königs gekommen.
30 Da entbrannte Sauls Zorn gegen Jonathan, und er sprach zu ihm: Du missratener, widerspenstiger Sohn! Meinst du, ich wüsste nicht, dass du den Sohn Isais erwählt hast, zu deiner Schande und zur Scham und Schande deiner Mutter?
31 Denn solange der Sohn Isais auf Erden lebt, kannst weder du bestehen noch dein Königtum! So sende nun hin und lass ihn herbringen zu mir; denn er ist ein Kind des Todes!
32 Und Jonathan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben? Was hat er getan?
33 Da warf Saul den Speer nach ihm, um ihn zu durchbohren. Da erkannte Jonathan, dass es bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu töten.
34 Und Jonathan stand vom Tisch auf in glühendem Zorn und aß an jenem zweiten Tag des Neumonds keine Speise; denn es tat ihm weh um Davids willen, weil sein Vater ihn beschimpft hatte.

Ein gottbezogenes Herz bewahrt Loyalität unter Druck

Wahre Treue zeigt sich erst, wenn sie etwas kostet.

Bleibe zu Gottes Wahrheit stehen, auch wenn andere dagegen sind.

Stehe zu deinen Glaubensgeschwistern, auch wenn es unbequem wird.

Lass dich nicht von Menschenfurcht bestimmen.

Jonathan riskierte die Gunst seines Vaters und sogar sein eigenes Leben.

Wem gegenüber muss ich gerade Treue zeigen, obwohl es mich etwas kostet?

35 Und es geschah am Morgen, da ging Jonathan aufs Feld hinaus, zu der mit David verabredeten Zeit, und ein junger Bursche war mit ihm.
36 Und er sprach zu seinem Burschen: Lauf, suche doch die Pfeile, die ich abschieße! Als nun der Bursche lief, schoss er einen Pfeil über ihn weg.
37 Und als der Bursche zu der Stelle lief, wohin Jonathan den Pfeil geschossen hatte, rief ihm Jonathan nach und sprach: Liegt nicht der Pfeil jenseits von dir?
38 Und Jonathan rief dem Burschen und sprach: »Schnell! Beeile dich! Steh nicht still!« Und Jonathans Bursche hob den Pfeil auf und brachte ihn zu seinem Herrn.
39 Doch wusste der Bursche von nichts; nur Jonathan und David wussten um die Sache.
40 Da gab Jonathan dem Burschen, der bei ihm war, seine Waffen und sprach zu ihm: Geh und bringe sie in die Stadt!
41 Sobald nun der Bursche weg war, erhob sich David von der südlichen Seite her und fiel auf sein Angesicht und verneigte sich dreimal; danach küssten sie einander und weinten zusammen, David aber am allermeisten.
42 Und Jonathan sprach zu David: Geh hin in Frieden! Wie wir beide im Namen des HERRN geschworen und gesagt haben, so sei der HERR [Zeuge] zwischen mir und dir, zwischen meinem Samen und deinem Samen ewiglich!

Ein gottbezogenes Herz lebt Bundestreue

Jonathan hielt sein Wort, obwohl sich die Umstände völlig verändert hatten.

Gott möchte, dass wir verlässlich sind.

    • Treue in der Ehe.
    • Treue in Freundschaften.
    • Treue zu Verpflichtungen in der Gemeinde.
    • Vor allem Treue gegenüber dem Herrn.

In dieser Geschichte sehen wir sehr deutlich, was David in Psalm 15 beschrieben hat:

Psalms 15
1 Ein Psalm Davids.
HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?
2 Wer in Unschuld wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet von Herzen;
3 wer keine Verleumdungen herumträgt auf seiner Zunge, wer seinem Nächsten nichts Böses tut und seinen Nachbarn nicht schmäht;
4 wer den Verworfenen als verächtlich ansieht, aber die ehrt, die den HERRN fürchten; wer, wenn er etwas zu seinem Schaden geschworen hat, es dennoch hält;
5 wer sein Geld nicht um Wucherzinsen gibt und keine Bestechung annimmt gegen den Unschuldigen; wer dies tut, wird ewiglich nicht wanken.