Leben im Überfluss

Johannes 10,1-10

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 1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe.
3 Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.
4 Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.
5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.
6 Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht, wovon er zu ihnen redete.

Johannes 10,7 enthält die erste nachdrückliche „Ich bin“-Aussage in diesem Kapitel und die dritte von sieben solchen Aussagen im Johannesevangelium.

Jesus ist das Brot des Lebens – Er stillt den geistlichen Hunger und Durst.

Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. – Johannes 6,35

Jesus ist das Licht der Welt – Er schenkt geistliche Führung und Leben.

Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. – Johannes 8,12

7 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe.

Jesus ist der einzige Weg zum Heil

Jesus ist nicht ein möglicher Weg zum Heil unter vielen, sondern die einzige Tür, durch die ein Mensch eingehen und gerettet werden kann.

Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen! – Apostelgeschichte 4,12

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! – Johannes 14,6

Die Vorstellung, dass alle Glaubenswege gleichermaßen zu Gott führen, widerspricht der Aussage Jesu.

Die „Ich bin“-Aussagen weisen auch auf Jesu göttliche Natur hin.

Als nun Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Wandle vor mir und sei untadelig! – 1. Mose 17,1

Gott sprach zu Mose: »Ich bin, der ich bin!« Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat mich zu euch gesandt. – 2. Mose 3,14

Ich, ich bin der HERR, und außer mir gibt es keinen Retter. – Jesaja 43,11

Die Pharisäer beanspruchten, geistliche Führer zu sein, erkannten aber nicht denjenigen, der die Tür zu Gottes Herde ist.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. – Johannes 10,1

Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe. – Johannes 10,7

8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.

Andere Wege führen nicht zum Heil.

Die Propheten des Alten Testaments warnten vor solchen falschen Hirten:

Sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, jeder sieht auf seinen Gewinn, ohne Ausnahme. – Jesaja 56,11

Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? – Hesekiel 34,2

Wehe den Hirten, welche die Schafe meiner Weide umkommen lassen und zerstreuen! – Jeremia 23,1

Kommt her, ich will Wein holen, lasst uns Rauschtrank saufen, und morgen soll es gehen wie heute, ja noch viel großartiger! – Jesaja 56,12

Der Unterschied zwischen einem Dieb und einem Räuber:

    • κλέπτης (kleptēs) – ein Dieb, der heimlich und unbemerkt stiehlt.
    • λῃστής (lēstēs) – ein Räuber oder Bandit, der andere ausplündert und dabei Gewalt anwenden kann.

Der Dieb nimmt etwas weg, ohne dass man es bemerkt; der Räuber nimmt es sich auch gegen Widerstand.

Die Pharisäer stießen den geheilten Blindgeborenen aus, während Jesus ihn suchte und sich ihm offenbarte. (Johannes 9,34-38)

Die Schafe hören nicht auf die falschen Hirten.

Aber die Schafe hörten nicht auf sie. – Johannes 10,8

Schafe erkennen die Stimme ihres Hirten, weil sie mit ihm vertraut sind und regelmäßig von ihm geführt werden.

Wir lernen, die Stimme des guten Hirten von der Stimme eines Fremden zu unterscheiden, indem wir Gottes Wort kennen.

9 Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Wer durch ihn eingeht, wird gerettet.

Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. – Römer 5,1-2

Bei Jesus ist auch der Weg gewiss. „Wird gerettet werden“ ist eine feste Zusage.

Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. – Johannes 6,37

Jesus versorgt seine Schafe

Der gute Hirte schenkt seinen Schafen Freiheit und Sicherheit.

In den Versen 1-5 führt der Hirte seine Schafe aus dem Pferch heraus – ein Bild für die Rettung.

In Vers 9 sind die Schafe frei, ein- und auszugehen.

Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang. Der HERR wird deine Feinde, die sich gegen dich auflehnen, vor dir geschlagen dahingeben; auf einem Weg werden sie gegen dich ausziehen und auf sieben Wegen vor dir fliehen. – 5. Mose 28,6-7

Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. … Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. – Psalm 121,3.7-8

Der gute Hirte wacht über seine Schafe, schützt sie vor Gefahren und lässt seine Herde nicht allein.

Der gute Hirte sorgt für die Bedürfnisse seiner Schafe.

Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. – Psalm 23,1-2

Jesus übertrug diese Verantwortung seinen Jüngern und forderte Petrus dreimal auf, sich um seine Schafe zu kümmern:

    • Jesus: „Weide meine Lämmer!“ (Johannes 21,15)
    • Jesus: „Hüte meine Schafe!“ (Johannes 21,16)
    • Jesus: „Weide meine Schafe!“ (Johannes 21,17)

Petrus gab diese Verantwortung an die Ältesten weiter.

Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe, nicht als solche, die über das ihnen Zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid! – 1. Petrus 5,2-3

10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.

Jesus ist gekommen, um Leben zu geben

Der Dieb kommt, um zu stehlen, zu töten und zu verderben.

Der Dieb nimmt, was ihm nicht gehört, tötet jeden, der sich ihm in den Weg stellt, und zerstört, was er nicht gebrauchen kann.

Die Pharisäer erwiesen sich nicht als Hirten, sondern als solche, die den Schafen Schaden zufügten.

Sie verhörten den geheilten Blindgeborenen.

Sie stießen ihn aus der Synagoge aus. (Johannes 9,34)

Jesus ist mit einer völlig anderen Absicht gekommen.

Die griechischen Worte ἐγὼ ἦλθον bedeuten „Ich bin gekommen“.

    • ἦλθον bedeutet bereits „ich bin gekommen“.
    • ἐγώ („ich“) ist zusätzlich betont.

Jesus unterstreicht: Ich selbst bin gekommen, damit sie das Leben haben.

Jesus gibt ewiges Leben.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. – Johannes 5,24

Der Dieb ist gekommen, um zu töten; Jesus aber hat sein eigenes Leben hingegeben, damit wir leben können.

Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. – 1. Johannes 5,11-12

Es gibt keinen anderen Weg, dieses Leben zu empfangen, als durch die Tür zu gehen – und Jesus Christus ist diese Tür!

Jesus schenkt Leben im Überfluss.

Das Leben im Überfluss bedeutet nicht ein Leben ohne Schwierigkeiten oder Probleme, sondern eine Fülle, die diese Welt niemals geben kann.

Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen, denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht. Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich! – Psalm 16,9-11

Jesus beschreibt dieses Leben als Ströme lebendigen Wassers.

Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. – Johannes 7,37-38

Die Ströme lebendigen Wassers sprechen von einer Quelle, die nicht aus eigener Kraft hervorgebracht werden muss.

Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. – Johannes 7,39

Die entscheidende Frage: Hast du dieses Leben?

Bist du durch Jesus Christus, die Tür für die Schafe, eingegangen?

Nur durch ihn können wir dieses Leben empfangen.