Jesaja 55
Live auf YouTube um 11 Uhr ansehen
1 Wohlan, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser; und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!
Vor einigen Jahren arbeitete ich mit einem Nachbarn draußen auf dem Feld. Es war ein heißer Sommertag, und wir waren durstig geworden. Wir gingen ein Stück in den Wald hinein, wo ein kleiner Bach mit klarem Quellwasser floss.
Im Wasser lag ein altes Glas. Mein Nachbar hob es vorsichtig heraus. Unten im Glas war noch etwas Erde und sogar ein bisschen Moos. Dann tauchte er das Glas wieder in den Bach, füllte es fast bis zum Rand und begann daraus zu trinken.
Ich fragte ihn: „Stört dich das nicht? Das Glas ist doch schmutzig.“
Er schaute mich an und sagte: „Nein. Solange du es nicht aufrührst, macht das nichts.“
Das Wasser war sauber. Es war frisch. Es konnte seinen Durst stillen.
Natürlich geht es in Jesaja 55 nicht um einen Bach und ein Trinkglas. Jesaja spricht von einem viel größeren Durst – dem Durst der Seele. Und Gottes Einladung lautet: „Kommt her zum Wasser!“
Die Einladung zur Erlösung
Der Ruf an die Durstigen: Gott lädt alle ein, die geistlich hungrig und mittellos sind, zu kommen und umsonst zu empfangen.
-
- auf dem Berg
Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden! – Matthäus 5,6
-
- am Brunnen
Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser. – Johannes 4,10
Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh? – Johannes 4,11-12
Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt. – Johannes 4,13-14
Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierherkommen muss, um zu schöpfen! – Johannes 4,15
-
- am Tag des Festes
Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. – Johannes 7,37-38
-
- am Ende der Zeit
Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! – Offenbarung 21,6
-
- im Hier und Jetzt
Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! – Offenbarung 22,17
Die Gabe der Erlösung: Wasser für ihren Durst, Wein für ihre Freude und Milch für ihr Wachstum. Seine Erlösung ist nicht knapp bemessen, sondern voller Gnade und Überfluss.
…ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben. – Johannes 10,10
2 Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen, und eure Seele soll sich laben an fetter Speise!
Die Torheit weltlichen Strebens: Eine Warnung davor, sich für Dinge abzumühen, die die Seele letztlich nicht sättigen.
Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. – Johannes 6,35
Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. – Johannes 6,51b
3 Neigt eure Ohren und kommt her zu mir; hört, so wird eure Seele leben! Denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren: die Gnadengüter Davids, die zuverlässig sind.
Der ewige Bund: Eine Einladung, die gewisse, unerschütterliche Liebe Gottes zu genießen, die in den an David gegebenen Verheißungen wurzelt.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. – Johannes 5,24
4 Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für Völkerschaften bestimmt, zum Fürsten und Gebieter von Völkern.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. – Johannes 10,27-29
5 Siehe, du wirst ein Volk berufen, das du nicht kennst, und ein Volk, das dich nicht kannte, wird dir zulaufen wegen des HERRN, deines Gottes, und um des Heiligen Israels willen, weil er dich herrlich gemacht hat.
Der Ruf zur Umkehr und zum Suchen Gottes
6 Sucht den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, während er nahe ist!
Dringlichkeit des Suchens: Die Menschen sind dazu aufgerufen, den Herrn zu suchen, solange Er gegenwärtig und erreichbar ist.
7 Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Gedanken; und er kehre um zu dem HERRN, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.
Abkehr von der Sünde: Eine Aufforderung an die Gottlosen, ihre ungerechten Wege und Gedanken aufzugeben.
Überreiche Vergebung: Die wunderbare Verheißung, dass Gott jenen, die zu Ihm zurückkehren, großzügig und vollständig vergibt.
Die unvergleichliche Natur von Gottes Wort
8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR;
9 sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
Göttliche Transzendenz: Gottes Gedanken und Wege stehen unendlich weit über dem menschlichen Verstand.
10 Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst —
11 genau so soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe!
Die Kraft des Wortes: So wie Regen und Schnee der Erde Leben bringen, kehrt Gottes Wort niemals wirkungslos zurück, sondern erfüllt erfolgreich seinen Zweck.
Die herrliche Frucht der Erlösung
12 Denn ihr werdet mit Freuden ausziehen und in Frieden geleitet werden; die Berge und Hügel sollen vor euch in Jubel ausbrechen und alle Bäume des Feldes in die Hände klatschen.
Freude und Frieden: Den Gläubigen wird eine Zukunft verheißen, in der sie unter Jubel und Frieden aus ihren Nöten herausgeführt werden.
13 Statt der Dornen werden Zypressen wachsen und statt der Hecken Myrten; und das wird dem HERRN zum Ruhm gereichen, zu einem ewigen Zeichen, das nicht vergehen wird.
Erneuerung der Schöpfung: Selbst die Natur frohlockt; Berge singen und Bäume klatschen in die Hände – ein Sinnbild für die endgültige Wiederherstellung.
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. – Psalm 1,3
Gott lädt den Durstigen nicht nur ein, einen Schluck Wasser zu bekommen und dann wieder in die Wüste zurückzugehen. Er pflanzt ihn an Wasserbäche. Er gibt Leben, Wachstum und Frucht. Die Frage ist nicht nur: „Hast du von dieser Quelle getrunken?“ sondern auch: „Trägt dein Leben die Frucht eines Menschen, der an dieser Quelle lebt?“
